Initiative von Regierung und Presse:
Jugendliche sollen wieder zur Zeitung greifen
17.04.2008
Herausgeber: netzeitung.de
Ein rückläufiges Interesse der Jugend für gedruckte Medien lässt sich Studien zufolge schon seit 20 Jahren beobachten. Der Trend allerdings hat sich mit Etablierung des Internets und den digitalen Welten von Web 2.0 verstärkt. Zugleich brechen seit 2000 die Erlöse im Anzeigengeschäft und Vertrieb ein.
Mit Hilfe der Initiative sollten Kinder und Jugendliche einen kritischen Umgang mit medial aufbereiteten Inhalten und Themen erlernen. «Sie sollen die Fähigkeit erwerben, buchstäblich zwischen den Zeilen zu lesen.» Kulturstaatsminister Bernd Neumann betonte, die Initiative habe nicht zum Ziel, die Nutzung des Internets aus dem Leben der Kinder und Jugendlichen zu verbannen.
«Zeit»-Redakteurin Susanne Gaschke meinte, sie habe den Eindruck, viele Zeitungsmacher und Verleger glaubten selbst nicht mehr an die Zukunft des Gedruckten. Doch der so genannte Wille der Jugend resultiere auch aus dem, was ihr geboten werde. Momentan herrsche eine Sehnsucht nach Schnelligkeit, eine Vorliebe für Bilder, demgegenüber sich die Analyse behaupten müsse. «Ich weiß nicht, ob man die Zeitungen retten kann, aber man sollte.»
Die Mitglieder des Netzwerkes wollen sich einmal im Jahr treffen. Zudem soll es einen ständigen Dialog mit externen Praktikern und Wissenschaftlern geben. Der Schülerwettbewerb steht unter dem Thema «Mein Land Deutschland - 60 Jahre Bundesrepublik». Der Preis ist eine zweitägige Reise für die ganze Klasse nach Berlin.
Partner der Initiative sind neben dem Kulturstaatsminister unter anderen der Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger (BDZV), der Verband Deutscher Zeitschriftenverleger (VDZ), der Verband Deutscher Lokalzeitungen (VDL) der Deutsche Presserat, der Deutsche Journalistenverband (DJV), die Stiftung Lesen und die Bundeszentrale für politische Bildung. (AP)

