Nahost-Reise des US-Präsidenten:
Bush sieht Israel als Bollwerk gegen den Terror
14. Mai 2008 17:11
 |  Ehepaar Bush besucht Israel zum Jahrestag der Staatsgründung | Foto: AP |
|
Der US-Präsident nimmt an den Feierlichkeiten zum 60. Jahrestag der Staatsgründung Israels teil und unterstreicht die Hoffnung auf demokratischen Wandel in der Region. Zugleich lobt er die Bemühungen des Landes im Kampf gegen den Terror.
Die Entwicklung Israels in den vergangenen 60 Jahren seit der Gründung des Staates ist nach den Worten von US-Präsident George W. Bush ein Grund zur Hoffnung auf einen demokratischen Wandel in der ganzen Region. «Was hier geschehen ist, ist überall möglich», erklärte Bush am Mittwoch zum Auftakt einer dreitägigen Nahostreise, bei der sich auch persönlich um ein Friedensabkommen zwischen Israel und den Palästinensern bemühen wollte.
Bush hob mehrmals die Besonderheit der Beziehungen zwischen beiden Ländern hervor. «Wir betrachten das Heilige Land als einen ganz besonderen Ort, und wir betrachten das israelische Volk als unseren engen Freund», sagte Bush. Ziel der US-Politik sei es, ihren «stärksten Verbündeten und Freund im Nahen Osten» zu unterstützen und gleichzeitig über eine «hoffnungsvolle Zukunft zu sprechen».
Hoffnung für den Nahen Osten
Nach der Ankunft auf dem Flughafen von Tel Aviv flog er mit dem Hubschrauber nach Jerusalem, zu den Feierlichkeiten zum 60. Jahrestag der israelischen Staatsgründung. «Unsere beiden Länder standen vor großen Herausforderungen, als sie gegründet wurden», sagte Bush noch auf dem Flughafen. «Und unsere beiden Länder haben sich auf die gleichen Prinzipien verlassen, um erfolgreich zu sein. Wir haben starke Demokratien aufgebaut, um die Freiheit zu schützen, die uns Gott gegeben hat. Und wir haben eine dauerhafte Allianz aufgebaut, um Terroristen und Tyrannen zu begegnen.»Bush betonte, niemand von denen, die Israel vor 60 Jahren gründeten, hätte sich wohl vorstellen können, dass daraus einmal ein so wohlhabender und blühender Staat werden könnte. Und genau dies sei der Grund, warum es Hoffnung für den ganzen Nahen Osten gebe. Bush wollte im Rahmen seiner Reise Ministerpräsident Ehud Olmert und den palästinensischen Präsidenten Mahmud Abbas in Gesprächen dazu bringen, noch in seiner Amtszeit bis Ende des Jahres den Durchbruch zum Frieden zu schaffen. Dass dies nicht einfach wird, zeigte sich noch vor seiner Ankunft am Mittwoch, als neue Pläne für einen Siedlungsbau Israels im Westjordanland bekannt wurden. Dabei dringen auch die USA darauf, dass Israel den Ausbau der Siedlungen stoppt.
Angriffe auf Gaza
Vor knapp sechs Monaten brachte Bush den Friedensprozess mit einer Konferenz in Annapolis im US-Staat Maryland wieder in Gang. Die seither andauernden Verhandlungen zwischen Israel und den Palästinensern im Westjordanland haben jedoch noch kaum greifbare Ergebnisse hervorgebracht. Dies könnte auch ein Grund sein, warum die Popularität der palästinensischen Regierung von Abbas weiter sinkt. Würde er bei einer Präsidentenwahl gegen den Regierungschef Ismail Hanija antreten, dann bekäme er nur 32 Prozent, Hanija 34 Prozent. Auch seine Fatah verliert im Westjordanland an Zustimmung. Sie verlor seit Januar sechs Prozent und kommt nur noch auf 47 Prozent. Populärster palästinensischer Politiker ist der von Israel inhaftierte Marwan Barghuti, dem eine Verwicklung in mehrere Angriffe auf Israelis vorgeworfen wird. Bei israelischen Angriffen im Gazastreifen wurden am Mittwochmorgen nach palästinensischen Angaben zwei Zivilisten und drei Angehörige militanter Gruppen getötet. Ein israelischer Luftangriff galt einer Gruppe, die Raketen auf Israel abfeuern. Israelische Panzer schossen später auf palästinensische Kämpfer, die an der Grenze israelische Soldaten beschossen hatten. Dabei wurden zwei Zivilisten und Kämpfer getötet. (AP)