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Zyklon-Katastrophe: 

Uno richtet Luftbrücke nach Birma ein

07. Mai 2008 18:15, ergänzt 18:48
In Brindisi werden die Hilfsgüter bereits verladen
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Für Entwicklungsministerin Wieczorek-Zeul hat sich in dem südasiatischen Land «die schlimmste Katastrophe seit dem Tsunami» abgespielt. Nun begreift offenbar auch die Militärjunta, dass internationale Hilfe dringend nötig ist.

Die Generäle in Birma sind anscheinend zur Besinnung gekommen: Laut Angaben der UN hat die Regierung in Rangung nach langwierigen Verhandlungen eine Luftbrücke vom italienischen Brindisi in die Katastrophengebiete genehmigt. Ein erstes Flugzeug soll am Mittwoch starten.

Nur wenige Stunden zuvor hatte die Bundesregierung an die Regierung in Birma appelliert, internationalen Hilfsorganisationen besseren Zugang zu den von der Wirbelsturmkatastrophe betroffenen Gebieten zu ermöglichen. Zugleich hat das Auswärtige Amt mitgeteilt, seine Soforthilfe auf eine Million Euro aufzustocken. Es werde auch «nachsteuern, wenn Bedarf und Absorptionsfähigkeit gegeben» seien, sagte ein Sprecher am Mittwoch.

Frankreich denkt an UN-Sicherheitsrat

«Das ist die schlimmste Katastrophe seit dem Tsunami», sagte Entwicklungshilfeministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul (SPD). «Unser Appell ist: Öffnet das Land für die Helfer, damit die Menschen eine Zukunft haben.» Es gehe auch darum, den Ausbruch von Epidemien und damit die «Katastrophe in der Katastrophe» zu verhindern. Auch Regierungssprecher Ulrich Wilhelm sagte, die Bundesregierung sei in großer Sorge.

Frankreich erwägt sogar, den UN-Sicherheitsrat einzuschalten. Es müsse geprüft werden, ob «die Regierung gezwungen werden» könne, «die unerlässliche Hilfe ins Land zu lassen», sagte Außenminister Bernard Kouchner am Mittwoch in Paris, wo er sich mit Wieczorek-Zeul getroffen hatte.

Landeerlaubnis für Luftbrücke notwendig

Nach Angaben beider Minister haben mittlerweile zwei Flugzeuge der Vereinten Nationen die Erlaubnis erhalten, in der schwer beschädigten Hafenstadt Rangun zu landen. «Das ist noch nicht die Luftbrücke, die wir brauchen, aber ein erster Anfang», sagte Kouchner. Allerdings stünden Hubschrauber auf britischen, indischen und französischen Schiffen «nur eine halbe Stunde vom Ort des Desasters» entfernt bereit, die noch keine Landeerlaubnis hätten. «Das ist wirklich schade.»

Auch der Präsident des Europaparlaments, Hans-Gert Pöttering (CDU), hat das Verhalten der Regierung Birmas kritisiert. «Der Militärjunta ist es offensichtlich nicht gelungen, ordnungsgemäß mit der Situation umzugehen», sagte Pöttering am Mittwoch in Brüssel. «Weder waren präventive Maßnahmen gewährleistet noch wurde der Bevölkerung rechtzeitig hinreichend Unterstützung bereitgestellt.»

Oppositionsführerin immer noch unter Hausarrest

Es sei positiv, dass die Behörden internationale Unterstützung wollten. «Wir erwarten von der Regierung, dass sie die Durchführung internationaler Hilfsmaßnahmen erleichtert», sagte Pöttering. Die Verlegung des Verfassungsreferendums auf den 24. Mai

sollte über die Metropole Rangun und das Irrawaddy-Flussdelta hinaus aufs ganze Land ausgedehnt werden. Durch eine «Konzentration auf humanitäre Sofortmaßnahmen» müsse «die Sorge der Regierung für ihre eigene Bevölkerung deutlich werden». Pöttering forderte erneut die Freilassung der Oppositionsführerin Aung San Suu Kyi aus dem Hausarrest.

Die Militärregierung des bitterarmen südostasiatischen Landes gibt die Opferzahlen nach wie vor mit 22 000 Toten und 41 000 Vermissten an. Die Vereinten Nationen schätzen, dass 24 Millionen Menschen betroffen sind. (nz/dpa/AP)


 
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