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Polizei-Einsatzleiter in Hamburg: 

«Nackte Gewalt ging von den Rechten aus»

02. Mai 2008 15:02
Rechtsextreme Demonstranten in Hamburg
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Aggressionen, wüste Schlägereien und Polizeibeamte, die die Linken vor der Gewalt der Nationalisten schützten – so sieht Hamburgs Einsatzleiter den 1. Mai. Berlins Innensenator befürchtet sogar eine Fortsetzung der Krawalle.

Die Gewalt bei den Mai-Krawallen in Hamburg ist nach Einschätzung der Polizei von den rechtsextremistischen Demonstranten ausgegangen: «Die Aggression und nackte Gewalt ging von den Rechten aus», sagte Polizei-Einsatzleiter Peter Born am Freitag in Hamburg.

Es hätten sich unter den rechten Demonstranten so genannte Autonome Nationalisten befunden: «Diese sind offenkundig auf Stichwort auf die Linken eingestürmt. Es kam zu wüsten Schlägereien.» Die Einsatzkräfte hätten Schlimmeres verhindert: «Die Polizei musste sich dazwischen schmeißen, sonst hätte es sicher Tote gegeben», sagte Born. «Das ist meine feste Überzeugung.» Er bezog sich dabei auf eine Schlägerei zwischen mehr als 100 «autonomen Nationalisten» und einer etwa gleich großen Gruppe linker Gegendemonstranten zum Beginn der stundenlangen Ausschreitungen.

«Wir hatten es mit einer sehr jugendlichen Klientel zu tun», sagte Polizeipräsident Werner Jantosch bei einer Bilanz des Einsatzes vom Donnerstag. «Die haben es wohl besonders spannend gefunden, sich mit der Polizei eine Schlacht zu liefern», erklärte er.

«Der Spuk ist noch nicht vorbei»

Das Auftreten eines sogenannten autonomen nationalistischen Blocks kenne er bislang nur aus den neuen Bundesländern. Von den rund 1500 Rechtsextremisten, die sich im Stadtteil Barmbek versammelt hatten,

rechnete er rund 200 diesem Block zu. Nach Angaben von Jantosch stammten von den 59 Festgenommenen lediglich 15 aus Hamburg. Die meisten seien sehr jung gewesen.

In Berlin hat die Polizei nach Gewaltausbrüchen am 1. Mai 138 Randalierer festgenommen. 92 von ihnen sollten einem Haftrichter vorgeführt werden, teilten Polizeipräsident Dieter Glietsch und Innensenator Ehrhart Körting (SPD) mit. Sie zogen eine positive Bilanz. 90 Polizisten wurden verletzt. Im Vorjahr seien es noch 115 gewesen. Der Trend der vergangenen Jahre - weg von Straßenschlachten hin zu einem friedlichen 1. Mai - habe sich fortgesetzt, betonte Körting. Gleichzeitig sagte er: «Der Spuk ist noch nicht vorbei.

Beckstein fordert schärfere Vorkehrungen

Als Reaktion auf die Vorkommnisse hat der bayerische Ministerpräsident, Günther Beckstein (CSU), schärfere Vorkehrungen gegen die alljährlichen Krawalle gefordert. Wie bei Fußball-Hooligans müssten bekannte Gewalttäter mit Meldeauflagen an der Reise nach Berlin oder Hamburg gehindert werden. Notfalls könne auch Unterbindungsgewahrsam verhängt werden, sagte Beckstein am Freitag in München.

Bei der Neuregelung des Versammlungsrechts sollten die Länder die Möglichkeiten zum Verbot gewalttätiger Veranstaltungen nutzen. «Dass Jahr für Jahr am gleichen Tag vermummte kriminelle Gewalttäter in Berlin-Kreuzberg und anderswo Polizeibeamte zusammenschlagen, Autos abfackeln und Fensterscheiben einwerfen, dürfen wir in einer zivilisierten Gesellschaft nicht einfach als gegeben hinnehmen», sagte der CSU-Politiker. (AP/dpa)
 
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