In Johannesburg leben hunderttausende Zuwanderer, viele von ihnen illegal. Vertreter des Roten Kreuzes und anderen Hilfsorganisationen berichteten, dass zeitweise bis zu 3000 Menschen vor den Ausschreitungen geflüchtet seien. Sie riefen dringend zu Spenden zugunsten der Vertriebenen auf. «Es ist eine Krise», sagte der Landesvorsitzende von Ärzte ohne Grenzen (MSF), Eric Goemaere. Zahlreiche Patienten mit Schussverletzungen würden von der Organisation behandelt. Von Gewalt gegen Ausländer seien auch weitere Viertel betroffen. Ambulanzen würden nahezu pausenlos Verletzte in die Krankenhäuser transportieren. Im Township Diepsloot, wo die Polizei mit Hundertschaften, Helikoptern und gepanzerten Fahrzeugen im Einsatz ist, sei die Lage «unkontrollierbar und weiter sehr angespannt». Auch in Kapstadts Armenviertel Philippi seien Simbabwer bereits zum Verlassen ihrer Häuser aufgefordert worden. (AP)