28.01.2010
Herausgeber: netzeitung.de
Jimi Hendrix galt 68 als «Gefahr für Ordnung und Sitte»
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Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Neue Musikrichtungen wie der Psychedelic Rock etablieren sich und reißen eine ganze Jugendgeneration in ihren Bann und Rausch. Die Songs der 68er preisen, sicherlich auch durch die Erfindung der Pille inspiriert, sexuelle Hemmungslosigkeit, freie Liebe, ekstatische Exzesse und die Einnahme von bewusstseinserweiternden Substanzen.
«Gefahr für Ordnung und Sitte»Vertreter wie Janis Joplin, Jimi Hendrix, The Doors, The Who oder Jefferson Airplane, die für Aufregung und Empörung sorgen, da sie als «Gefahr für Ordnung und Sitte» angesehen werden, schaffen es in Deutschland zwar nie an die Spitze der Charts, haben aber dennoch einen gravierenden Einfluss auf die Jugendkultur der BRD im Jahre 68.
Janis Joplin sehnt sich nach einem «Little Peace of my Heart
Motiviert von den Ideologien der Beatniks entwickelt sich schließlich Ende der Sechziger auch in Deutschland eine neue Musikrichtung der «Krautrock». Mit ihren deutschsprachigen Texten transportierten Bands wie Amon Düül den Revolutionsgedanken auf die Tanzfläche.
Besser ist's, wenn Mama nicht mehr weintDie deutschen Charts hingegen werden von traditionellen Schlagern und internationalem Pop überschattet. Die Hitparade in Deutschland könnte
unterschiedlicher und farbenfroher nicht sein: Der kleine Knirps Heintje erfreut sich großer Beliebtheit und begeistert Mütter und brave Mädels mit Songs wie «Mama», «Du sollst nicht weinen» oder «Heidschi Bumbeidschi». Neben Heintje spielt unter anderem der ehemalige Staubsauger-Vertreter Tom «The Tiger» Jones mit «Delilah» oder «Help Yourself» ganz oben in der Hitparade mit. Der Traumschwiegersohn der BRD Peter Alexander beglückt Großmütterchen & Co. mit Hits wie «Der letzte Walzer», welcher auf heimischen Plattenspielern hoch und runter dudelt.
Heintjes «Mama» im Youtube-Video
US-Lebensgefühl in deutschen WohnstubenNeben ihm bringen die kalifornischen Vorzeigejungs The Bee Gees, mit dem Song «Massachusetts» und mit einem strahlenden Zahnpastalächeln bewaffnet, Sonne und amerikanisches Lebensgefühl in deutsche Wohnstuben. Frauenversteher und Fönwellenträger Roy Black hingegen stillt mit schwülstigen Kraftballaden wie «Bleib bei mir» sehnsüchtig schmachtende Herzen deutscher Frauen (und Männer). Das bis dato erfolgreichste Exportprodukt Großbritanniens sind The Beatles vier Pilzköpfe aus Liverpool, die mit Hits wie «Hello Goodbye» oder «Hey Jude» sowohl die deutschen, als auch die weltweiten Charts im Sturm erobern.
Roy Black will, dass sie bei ihm bleibt
Verrückte Welt verrückte Hitparade. So ist das 1968. Und obwohl die Ikonen der Zeit zumeist schon im Jenseits verweilen, führen sie auch im Diesseits zu Recht noch einige Playlists an. Vielleicht nicht gerade Heintje mit seinem Tophit «Heidschi Bumbeidschi», doch Musiklegenden wie die Rolling Stones rollen immer noch, und ihre Songs bleiben unsterblich.