03. Jul 2008 19:01
Das Bundeskartellamt ermittelt bei deutschen Kaffeeröstern. Der Grund: es besteht der Verdacht, dass Preise unerlaubt abgesprochen worden sind. Da wäre ein teures Vergnügen für die deutschen Kaffeetrinker: die trinken im Durchschnitt jährlich 146 Liter Kaffee.
Die Ermittlungen des Kartellamtes gingen auf eine Anzeige gegen einen Mitbewerber wegen Preisabsprachen zurück. Das Kartellamt überprüfe deshalb nun offenbar die ganze Branche. «Bei uns waren sie auch und haben sich Unterlagen zeigen lassen», bestätigte er. Auch der Münchner Kaffeeproduzent Dallmayr räumte ein, von den Durchsuchungen des Kartellamtes betroffen gewesen zu sein. «Wir arbeiten eng mit den Behörden zusammen, um die Vorwürfe aufzuklären», sagte eine Sprecherin. Bei der Melitta-Gruppe waren nach Firmenangaben die Büros des Tochterunternehmens Melitta Kaffee Europa in Bremen im Visier der Fahnder. Keine Durchsuchungen gab es dagegen bei Jacobs, wie eine Sprecherin des Mutterkonzerns Kraft Foods sagte. Auch der Hamburger Kaffeeröster J.J. Darboven (Idee-Kaffee, Mövenpick) bekam nach eigenen Angaben keinen Besuch vom Kartellamt. Die Aldi-Röstereien waren nach Angaben von Aldi Süd ebenfalls von den Durchsuchungsaktionen nicht betroffen.