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Die dunkle Seite der Macht: Wolfgang Schäuble (Foto: Tim Brakemeier dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Die dunkle Seite der Macht: Wolfgang Schäuble
Foto: Tim Brakemeier dpa
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Datenschutz ist wieder in - aus gutem Grund. Denn die Frage, wer auf die Festplatte eines Computers zugreifen darf, wird dank Wolfgang Schäuble immer akuter. Außerdem: «Halifornien» und 25 Jahre Nerd-Emotionen. Der Blogblick.

«Was will der Staat mit meinem Bankkonto, meinen Gesundheitsdaten, meinen Telefonverbindungen, meinen E-Mails, ja mit meiner privaten Computerfestplatte? Mehr Sicherheit?», fragte das Hauptstadtblog rhetorisch. Denn am vergangenen Samstag gingen in Berlin über 15.000 Menschen auf die Straße, um gegen das geplante Gesetz zur Vorratsdatenspeicherung und gegen eine zunehmende Überwachung durch den Staat zu protestieren.

Unter dem Motto «Feiheit statt Angst» hatten über 55 Bürgerrechtsorganisationen zu der Demonstration aufgerufen. Nach ansicht des Datenschutzbeauftragten von Schleswig-Holstein, Thilo Weichert, haben seit über 20 Jahren nicht mehr so viele Menschen für mehr Datenschutz demonstriert. Dass Datenschutz wieder eine größere Rolle spielt, dafür steht auch die Arbeit von Markus Beckedahl.

Beckedahl ist Blogger auf netzpolitik.org, Netzaktivist und war einer der Organisatoren der Demo. Für ihn hört sich das Szenario der Online-Durchsuchung absurd an, wie er auf seiner Rede deutlich machte:
«Der Bundestrojaner soll dabei so intelligent sein, dass er Tagebücher und auch andere private Sachen, also den von der Verfassung absolut geschützten Kernbereich privater Lebensgestaltung, nicht durchsucht. Jeder mit etwas mehr IT-Kenntnissen weiß: Das ist Science Fiction!»

Und weiter: «Für uns sind das Netz und unsere Computer ein sozialer Raum, in dem wir uns aufhalten. In dem wir leben, kommunizieren, uns austauschen, dem wir unsere privaten Gedanken anvertrauen: Der Staat und seine Sicherheitsbehörden haben in unserem Privatleben - nichts - zu - suchen.»

Oliver von F!XMBR fand es einen guten Anfang, aber er will mehr: «Ein Zeichen wurde definitiv gesetzt mit dieser Veranstaltung, Freiheit statt Angst, man ließ sich dort nicht einschüchtern. Wichtig darüber hinaus wäre es noch, Veranstaltungen vor Ort, lokalisiert, zu organisieren. Denn eben diese Länder vor Ort betreiben teils ihre ureigene Politik, hart an der Grenze, quasi in einer Grauzone.»

Malte von Spreeblick freute sich, dass mehr Menschen als gedacht, an der Demonstration teilnahmen: «Ich bin zum Brandenburger Tor gegangen in dem sicheren Gefühl, einer intimen Veranstaltung beizuwohnen, bei der man ein wenig rumsteht, ein paar Bekannte trifft und dann einen Luftballon steigen lässt. Vorratsdatenspeicherung schien mir nicht der Begriff zu sein, der Leute außerhalb der Blogosphäre in Wallung bringt. Als mir Unter den Linden ein paar Leute mit Stasi 2.0-T-Shirts entgegenkamen, dachte ich, das sei nun die Demo. Ich hätte nicht falscher liegen können.»

Meike vom Blog Commonspage.net wies auf eine dunkle Seite der Demonstration hin, den so genannten schwarzen Block: «Wie immer zuviel jugendlicher Testosteron-Überschuss, Aggressivität, rhetorische Dummheiten, aggressive Musik. Eben Zutaten, die Situationen schnell eskalieren lassen. Ich unterstelle einem Großteil dieser Leute, dass sie es nur darauf anlegen.»

Markus Beckedahl war allerdings «zum Schluss regelrecht geschockt, als Padeluun die Abschlusskundgebung einleitete, und einige 'schwarze' Vertreter vor der Bühne mit kurzen Holzstangen und Stahlknüppeln standen und damit auf den Bühnenbau knüppelten. Sie beschwerten sich dabei, dass man nicht ihrer 'PR-Linie' folgte. (...) Da hätte ich mir lieber nur die Bilder einer tollen, großen und sehr bunten Demonstration gewünscht.»

Anhang

Städte & Regionen: Robert Basic, Basic Thinking, fragt und bekennt: «Was ist der Unterschied zwischen einem Startupweekend in Hamburg und einem Startupweekend in Kalifornien? Vom Wetter her keiner: in beiden Regionen scheint die Sonne! Irgendwie immer, zumindest wenn ich in Hamburg bin:) Für mich ist Hamburg zu 'Halifornien' geworden, nachdem ich nun fünf Mal in diesem Jahr da war und irgendwie habe ich mich in diese wunderschöne Stadt verliebt.» Mac, Dataloo, hat ein schönes Kalenderblatt vom Feldsee im Schwarzwald für diese Woche ausgewählt.Menschen & Memoiren: Im Amadelio-Videoblog kommt diesmal die niederländische Fotografin Hellen van Meene zu Wort; das Hauptstadtblog muss über die Ankündigung Klaus Wowereits, demnächst im Renaissance-Theater Berlin aus seinem Memoirenbuch zu lesen, doch ein wenig schmunzeln: «Für 14 Euronen darf man am 8. Oktober auch seiner Stimme lauschen. Na, wenn das kein Angebot ist? Die Märchenstunde findet ja ohne Eintrittsgeld im Abgeordnetenhaus statt.» Nerds & Digitale Bohème: Waldt blickt im De:bug-Blog auf 25 Jahre Nerd-Emotionen zurück; Stefanie Roenneke, Minusvisionen, hat dank einer Zeitschriftenlektüre «www.modocom.de - politisch korrekte Möbel für die Laptopgeneration» entdeckt.Bilder: rob-log präsentiert in bisher zweiTeilen wunderschöne Impressionen einer Reise.

Für das Web ediert von Stephan Heinen / Maik Söhler