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Ausschreitungen gegen Ausländer: 

Zwölf Tote bei Krawallen in Südafrika

19. Mai 2008 11:13
Die Polizei stellt zwei mutmaßliche Mörder in Johannesburg.
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Die ausländerfeindlichen Unruhen in Johannesburg sind am Wochenende erneut eskaliert. Zwölf Menschen wurden brutal ermordert, tausende suchten Schutz bei der Polizei. Doch die bekommt die Lage nicht in den Griff.

Bei Ausschreitungen sind am Wochenende in Südafrika mindestens zwölf Menschen getötet worden. In armen Vororten von Johannesburg wurden mehr als 50 Menschen zum Teil schwer verletzt. Hunderte suchten vor dem wütenden Mob Schutz in Polizeirevieren, wie Polizeisprecher Govindsamy Mariemuthoo am Sonntag in der südafrikanischen Handelsmetropole erklärte. Zahlreiche Geschäfte und Wohnhäuser wurden geplündert und in Brand gesetzt.

Die Unruhen begannen kurz nach Mitternacht in der Elendssiedlung Cleveland in der Nähe des Stadtzentrums. Zwei Menschen seien verbrannt, drei weitere erschlagen und zwei erschossen worden, erklärte die Polizei. Mehr als 50 weitere wurden mit Schuss- und Stichwunden in Krankenhäuser gebracht. Ziel der Angriffe waren Ausländer, mehrheitlich Simbabwer. Die aufgebrachte Menge warf ihnen vor, den Südafrikanern Arbeit und Wohnraum streitig zu machen. Die Polizei setzte Tränengas ein, hatte aber offenbar Schwierigkeiten, die Lage unter Kontrolle zu bringen.

Mbeki und Zuma verurteilen Ausschreitungen

Präsident Thabo Mbeki ordnete eine Untersuchung der Vorfälle an. Der Vorsitzende der Regierungspartei ANC und wahrscheinliche Nachfolger Mbekis, Jacob Zuma, verurteilte die Ausschreitungen: «Wir können nicht erlauben, dass Südafrika für Fremdenfeindlichkeit berühmt wird.» Die Regierung bemüht sich im Hinblick auf die Fußballweltmeisterschaft 2010, das Image des Landes zu verbessern. Derzeit gilt Südafrika mit täglich etwa 50 Morden als eines der am meisten von Gewaltkriminalität heimgesuchten Länder der Welt.

Die Serie der Gewalt gegen Ausländer begann bereits in der vergangenen Woche im Township Alexandra und hat sich seitdem ausgebreitet. Aus Angst um ihr Leben halten sich dort rund 1000 Menschen seit Tagen im Schutz einer Polizeistation auf. Der am Samstag bei Protestmärschen der Gewerkschaft angeprangerte Fremdenhass hat trotz ähnlicher Zwischenfälle in der Vergangenheit Südafrikas Öffentlichkeit überrascht und scharfe Verurteilungen ausgelöst.

Unkontrollierbare Krise

In Johannesburg leben hunderttausende Zuwanderer, viele von ihnen illegal. Vertreter des Roten Kreuzes und anderen Hilfsorganisationen berichteten, dass zeitweise bis zu 3000 Menschen vor den Ausschreitungen geflüchtet seien. Sie riefen dringend zu Spenden zugunsten der Vertriebenen auf. «Es ist eine Krise», sagte der Landesvorsitzende von Ärzte ohne Grenzen (MSF), Eric Goemaere. Zahlreiche Patienten mit Schussverletzungen würden von der Organisation behandelt.

Von Gewalt gegen Ausländer seien auch weitere Viertel betroffen. Ambulanzen würden nahezu pausenlos Verletzte in die Krankenhäuser transportieren. Im Township Diepsloot, wo die Polizei mit Hundertschaften, Helikoptern und gepanzerten Fahrzeugen im Einsatz ist, sei die Lage «unkontrollierbar und weiter sehr angespannt». Auch in Kapstadts Armenviertel Philippi seien Simbabwer bereits zum Verlassen ihrer Häuser aufgefordert worden. (AP)

 
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