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Merkel zu Gast in Peru: 

Umweltthemen dominieren Lateinamerika-Gipfel

14. Mai 2008 22:21
Besonders in den Anden wächst die Armut.
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Mit dem EU-Lateinamerika-Gipfel bildet Peru den Höhepunkt von Merkels Reise durch Südamerika. Schwerpunktthemen sind auch hier Umwelt und die dringend nötige Armutsbekämpfung. Die Polizei befürchtet Chaos in den Straßen.

In der peruanischen Hauptstadt Lima nimmt die Bundeskanzlerin diesen Donnerstag und Freitag am EU-Lateinamerika-Gipfel teil. Schwerpunkte des Gipfels sind die Themen Energie, Umwelt, Klimawandel und Armutsbekämpfung.

Somit bleibt nicht viel Zeit für gesonderte Gespräche mit Perus umstrittenem Staatsoberhaupt Alan García Pérez. 2006 wurde mit ihm ein Präsident wieder gewählt, der das Land vor 16 Jahren ins politische und wirtschaftliche Chaos geführt hatte. Mit seiner Partei Apra hat Pérez keine eigene Mehrheit im Kongress, ist also auf politische Unterstützung aus den anderen Lagern angewiesen. Nach Angaben des Deutschen Entwicklungsdienstes (DED) nutzt er deshalb für politische Vorhaben die Stimmen von Fujimori-Anhängern. Der Ex-Diktator sitzt im Auslieferungsarrest von Chile fest.

Die bilateralen politischen Beziehungen zwischen Bundesregierung und der Republik Peru sind nach Angaben des Auswärtigen Amtes freundschaftlich. Deutschland unterstützt die demokratische Stabilisierung Perus, die auf Wahrung der Menschenrechte, Stärkung rechtsstaatlicher Verhältnisse, Dezentralisierung und Beteiligung der Zivilgesellschaft gerichtet ist.

Spargel und Kaffee aus den Anden

Als Abnehmer peruanischer Rohstoffe und landwirtschaftlicher Produkte ist Deutschland ein wichtiger Handelspartner Perus. Als wichtigste Importgüter gelten Fischmehl, Spargel, Kaffee und Erze. Deutsche Hauptexportgüter sind elektrotechnische Erzeugnisse, Fahrzeuge und Maschinen aller Art. Das deutsch-peruanische Handelsvolumen stieg 2006 gegenüber dem Vorjahr um 36 Prozent an und erreichte damit erstmals die Schwelle von einer Milliarde Euro. Die Handelsbilanz weist einen Überschuss zugunsten Perus aus.

Trotzdem gibt es auch hier starke Armuts- und somit auch Gesundheitsprobleme: Nach Angaben von Amnesty International stirbt in Peru alle acht Stunden eine Frau wegen Komplikationen bei der Geburt. 45 Prozent aller Todesfälle im Land beträfen Kinder unter fünf Jahren. Damit zählt Peru zu den Ländern mit der höchsten Kinder- und Müttersterblichkeit in Lateinamerika.

Keine Medizin für Arme

Initiativen der peruanischen Regierung, allen Bürgern eine kostenlose grundlegende medizinische Versorgung zu ermöglichen, würden die arme Bevölkerungsschicht nicht erreichen, berichtet die Menschenrechtsorganisation. Besonders für indigene Kinder und Frauen, die auf dem Land leben, sei die medizinische Versorgung katastrophal. Das belegen auch offizielle Statistiken: Im Jahr 2000 starben in Huencavelica, einem der ärmsten Departements des Landes, 71 von 1000 Neugeborenen während der Geburt. In der Hauptstadt Lima waren es dagegen nur 17.

Merkels Reiseroute
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Insgesamt hat Peru von der Bundesregierung bisher rund zwei Milliarden Euro erhalten. Schwerpunkte der deutschen Entwicklungshilfe sind die Trinkwasserversorgung, Abwasserentsorgung, sowie der nachhaltige Schutz natürlicher Ressourcen. In Peru hänge die gesamte Wasserversorgung an einem Gletschergebiet, das durch den Klimawandel in den kommenden 20 Jahren verschwinden werde, sagte Frank-Walter Steinmeier letzten Freitag während der Lateinamerika-Debatte im Bundestag. Gleichzeitig steige der Wasserbedarf extrem an.

Einsatz für die Wasserversorgung

«Das zeigt: Nicht nur wir sind daran interessiert, unsere den Umweltbereich betreffenden Technologien zu exportieren. Es gibt auch in dieser Region ein extrem hohes Interesse, daran zu partizipieren», so der Außenminister. «Wir sollten zum Teilen von Wissen bereit sein und Unterstützung für entsprechende Kooperationen anbieten.»

Wegen des EU-Gipfeltreffens erklärten die peruanischen Behörden den kommenden Donnerstag und Freitag kurzfristig zu Feiertagen. Zugleich rief Tourismusministerin Mercedes Araoz die Bewohner der Hauptstadt auf, das lange Wochenende zum Verreisen zu nutzen.

Angesichts des drohenden Verkehrschaos wäre es den Behörden am liebsten, wenn möglichst viele der acht Millionen Bürger die Stadt während des Gipfels verlassen würden. Schuld an dem Chaos sind Beobachtern zufolge vor allem unvollendete Straßenprojekte. Außerdem sollen die 50.000 eingesetzten Polizisten aus Sicherheitsgründen ganze Straßenzüge absperren.

 
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