netzeitung.deBlairs oberster Spendensammler festgenommen

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Lord Levy (Foto: AP<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Lord Levy
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Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Im Zusammenhang mit der seit Wochen andauernden Parteispendenaffäre in Großbritannien ist ein enger Vertrauter von Premierminister Blair verhaftet worden. Die Opposition fordert eine Vernehmung des Premiers.

Der wichtigste Spendenbeschaffer des britischen Premierministers und Labour-Vorsitzenden Tony Blair ist von Scotland Yard festgenommen worden. Der Millionär Lord Levy wurde am Mittwoch im Zusammenhang mit Ermittlungen zu einem Spendenskandal verhört.

Levy kam noch am selben Tag gegen Kaution auf freien Fuß. In einer Stellungnahme betonte der Blair-Vertraute, er habe sich nichts zu Schulden kommen lassen und stets die Gesetze eingehalten. Die Polizei habe «völlig unnötigerweise» ihre Macht benutzt, ihn festzusetzen, sagte der Blair-Vertraute.

Politiker der Opposition forderten rückhaltlose Aufklärung aller Verdachtsmomente. Dabei geht es vor allem um die Vermutung, dass Blair und andere Mitglieder der Labour-Regierung sich bei großzügigen Parteispendern erkenntlich zeigten, indem sie ihnen zu Ernennungen als Mitglieder des Oberhauses des britischen Parlaments verhalfen.

Vernehmung Blairs gefordert
Der Sprecher der oppositionellen Konservativen Partei, David Davis, erklärte, auch Premierminister Blair müsse von Scotland Yard vernommen werden. Levy, der sein Vermögen unter anderem als Pop- und Rockmusik-Produzent gemacht hatte, gilt als enger persönlicher Vertrauter Blairs.

Ein Sprecher des Premierministers erklärte, die Festnahme Levys sei eine Angelegenheit der Labour-Partei, nicht aber der Regierung. Als Sprecher des Regierungschefs könne er den Vorgang nicht kommentieren. Ein Labour-Sprecher sagte, die Partei werde die Ermittlungen ohne Einschränkungen unterstützen.

Die Ermittlungen von Scotland Yard im «Geld-für-Ehre-Skandal» erstrecken sich auf alle drei großen Parteien Großbritanniens. Dabei ist die seit mehr als neun Jahren regierende Labour-Partei anscheinend am stärksten betroffen. (nz)