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Hilfe für Zykon-Opfer: 

UN starten neue Hilfsflüge nach Birma

09. Mai 21:20, ergänzt 21:32
Die Überlebenden haben alles verloren
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Ob die Junta die dringend benötigte, ausländische Hilfe endlich ins Land läßt, ist weiterhin unklar. Zumindest das Welternährungsprogramm will es erneut versuchen. Frankreich möchte ein Marineschiff mit Hilfsgütern losschicken.

Im Konflikt um die Katastrophenhilfe für Birma will das Welternährungsprogramm (WFP) seine Hilfsflüge wieder aufnehmen. Zwei Frachtflugzeuge mit Hilfsgütern sollten am morgigen Samstag nach Birma fliegen, sagte WFP-Sprecherin Nancy Roman. Außerdem werde weiter über die Freigabe von Hilfsgütern verhandelt, die am Freitag von der Militärjunta beschlagnahmt worden seien.

Durch die unnachgiebige Haltung der Militärjunta wird die Not der Zyklon-Opfer in Birma immer größer. Die Machthaber weigerten sich am Freitag weiterhin, ausländische Helfer ins Land zu lassen. Einzig dürften Hilfsgüter am Flughafen in der Metropole Rangun abgeliefert werden, hieß es aus dem Außenministerium. Nach Angaben des nationalen Sicherheitsrates der USA soll am Montag aber ein US-Militärflugzeug mit Hilfsgütern in Birma landen dürfen. «Wir hoffen, dass dies der Beginn einer umfassenden amerikanischen Hilfe für die Menschen in Birma sein wird», sagte Sprecher Gordon Johndroe.

Auf die reine Ablieferung von Hilfsgütern wollen sich viele Organisationen aber nicht einlassen. «Wir bestehen darauf, dass wir unser Material immer nur in Hände von Rot-Kreuz-Helfern geben», sagte eine Sprecherin des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) in Berlin. «Wir wollen garantieren, dass die Hilfsgüter an die Bedürftigen verteilt werden.»

Bis zu 100.000 Opfer erwartet

Die Vereinten Nationen rechnen mit einem massiven Anstieg der Opferzahlen. UN-Nothilfekoordinator John Holmes sagte am Freitag in New York, die Zahl der Toten könne auf «63.000 bis 100.000 oder sogar noch höher» steigen. Die Zahlen beruhen seinen Angaben zufolge auf Einschätzungen von 18 Hilfsorganisationen in 55 Städten. Die UN riefen die Weltgemeinschaft zu einer Nothilfe von 120 Millionen Euro auf. Mit dem Geld sollen 1,5 Millionen Menschen in dem Katastrophengebiet sechs Monate lang mit dem Allernötigsten versorgt werden.

Daran mangelt es nach wie vor. Die ablehnende Haltung der regierenden Militärs in Birma hat schlimme Konsequenzen für die Zyklon-Opfer: Die Hilfsgüter erreichen nicht oder nur eingeschränkt ihr Ziel in dem Katastrophengebiet. Mitarbeiter der Hilfsorganisationen können sich nicht um die sachgemäße Verteilung der Lieferungen kümmern. Die Seuchengefahr durch Leichen und verunreinigtes Wasser steigt unaufhörlich.

Das UN-Welternährungsprogramm will seine Birma-Hilfe am Samstag wieder aufnehmen, nachdem sie am Vortag kurzzeitig ausgesetzt worden war. Grund dafür sei die Beschlagnahmung von 38 Tonnen Hilfsgütern durch die birmanische Regierung gewesen, teilte die Organisation am Freitagabend in Rom mit. Bei Gesprächen mit der birmanischen Militärjunta wolle sie nach Lösungen suchen.

Frankreich will ein Marineschiff mit 1.500 Tonnen Hilfsgütern nach Birma schicken, sobald die Regierung des vom Wirbelsturm verwüsteten Landes dafür grünes Licht gibt. Das Schiff «Le Mistral» könne am Mittwoch aufbrechen, teilte Außenminister Bernard Kouchner mit. Ein Frachtflugzeug mit Hilfsgütern werde ebenfalls bereit gemacht.

UN-Koordinator «extrem frustriert»

Die Organisation Ärzte ohne Grenzen erhielt unterdessen von der Regierung in Birma die Erlaubnis, ein Team zur Koordinierung der Hilfseinsätze in der besonders schwer betroffenen Region Irrawaddy zu entsenden. Ein Flugzeug mit Ärzten und Medikamenten werde am Samstag nach Rangun aufbrechen, teilte die Organisation in Paris mit.

Der in Norwegen ansässige Sender Demokratische Stimme Birmas veröffentlichte am Freitag Bilder des Elends im Irrawaddy-Delta. Auf eine Straße hatte jemand geschrieben «Bitte kommt und helft uns», wie auf dem Video zu sehen war. Wenige Meter weiter stand «Wir haben Hunger». (nz/AP/dpa)

 
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