«Die Armee sollte in einem zivilen Kontext nur bei einem schweren Notfall eingesetzt werden, aber ich denke, dass wir diese Phase erreicht haben», erklärte der Abgeordnete John Moodey von der Demokratischen Allianz. Die Polizei habe die Situation nicht unter Kontrolle und riskiere, mit scharfer Munition beschossen zu werden. Auch die an der Regierung beteiligten Kommunisten warnten vor weiteren fremdenfeindlichen Gewaltausbrüchen im Lande. Die südafrikanischen Bewohner Alexandras hatten am Sonntagabend begonnen, Häuser der zumeist illegal eingewanderten Nachbarn anzugreifen und zu plündern. Frauen berichteten über Vergewaltigungen. Polizisten wurden mit Steinen attackiert, Barrikaden aus brennenden Autoreifen errichtet. Die Polizei setzte Gummigeschosse ein. Den Ausländern wird vorgeworfen, kriminell zu sein und Südafrikanern Arbeitsplätze streitig zu machen.
Regierungsmitglieder und Hilfsorganisationen verurteilten die Angriffe. Während die Regierung die Möglichkeit verschwörerischer Scharfmacher hinter der Gewalt nicht ausschloss, hielten ihr vor allem Menschenrechtsorganisationen eine verfehlte Ausländerpolitik vor. Sie habe tatenlos zugeschaut, wie bis zu fünf Millionen Afrikaner ins Land geströmt seien - fast so viele, wie es noch Weiße in dem Kap-Staat gibt. (dpa)