16. Mai 2008 11:31
Derzeit wird wieder schwerer Regen in Birma erwartet. Zwei Wochen nach der Zyklon-Katastrophe können immer noch viele Opfer nicht versorgt werden, da die Regierung ausländische Hilfstruppen nicht ins Land lässt.
UN-Generalsekretär Ban Ki Moon will den Koordinator der Vereinten Nationen für humanitäre Einsätze, John Holmes, zur Erkundung der Lage nach dem Zyklon «Nargis» nach Birma entsenden. Holmes habe am Mittwoch ein Visum beantragt und warte nun auf die Erteilung der Einreisegenehmigung, sagte UN-Sprecherin Michele Montas am Donnerstag in New York. Die Vereinten Nationen haben die mangelnde Bereitschaft der birmanischen Militärregierung beklagt, zur Versorgung der Opfer der verheerenden Unwetterkatastrophe ausländische Experten ins Land zu lassen.Das Rote Kreuz schätzt die Zahl der Todesopfer in den vom Zyklon betroffenen Regionen in Birma auf 68.000 bis 128.000. Die Militärjunta erhöhte dagegen die offizielle Zahl der Todesopfer am Donnerstag auf 43.318. Weitere 27.900 Menschen würden noch vermisst.
Derweil haben im Katastrophengebiet von Birma Helfer am Freitag mit Hochdruck daran gearbeitet, die Zyklon-Opfer vor den erwarteten heftigen Regenfällen in Sicherheit zu bringen. Hunderttausende sitzen Einschätzungen der Hilfsorganisationen noch im Freien. In abgelegenen Dörfern war auch zwei Wochen nach der verheerenden Katastrophe noch keine Hilfe angekommen.
Nach Informationen des Online-Magazins «Irrawaddy News» haben die Behörden in Rangun inzwischen begonnen, Überlebende, die Zuflucht in Klöstern und Schulen gefunden hatte, nach Hause zu schicken. «Wo sollen sie hin?» fragte ein Einwohner Ranguns fassungslos. «Ihre Häuser sind zerstört.» Die Opfer seien in staatliche Flüchtlingslager dirigiert worden, doch reichen die Zelte nach Informationen des Magazins bei weitem nicht. In der zerstörten Hafenstadt LaButta sollen 10 000 Leute in ein Fußballstadion umziehen, berichtete die Zeitschrift. Dort stünden aber nur 60 Zelte für 1000 Menschen. Die birmanischen Behörden haben nach dem Besuch des thailändischen Regierungschefs Visa für 30 thailändische Ärzte und Krankenschwestern in Aussicht gestellt. Die Teams sollten am Samstag eintreffen, berichteten Medien in Bangkok. Auch eine Gruppe von Katastrophenexperten aus den Staaten der südostasiatischen Staatengemeinschaft ASEAN hatte grünes Licht für einen Einsatz bekommen. Ob sie allerdings in das bislang für alle Ausländer gesperrte Katastrophengebiet reisen können, blieb unklar. ASEAN, dessen Mitglied Birma ist, hatte eine «Koalition der Barmherzigkeit» angekündigt. Unklar ist weiter, wann wie viele Helfer einreisen dürfen. Die ASEAN-Außenminister treffen sich am Montag in Singapur. (AP, dpa)