Chronologie der Kriege: 

netzeitung.deLeiden und Kämpfen-die Geschichte des Libanon

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Beirut wurde immer wieder stark zerstört (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Beirut wurde immer wieder stark zerstört
Foto: dpa
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Bis in die 1950er Jahre galt der 1943 von Frankreich in die Unabhängigkeit entlassene Libanon als «Schweiz des Nahen Ostens». Die Wirtschaft blühte, die religiösen Gruppen lebten in Frieden miteinader. Danach prägten Turbulenzen und Gewalt die Geschichte des Landes.

1958
Erster Bürgerkrieg nach Spannungen zwischen Muslimen und Christen. Auf Ersuchen von Staatspräsident Camille Chamoun entsandte US-Marineinfanteristen sorgen eine Zeit lang für relative Ruhe.

1968

Ein Jahr nach dem arabisch-israelischen Sechs-Tage-Krieg greifen Palästinenser vom Südlibanon aus immer wieder Israel an. 1969 Kairoer Abkommen zwischen Libanon und Palästinenserführer Jassir Arafat zur Eindämmung der Guerilla-Aktivitäten.

1975-1990

Bürgerkrieg zwischen christlichen Milizen und muslimischen Verbänden. Bilanz: Schwere Verwüstungen, insgesamt 150 000 Tote. Einige der Milizen wechseln im Verlauf des Krieges die Fronten. 1976 greift die syrische Armee ein, 1978 besetzt Israel den Süden (bis 2000).

1982
Israelische Militäraktion «Frieden für Galiläa» zur Zerschlagung der PLO von Arafat. Israel duldet Massaker christlicher Milizen in den Palästinenserlagern Sabra und Schatila in Beirut.

1991
Freundschafts- und Sicherheitsabkommen mit Syrien, die Syrien bis 2005 maßgeblichen Einfluss sichern.
Aufteilung der Macht zwischen Christen und Muslimen. Unter Ministerpräsident Rafik Hariri (bis 2004) wirtschaftlicher Aufschwung.

1993 und 1996
Israel beantwortet Raketenbeschuss jüdischer Siedlungen mit massiven Angriffen auf Stützpunkte der schiitischen Hisbollah im Südlibanon. 2000 Abzug der israelischen Armee aus dem Südlibanon.

2005

Nach Ermordung von Ex-Ministerpräsident Rafik Hariri im Februar massive Proteste gegen die syrische Präsenz («Zedernrevolution»). Syrische Armee zieht ab. Neue Attentatswelle: Zu den vielen weiteren anti-syrischen Mordopfern zählt Industrieminister Pierre Gemayel (2006).

2006
Im Juli/August Krieg zwischen Israel und der Hisbollah mit schweren Zerstörungen und mehr als 1000 Toten. Danach sichert eine UN-Friedenstruppe die südliche Grenze des Libanons.

2006
Rücktritt von sechs pro-syrischen Ministern im November. Danach Demonstrationen der Opposition und anhaltende Regierungskrise.

2007
Im November Amtsende des pro-syrischen Staatspräsidenten Émile Lahoud. An der politischen Pattsituation scheitert bislang die Wahl eines Nachfolgers. (dpa)