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Ausländerfeindlichkeit in Südafrika: 

Nun auch Gewaltexzesse in Durban

21. Mai 2008 10:40
Greifen jetzt auch Nigerianer in Durban an: Verarmte Südafrikaner
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Nach den fremdenfeindlichen Krawallen in Johannesburg sind nun auch andere Teile des Landes betroffen: In der Küstenstadt Durban wurden Nigerianer attackiert. Auch die Sorge um die Fußball-WM 2010 steigt.

Die ausländerfeindliche Gewalt in Johannesburg hat sich in der Nacht zum Mittwoch fortgesetzt und nun auch andere Regionen Südafrikas erfasst. In der Hafenstadt Durban kam es zu Übergriffen von rund 100 südafrikanischen Bewohnern des Armenviertels Umbilo auf Zuwanderer aus Nigeria.

Ein Polizeisprecher sagte, der mit abgebrochenen Glasflaschen und Steinen bewaffnete Mob fordere die Nigerianer zum Verlassen auf. Die Situation sei gespannt, die Polizei zeige starke Präsenz. Während die Zeitung «The Mercury« von sechs Verletzten berichtete, konnte die Polizei diese Angaben nicht bestätigen.

Angst vor Konsequenzen für WM und Tourismus

Derweil wächst die Sorge um die Konsequenzen für den Tourismus und die Fußball-Weltmeisterschaft 2010 in dem Kap-Staat. Danny Jordaan, der Chef des WM-Organisationskomitees, erklärte, die Gewalt stehe in krassem Gegensatz zur Idee eines völkerverbindenden Sportereignisses und zu allen Idealen eines demokratischen Südafrikas.

In Johannesburgs Armenviertel Tembisa wurden wieder drei Menschen mit Schusswunden ins Krankenhaus gebracht. Dort ging die Polizei erneut gegen hunderte Bewohner vor, die auf der Suche nach Zuwanderern aus anderen afrikanischen Ländern unterwegs waren. Erneut standen Behausungen in Flammen.

Winnie Madikizela-Mandela, Ex-Frau von Friedensnobelpreisträger Nelson Mandela, warnte, die Benutzer von Pendlerzügen könnten im Visier von Fremdenhassern sein. Seit Ausbruch der brutalen Gewalt vor anderthalb Wochen sind nach offiziellen Angaben zwei Dutzend Menschen getötet, Hunderte verletzt und rund 13.000 vertrieben worden.

Schwarze gegen Schwarze

«Die Armen greifen die Armen an», sagt Bischof Paul Verryn, der in der Methodistenkirche in Johannesburgs Innenstadt über 1500 meist simbabwische Immigranten beherbergt. «Und es kommt ein kriminelles Element dazu. Man stiehlt das Eigentum der Ausländer, es gibt Plünderungen.»

Wie die «Tageszeitung» berichtete, richtet sich die Gewalt aber auch gegen Südafrikaner, die mit einem Nichtsüdafrikaner verheiratet sind, oder die auf Zuruf nicht in einer der gängigen Sprachen wie Zulu antworten. Zum Ausbruch der Gewalt in Südafrika schreibt die liberale Wiener Zeitung «Die Presse» am Mittwoch: «In Johannesburgs Elendsvierteln wird zur Menschenjagd geblasen: Opfer werden mit Eisenstangen zu Tode geprügelt, andere bei lebendigem Leibe angezündet.«

In den Armenvierteln Johannesburgs träfen die Zugewanderten auf eine Unterschicht, die selbst nichts hat und unter 40 Prozent Arbeitslosigkeit leidet. Die Regierung Mbeki schaffe es nicht, sie beim Aufschwung der stärksten Wirtschaftsmacht des südlichen Afrikas mitzunehmen. Da genüge dann »ein Funke, diesen sozialen Sprengstoff zur Explosion zu bringen.« (nz/dpa)

 
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