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Verdienste um die Wiedervereinigung : 

Ex-Präsident Bush in Berlin geehrt

03. Jul 2008 22:38
Bush nimmt den Preis entgegen
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Deutschland habe seinen Platz in der Welt verdient und sollte nicht auf ewig an der Vergangenheit gemessen werden. Mit diesen Worten hat der ehemalige US-Präsident Bush den Henry A. Kissinger Preis entgegen genommen.


Für seine Verdienste um die deutsche Wiedervereinigung ist der ehemalige US-Präsident George Bush mit dem Henry A. Kissinger Preis ausgezeichnet worden. Am Vorabend der Eröffnung der neuen US-Botschaft in Berlin bekam Bush senior den Preis vom ehemaligen US-Außenminister Henry Kissinger in der American Academy am Wannsee überreicht. Bush bedauerte, dass sein Weggefährte Altbundeskanzler Helmut Kohl nicht an der Zeremonie teilnehmen konnte.

Der frühere US-Außenminister Henry Kissinger sagte in seiner Laudatio am Donnerstagabend, niemand außerhalb Deutschlands habe das Land in der kritischen Phase während des Mauerfalls und der Wiedervereinigung mehr unterstützt als Bush. Sein Beitrag zur Wiedervereinigung Deutschlands und Europas sei eine einzigartige Leistung in der Geschichte der Diplomatie gewesen. Er habe den Übergang vom Kalten Krieg zu der Welt, wie sie jetzt sei, gestaltet.

Bush sagte, er sei immer überzeugt gewesen, dass Deutschland sein eigenes Schicksal in die Hände nehmen sollte. Das Land habe seinen Platz in der Welt verdient und sollte nicht auf ewig an seiner Vergangenheit gemessen werden. Deutschland sei das Herzstück Europas und ein Beispiel für Demokratie und Freiheitswillen. Kohl, der sich derzeit von einem schweren Sturz erholt, konnte an der Zeremonie nicht teilnehmen. Er habe ihm aber einen netten Brief geschrieben, sagte Bush.

Gesegneter Appetit

Er wüsste gerne, ob Kohl noch den gesegneten Appetit habe, den er früher an den Tag legte, scherzte Bush senior. Er würdigte auch Kanzlerin Angela Merkel, die ein «wunderbares Verhältnis» zu seinem Sohn habe. Der Vater des jetzigen US-Präsidenten George W. Bush hatte das höchste Staatsamt von 1989 bis 1993 inne. Er weiht am Freitag gemeinsam mit Merkel die neue US-Botschaft am Brandenburger Tor ein.

Ursprünglich hätte die neue US-Botschaft schon 1999 fertig sein sollen. Die Planungsphase wurde allerdings von einem langwierigen Streit zwischen den USA und dem Berliner Senat über Sicherheitsvorkehrungen begleitet. Er mündete erst 2002 in einen Kompromiss, der sowohl die Sicherheitsbedürfnisse der USA als auch die gestalterischen Anforderungen des Pariser Platzes berücksichtigte. Der Neubau wurde auf dem Grundstück errichtet, auf dem die US-Botschaft bereits vor dem Zweiten Weltkrieg stand. Während des Kalten Kriegs lag das Areal im Niemandsland am Berliner Mauerstreifen.

Der Henry A. Kissinger Preis für Verdienste um die transatlantischen Beziehungen während des Kalten Krieges und danach wurde erst zum zweiten Mal verliehen. Erster Preisträger im vergangenen Jahr war Altbundeskanzler Helmut Schmidt (SPD). An der Feier am Donnerstagabend nahmen auch Altbundespräsident Richard von Weizsäcker und Exaußenminister Hans-Dietrich Genscher teil. (AP)

 
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