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Deutschland sucht die Superbloggerin

08. Mai 2007 10:03
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Warum überhaupt bloggen? Wer ist die beste Bloggerin? Und wie geht's weiter mit SchülerVZ? Wie immer dienstags: Blogblick

Ein Artikel von Harald Staun in der «Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung (FAS)» über Weblogs ruft in der deutschsprachigen Blogwelt jede Menge Kritik, Erwiderungen und Erklärungen, aber auch Zustimmung hervor. Staun attestiert den Blogs, sie blieben gerne unter sich, aus der angekündigten «Revolution der Medienwelt» sei nichts geworden, gerade in Deutschland sei die Bloggerszene profillos und ihre Themen seien marginal bzw. irrelevant: alles verpuffe «im harmlosen Gestus eines 'Ich mein' ja bloß'».

Thomas Knüwer, Indiskretion Ehrensache, ärgert sich über die Haltung des Journalistenkollegen, die er «als Pippi-Langstrumpf-Syndrom hiermit copyrighten möchte: Sie spiegelt sich wieder in einer Recherche nach dem Motto 'Ich mache mir die Welt, widdewidde wie sie mir gefällt.'» Denn, wenn man eines den Blogs nicht vorwerfen kann, dann ist das Meinungsschwäche

Jens Scholz kommt aus dem Staunen nicht mehr heraus: «Das was der gute Mann da sucht und nicht findet, gibts doch alles. Nur eben nicht da, wo er sucht. Nischenblogs in den Top100? Sorry, aber ich finde die guten, intressanten Bands auch nicht in den Top Ten der Charts, abgesehen von den hin und wieder mal auftauchenden Überraschungserfolgen.»

Heidi Trabert, Börsen Weblog, stimmt der «FAS» weitgehend zu: «Wer sich ein wenig umhört, und das tue ich auch bei meinen Freunden, der 'wird ein allgemeines Desinteresse an den Werken der Internetautoren nicht leugnen können'. Ja, das stelle ich auch fest. Und in nicht mal einem Monat Blogging merke ich auch: Am liebsten beschäftigt sich die Szene mit sich selbst.»

Wolfgang, CIO Weblog, befindet: «Alles in allem eine schöne Fleißarbeit und viele wichtige Fragen zum derzeitigen Stand der Blogosphäre in Deutschland. Aber die falschen Schlussfolgerungen daraus.» Die Zukunft der Weblogs sieht er in «der Konzentration auf Fach- und Nischenthemen. Alleine im deutschsprachigen Teil des Creative Weblogging-Netzwerkes gibt es inzwischen über 30 Blogs, die sich beispielsweise mit Fußball, Haustieren, Kino, RFID-Chips und vielen anderen Bereichen des Lebens auseinandersetzen. Sogar mit dem Klimawandel. Selbstbeschäftigung mit der Blogosphäre - wie gerade hier - ist da echt die Ausnahme.»

Stefan Niggemeier erläutert einfach nur, warum er so gerne bloggt: «Links sind eine Währung in der Welt der Blogs, aber der eigentliche Lohn ist Aufmerksamkeit. Die lässt sich messen, anhand von Leserzahlen, Seitenabrufen und Verlinkungen. Aber so fixiert viele auf diese Hitparaden sind (ich auch) - das zutiefst befriedigende am Bloggen ist nicht eine wachsende Zahl, sondern die Kommunikation an sich. Der eine Kommentar von jemandem, der genau verstanden hat, was ich sagen wollte, und meine Sätze durch eine Pointe krönt. Der Fremde, der zum Stammgast wird, zum Dauer-Kommentierer, zum Freund. Auch der Gegner, an dem ich mich immer wieder reiben kann.«

Während einige Blogger um MC Winkel einen Pfunde-weg-für-den Sommer-Wettbewerb («Belly Off») starten, wird im Blog bondea Tagebuch die beste Bloggerin gesucht. «Uns geht es nicht um Ranglisten und Charts sondern ganz alleine um euren Geschmack. Jeder Award braucht seinen unverkennbaren Namen, daher heißt unser Oscar der Blogwelt 'BLOGine!' Teilt uns einfach bis zum 13. Mai als Kommentar unter diesen Beitrag eure Vorschläge mit!« Es wurde schon reichlich nominiert.

Der Schwerpunkt des letzten Blogblicks über den StudiVZ-Ableger SchülerVZ sorgt für Diskussionen. Julian Artopé, Vice President Community studiVZ, merkt via Mail an: «Was Don Alphonso in der Blogbar über Schüler VZ behauptet, entspricht nicht der Wahrheit. Das so genannte interne Papier kommt von einem Freund eines externen Graphikers. Er wurde in der Konzeptphase von SchülerVZ angestellt um Logos und Avatare zu entwerfen. Da er auch konzeptionell tätig sein wollte, hat er uns und Freunden von sich ungefragt diesen Entwurf weitergeleitet. Dass der Entwurf für uns vollkommen inakzeptabel ist und intern nicht diskutiert wurde, sollte allein daran ersichtlich sein, dass es bei StudiVZ/SchülerVZ nie Anglizismen wie 'Mehr Power. Mehr SchülerVZ.' gab oder geben wird. Wir betreiben zwar Guerilla-Marketing, allerdings nicht in der dargestellten Form. Wir haben bei SchülerVZ einen klaren Bildungs- und Gestaltungsanspruch. Es wäre schön, wenn nicht alles aus Kleinbloggersdorf für bare Münze genommen würde.»

Don Alphonso wiederum stellt klar: «Ich habe von dem Papier zwei nicht identische Versionen, offensichtlich eine frühere und eine spätere, um Fehler bereinigte. Mindestens eine kursierte so bei StudiVZ, und zwar vor der ersten offenen Guerillaaktion, aber bereits nachdem dort die Devise ausgegeben wurde, dass sie ein Marketing zu betreiben gedenken, das sie mit dem deutschen Schulgesetz in Konflikt bringt. SchülerVZ sollte sich mal überlegen, was nun die Wahrheit sein soll: War es nun ein 'externer Graphiker' oder dessen 'Freund', der das geschrieben haben soll? Entweder der Entwurf war inakzeptabel. Dann muss es aber eine Diskussion gegeben haben. Oder es gab eine Diskussion mit dem Ergebnis, dass der Entwurf möglicherweise nicht umgesetzt wird. Was an Aufklebern mit dem Aufdruck »Mehr Kleb« Bildungsanspruch sein soll, kann ich nicht erkennen. Kurz - ich habe an meiner Darstellung nichts zu ändern. Ich kann nicht ausschliessen, dass StudiVZ das Konzept nicht umsetzt. Das ist deren Entscheidung.»

Wir hier vom Blogblick bleiben dran.


Mehr im Internet: Kommentare der Woche:

Anhang +++ Musik: «Richard Stallman, Informatiker, Physiker, Gründer des GNU-Projektes, einer der Köpfe der Freie-Software-Bewegung und kein Musiker» singt «Join us now and share the software» und trommelt dabei auf seinem Notebook; im Sprachzentrum wird nicht oft geheult, «nur wenn 'Ain't no sunshine when she's gone' von Bill Withers erklingt, bekomm ich Pipi inne Augen. Der Song ist so traurig, extrem kitschig und wirft mich Mal um Mal aus der aktuellen Situation.» +++ Internet: Patrick Kempf kommt dank iGoogle ein Teil der Netzwelt plötzlich so farbig vor; bojeonline freut sich über einen Netzdienstleister: «Meine Daten werden automatisiert gelöscht, nachdem ich mich längere Zeit bei einem Service nicht mehr eingeloggt habe. Statt meine Userdaten über Jahre nutzlos zu speichern, profitiert das Unternehmen durch eine schlankere Datenbank und ich bin froh, dass ich nicht überall hinterherrennen muss.» Majoran, thiema.com, setzt sich mit den Diensten «meebo» und «mabber» auseinander; Treehuggin' Pussy hat es im Netz diesmal gar nicht gefallen: «Was ist das Internet heute wieder garstig. Pfui.» +++ Fotos: Wieder einmal schöne Fotografien auf Meine kleine Stadt, diesmal u.a. aus Halle, Mannheim, Wairoa, Hannover, Segovia und Herten; rain dogs zeigt ein Panoramabild von Labuttendorf. +++ Zukunft: Farlion, Farliblog, meldet sich mal «wieder aus dem Jahr 2015. Es ist ein schöner, sonniger Tag und er wäre bestens geeignet, um sich die Zeit in einer der reglementierten Grünanlagen gutgehen zu lassen. Das geht aber nicht, denn heute ist ein besonderer Tag: der Rechenschaftstag.» Hier geht es in eine düstere Zeit. Essen & Trinken: Joghurtzubereiter, Sandwich-Maker, Brotbackmaschine, Pizzaschneider, Orangenschäler, Entsafter - wer davon noch etwas braucht, wende sich an Beatrix Gutmann; Zorra, Kochtopf, schwärmt von einem «Spargel-Champignons-Rucola-Salat mit Langostinen»; Frau K. hatte ein gutes Frühstück: «Auf welchem Ernährungs/Diätplan Gehacktes(Met)Brötchen mit Zwiebeln steht, weiss ich nicht...war aber trotzdem lecker.» +++ Kunst: «Per SMS taggen zu können, das hat schon was. Ich bin ja auch mehr so der bequeme Typ,» befindet René, Nerdcore und verlinkt auf ein passendes Video. im dA.net, dem Blog der Interessengemeinschaft deutschsprachiger Autoren wird ein Lyrikwettbewerb ausgerufen: «Gedichte in deutscher Sprache zu allen Themen und in verschiedenen Stilen können bei diesem Wettbewerb eingesendet werden. Literarische Qualität sollte angestrebt werden, gesellschaftskritische Themen sind ausdrücklich erwünscht.» Verdauung: Herr Paulsen war bei einer Party mit 40 Kindern und 60 Eltern und erlebte, wie «gelassene Eltern mit Spuren von erbrochener Milch auf den Schultern» Sekt trinken und reden; den üblichen Verdauungsproblemen des Babys begegnet Das Nuf mit einem «spitzenmäßigen Reaktionsvermögen», was am Ende aber nicht viel bringt. Feierabend: Maartje, Papier & Tinte, bricht auf in ein neues Leben; diesmal soll Dieseldunst das letzte Wort haben: «Feierabend ist für Dich doch nur dann, wenn die Orgel spielt und Du mit den Füßen voran rausgetragen wirst.»

 
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