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Reaktionen auf die Befreiung Betancourts: 

Wünsche gelten den verbliebenen Geiseln

03. Jul 2008 17:47
Befreite Betancourt herzt ihre Mutter Yolanda Pulecio
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Nach der Befreiung von Ingrid Betancourt erreichen die Regierung in Bogotá Lob, und Glückwünsche aus aller Welt. Die Politiker vergessen aber auch die anderen Geiseln der Farc nicht. Allein 2007 entführten die Rebellen 200 Menschen.

Die Befreiung von Ingrid Betancourt ist in aller Welt begrüßt worden und vielfach mit der Forderung nach der Freilassung weiterer Farc-Geiseln verknüpft worden. UN-Generalsekretär Ban Ki Moon verurteilte die Entführung als abscheuliches Verbrechen und ungeheuerlichen Verstoß gegen die Menschenrechte. Nirgendwo auf der Welt werden so viele Menschen entführt wie in Kolumbien. Laut Amnesty International wurden in Kolumbien im Vorjahr rund 687 Menschen gekidnappt, rund 200 davon von den Farc.

So verlangte Ban gleich nach Bekanntwerden der Operation, auch die übrigen Geiseln freizulassen. Die Farc sollten ihre Gefangenen bedingungslos freilassen und den Dialog mit der Regierung suchen, um die Gewalt in Kolumbien Land zu beenden.

Merkel lobt entschlossene Politik Uribes

Bundeskanzlerin Angela Merkel gratulierte dem kolumbianischen Präsidenten Alvaro Uribe zur «erfolgreichen und unblutigen» Befreiung der Geiseln. «Die Befreiung ist ein Erfolg Ihrer entschlossenen Politik, Rechtsstaatlichkeit, Frieden und Freiheit in Ihrem Land durchzusetzen», schrieb Merkel in einem Glückwunschschreiben an Uribe. Die Bundesregierung werde die kolumbianische Regierung auf diesem Weg weiter nach Kräften unterstützen.

EU-Außenkommissarin Benita Ferrero-Waldner sagte in Brüssel, sie sei außerordentlich erleichtert und sehr glücklich darüber, dass der sechs Jahre anhaltende Alptraum Betancourts und die Gefangenschaft von drei US-Bürgern sowie elf Kolumbianern endlich zu Ende sei. Zugleich erinnerte sie an alle Menschen, die noch in Geiselhaft sind und forderte deren unverzügliche und bedingungslose Freilassung.

EU-Kommissionspräsident Barroso hebt Sarkozy hervor

Kommissionspräsident José Manuel Barroso beglückwünschte all jene, die sich für die Befreiung der Geiseln in Kolumbien eingesetzt haben. Vor allem dem französischen Präsidenten Nicolas Sarkozy dankte der Portugiese für sein Engagement. «Wir teilen die Freude über diese Befreiung mit Frankreich.»

Papst Benedikt XVI. wertete die Befreiung als Zeichen der Hoffnung. Ein Sprecher des Vatikans äußerte die Hoffnung, dass auch die anderen Geiseln bald freikommen und nun ein Befriedungsprozess in Kolumbien beginnen könne.

Glückwünsche aus Washington für den Verbündeten

US-Präsident George W. Bush beglückwünschten Uribe zu dem Erfolg. In Washington sagte der Sprecher des Nationalen Sicherheitsrates, Gordon Johndroe, die US-Regierung habe bei der Befreiung eine aktive Rolle gespielt. Man sei über die Operation in ihren Planungsphasen informiert gewesen und habe «spezifische Unterstützung» geleistet. Welcher Art diese Unterstützung war, könne die US-Regierung nicht mitteilen.

Auch US-Außenministerin Condolezza Rice zeigte sich «hocherfreut». Sie forderte die Farc-Rebellen zugleich dazu auf, alle noch verbliebenen Geiseln sofort freizulassen. »Wir machen die Farc für die Gesundheit und das Wohlergehen aller Geiseln verantwortlich«, so die Ministerin. Der Regierung Uribe sprach Rice für »ihre anhaltenden Bemühungen, die sichere Rückkehr aller Farc-Geiseln zu erreichen«, die Anerkennung der Vereinigten Staaten aus.

McCain war in Bogotá und vorab informiert

Der Präsidentschaftskandidat der Demokraten, Barack Obama, wurde von der italienischen Agentur Ansa mit den Worten zitiert: »Ich unterstütze entschieden die entschlossene Strategie Kolumbiens, der Farc keine Konzessionen zu machen.« Sein republikanischer Konkurrent war vor Ort in Bogotá und wurde am Vorabend der Operation informiert. Er schloss aus, dass der Besuch irgendetwas mit der Befreiung zu tun habe.

Der französische Präsident Nicolas Sakrozy rief die Farc nach seiner Dankesadresse an Kolumbiens Präsident die FARC auf, ihren «absurden Kampf» aufzugeben. Sarkozy dankte auch dem venezolanischen Präsidenten Hugo Chávez und dem Präsidenten Ecuadors, Rafael Correa, die beide eine Vermittlung mit der Farc versucht hatten, sowie der Schweiz und Spanien, «die uns immer geholfen haben».

Zapatero sichert Kolumbien und Betancourt Unterstützung zu

Der spanische Ministerpräsident José Luis Rodríguez Zapatero begrüßte die Befreiung als «großartige Nachricht» und beglückwünschte Uribe und die Streitkräfte des Andenstaates. Zapatero forderte die Farc-Rebellen auf, alle ihre Entführungsopfer freizulassen. «Dies ist ihre moralische und ethische Pflicht», sagte er in Madrid.

Betancourt und ihrer Familie sicherte Zapatero die Unterstützung seines Landes zu. «Nach ihrem bewundernswerten Kampf während der Geiselhaft wünsche ich ihr ein glückliches Leben, denn das hat sie wahrlich verdient», ergänzte er. Spanien werde auch die Regierung in Bogotá im Kampf gegen die Guerilla weiterhin politisch unterstützen.

Kirchen für verstärktes Engagement

Der Generalsekretär des Weltkirchenrates, Samuel Kobia, bezeichnete die Befreiung als ersten Schritt in einem Prozess, der noch nicht zu Ende sei. Geiselnahmen sollten keinen Platz in sozialen und politischen Veränderungsprozessen haben, betonte er in Genf.

Kobia äußerte die Hoffnung, dass die Vermittlungsversuche Frankreichs, Spaniens, Venezuelas und der Schweiz verstärkt werden, um Frieden und Gerechtigkeit in Kolumbien zu erreichen. (dpa/AP/epd)

 
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