Die älteste Sprache der Menschheit
19.10.2001
Herausgeber: netzeitung.de
Auffälligstes Merkmal aller Khoisan-Sprachen sind unterschiedlich gebildete Schnalzlaute oder «Klicks». Sie geben Wörtern und Wortelementen eine verschiedene Bedeutung. Etwa 435.000 Menschen in Südafrika, Namibia, Botswana, Angola und Tansania sprechen heute noch eine der 29 Einzelsprachen und Dialekte, die zur Familie der Khoisan-Sprachen gehören. Deutlich lassen sich zwei Völkergruppen unterschieden, die über Tausende von Kilometern voneinander getrennt leben: einerseits die Buschleute und Hottentotten in Südwestafrika und andererseits die Hadza und Sandawa mit zusammen 70.000 Menschen im ostafrikanischen Tansania.
Knight und Mountain verglichen deshalb die Gene der süd- und ostafrikanischen Khoisan-Sprecher miteinander. Die Mutationen der Mitochondrien-DNA (mtDNA) wie auch einzelner Nukleotide, der so genannten SNPs (sprich «snips», Single Nucleotide Polymorphisms), zeigten tatsächlich eine große genetische Varianz. Daraus schließen die Forscher, dass «die San und die Hadza die Klick-Konsonanten seit dem Ursprung von uns allen beibehalten haben», weil sie genetisch voneinander so weit entfernt sind, «wie zwei Populationen überhaupt sein können.»
Sprache und Kultur seien also stabiler als der physische Bestand einer Bevölkerung. Auch könne eine spätere Verbreitung der Khoisan-Sprache zu genetisch verschiedenen Völkern nicht ausgeschlossen werden. Beispielsweise treten Schnalzlaute bei einigen Bantu-Völkern auf, die in einem langen Kulturkontakt mit Khoisan-Völkern stehen. (nz/jkm)

