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Initiative von Regierung und Presse: 

Jugendliche sollen wieder zur Zeitung greifen

17. Apr 2008 16:50
Nur 60 Prozent der jungen Erwachsenen lesen Zeitung
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Junge Menschen lesen immer weniger Zeitung, denn das Internet läuft dem traditionellen Druckprodukt den Rang ab. Die «Nationale Initiative Printmedien» soll das jetzt ändern.

Zeitungen und Zeitschriften für die «Generation Internet»: Die Bundesregierung hat mit Partnern aus dem Presse- und Verlagsbereich am Donnerstag in Berlin die «Nationale Initiative Printmedien» gestartet. Ziel ist es, die seit Jahren wachsende Kluft zwischen Jugend und gedruckten Medien zu verringern.

Das soll unter anderem mit einem bundesweiten Schülerwettbewerb gelingen. Zudem sollen Vorschläge erarbeitet werden, wie Printmedien gerade für die junge Zielgruppe attraktiver gestaltet werden können. Nur noch 60 Prozent aller jungen Erwachsenen bis 29 Jahre werden von einer Tageszeitung erreicht. Bei den 14-19-Jährigen ist es gar nur noch jeder fünfte.

Ein rückläufiges Interesse der Jugend für gedruckte Medien lässt sich Studien zufolge schon seit 20 Jahren beobachten. Der Trend allerdings hat sich mit Etablierung des Internets und den digitalen Welten von Web 2.0 verstärkt. Zugleich brechen seit 2000 die Erlöse im Anzeigengeschäft und Vertrieb ein.

Mit Hilfe der Initiative sollten Kinder und Jugendliche einen kritischen Umgang mit medial aufbereiteten Inhalten und Themen erlernen. «Sie sollen die Fähigkeit erwerben, buchstäblich zwischen den Zeilen zu lesen.» Kulturstaatsminister Bernd Neumann betonte, die Initiative habe nicht zum Ziel, die Nutzung des Internets aus dem Leben der Kinder und Jugendlichen zu verbannen.

Zeitungen müssen Hintergründe und Überrraschendes liefern

Der Chefredakteur der «Welt», Thomas Schmid, sagte, bei den Printmedien handele es sich weltweit um eine bedrohte Spezies. Bestehen könnten sie gegen die neuen Medien nur, indem sie sie nicht nachahmten. Zeitungen dürften sich nicht auf das Nachrichtliche verengen, sondern müssten viel mehr Hintergründe, überraschende Geschichten und Geschichten hinter Geschichten liefern - und das auf unterhaltsame Weise.

«Zeit»-Redakteurin Susanne Gaschke meinte, sie habe den Eindruck, viele Zeitungsmacher und Verleger glaubten selbst nicht mehr an die Zukunft des Gedruckten. Doch der so genannte Wille der Jugend resultiere auch aus dem, was ihr geboten werde. Momentan herrsche eine Sehnsucht nach Schnelligkeit, eine Vorliebe für Bilder, demgegenüber sich die Analyse behaupten müsse. «Ich weiß nicht, ob man die Zeitungen retten kann, aber man sollte.»

Die Mitglieder des Netzwerkes wollen sich einmal im Jahr treffen. Zudem soll es einen ständigen Dialog mit externen Praktikern und Wissenschaftlern geben. Der Schülerwettbewerb steht unter dem Thema «Mein Land Deutschland - 60 Jahre Bundesrepublik». Der Preis ist eine zweitägige Reise für die ganze Klasse nach Berlin.

Partner der Initiative sind neben dem Kulturstaatsminister unter anderen der Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger (BDZV), der Verband Deutscher Zeitschriftenverleger (VDZ), der Verband Deutscher Lokalzeitungen (VDL) der Deutsche Presserat, der Deutsche Journalistenverband (DJV), die Stiftung Lesen und die Bundeszentrale für politische Bildung. (AP)


 
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