netzeitung.deBekehren oder töten

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Ein christlich motiviertes Ballerspiel erregt die Gemüter in den USA. Gegner kritisieren, dass das Spiel Intoleranz und Gewalt fördern würde.

Das Computerspiel «Left Behind: Eternal Forces» spaltet derzeit das christliche Amerika. Ziel des Spieles ist es, die Welt davor zu bewahren, in die Hände des Teufels zu fallen. Dafür müssen die Spieler Nicht-Christen entweder bekehren oder töten.

Gegner wie die «Campaign to Defend the Constitution» (Defcon), aber auch viele gemäßigte Christen werfen den Entwicklern vor, mit dem Spiel Intoleranz gegenüber Andersdenkenden oder Andersgläubigen zu propagieren. Defcon hat die Supermarktkette Wal-Mart deshalb aufgefordert, das Spiel aus dem Sortiment zu entfernen. Die Warenhauskette hat das aber abgelehnt.

«Das Spiel basiert auf einer extremen Ideologie und wirbt dafür, jene, die nicht einer bestimmten Interpretation des Christentums anhängen, darunter Muslime, Katholiken und Juden, zu bekehren oder töten», schreibt Defcon in dem Aufruf an Walmart.

Tatsächlich nimmt das Spiel eine ganze Reihe von Vorurteilen der religiösen Rechten in den USA auf: So ist der Anführer der Bösen der Sohn von zwei Schwulen und von Beruf Generalsekretär der Uno. Einige seiner Untergebenen sind Juden oder Muslime. Schätzungsweise 60 Millionen Amerikaner sind evangelikale, also ultrakonservative Christen.

Jeffrey Frichner, Chef des Herstellers «Left Behind Games», hingegen bezeichnet das Spiel als pazifistisch, weil der Spieler Glaubenspunkte verliere, wenn er einen Gegner eliminiert statt ihn auf den Pfad des Glaubens zu bringen. Nicht sehr überzeugend angesichts der Tatsache, dass sein Punktekonto durch ein kurzes Gebet wieder aufgefüllt wird.

Das Spiel basiert auf der 16-teiligen Romanserie «Left behind» von Tim LaHaye and Jerry B. Jenkins. In den USA sind die Bücher eine Auflage von insgesamt 50 Millionen Exemplaren erschienen. (nz)