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Gewalt gegen Ausländer in Townships: 

Unruhen in Südafrika eskalieren

15. Mai 2008 11:08
Aus Angst haben viele Ausländer lieber draußen geschlafen
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Seit Tagen kommt es rund um Johannesburg immer wieder zu Plünderungen und Straßenkämpfen. Die Polizei ist überfordert und wurde bereits mit scharfer Munition beschossen.

In einem Armenviertel der südafrikanischen Millionenmetropole Johannesburg ist es in der dritten Nacht in Folge zu ausländerfeindlichen Unruhen gekommen. Als südafrikanische Bewohner des Townships Alexandra die Häuser ihrer vor allem aus Simbabwe und Mosambik stammenden Nachbarn angriffen, kam es zu Zusammenstößen mit der Polizei, berichtete der Rundfunk am Mittwoch. Bei den Krawallen wurden deb Berichten zufolge bislang mindestens drei Menschen getötet und weitere 60 verletzt.

Rund 1000 Ausländer übernachteten aus Angst um ihr Leben in einer Polizeistation. Vertreter von Regierung, Menschenrechtsorganisationen, Parteien und Kirchen hatten die Übergriffe aufs Schärfste verurteilt. Angesichts der andauernden Ausschreitungen forderte die Opposition die Entsendung des Militärs. Bei den neuen Krawallen im Diepsloot-Township wurde die Polizei zudem mit scharfer Munition beschossen. Mehrere Läden seien geplündert und Barrikaden errichtet worden. Die Beamten hatten zuvor im Armenviertel Alexandra eine wütende Menschenmenge gewaltsam auseinandertrieben.

Polizei hat die Situation nich tunter Kontrolle

«Die Armee sollte in einem zivilen Kontext nur bei einem schweren Notfall eingesetzt werden, aber ich denke, dass wir diese Phase erreicht haben», erklärte der Abgeordnete John Moodey von der Demokratischen Allianz. Die Polizei habe die Situation nicht unter Kontrolle und riskiere, mit scharfer Munition beschossen zu werden. Auch die an der Regierung beteiligten Kommunisten warnten vor weiteren fremdenfeindlichen Gewaltausbrüchen im Lande.

Die südafrikanischen Bewohner Alexandras hatten am Sonntagabend begonnen, Häuser der zumeist illegal eingewanderten Nachbarn anzugreifen und zu plündern. Frauen berichteten über Vergewaltigungen. Polizisten wurden mit Steinen attackiert, Barrikaden aus brennenden Autoreifen errichtet. Die Polizei setzte Gummigeschosse ein. Den Ausländern wird vorgeworfen, kriminell zu sein und Südafrikanern Arbeitsplätze streitig zu machen.

Regierungsmitglieder und Hilfsorganisationen verurteilten die Angriffe. Während die Regierung die Möglichkeit verschwörerischer Scharfmacher hinter der Gewalt nicht ausschloss, hielten ihr vor allem Menschenrechtsorganisationen eine verfehlte Ausländerpolitik vor. Sie habe tatenlos zugeschaut, wie bis zu fünf Millionen Afrikaner ins Land geströmt seien - fast so viele, wie es noch Weiße in dem Kap-Staat gibt. (dpa)


 
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