netzeitung.deAltpapier vom Donnerstag

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Mut zu frischem Schwarz: die relaunchte Webseite der 'taz' Screenshot: netzeitung.de (Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Mut zu frischem Schwarz: die relaunchte Webseite der 'taz' Screenshot: netzeitung.de
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Die «taz» hat sich im Internet relauncht. Die geschriebene Reportage soll vorm Niedergang gerettet werden. Und Herbert Feuerstein blickt zurück.

Huch, wie sieht die «taz» denn online aus?

Das kleine Blatt, das nach der festen Überzeugung ehemaliger Chefredakteurinnen ganz im Internet gegründet worden wäre, wenn es dieses 1978 in West-Berlin schon gegeben hätte, hat sich dort nun auch relauncht.

Mut zu frischem Schwarz da, wo andere Internetdesignexperten immer Weißraum propagieren. Viele Bilder, erfrischend wenige Spalten - so der erste Eindruck.

Falls es ein Indikator für Übersichtlichkeit sein sollte, wie schnell man eine bekannte Holzzeitungsseite wie «flimmern+rauschen» online wiederfindet... naja.

Das Medienressort verbirgt sich im Oberressort namens «Leben», das sich
seinerseits nun neben den Rubriken «Politik», «Zukunft», «Debatte», «Sport» und «Wahrheit» 'an den unterschiedlichen Interessen unserer Leser' orientiert.

Im Ressort flimmert und rauscht es wie gewohnt. Das «faszinierend abstoßende Bild russischer Urlaubskultur», das die TV-Vorschau ankündigt, findet visuell leider keine hundertprozentige Entsprechung. Doch sind die Fotos natürlich ein Gewinn.
«Gut gebrüllt vom Löwen Blair», ruft Steffen Grimberg ferner zu dem Thema aus, das gestern an dieser Stelle behandelt wurde.

Nun aber weiter ins große weite Internet.

Wichtiges Thema heute: Aus- und Fortbildung von Journalisten. Auf der «SZ»-Medienseite springt eine kleine Anzeige für Deutschlands nach eigenen Angaben «modernste Journalistenschule» ins Auge.

Die 'Berliner Zeitung' befasst mit einer Einrichtung, die von Hamburg aus das «Fortbildungsproblem bei der Reportage» (Cordt Schnibben) beheben soll.

Droht diese «Königsdisziplin des Journalismus» doch zum «Aschenputtel» zu werden.
«Was die geschriebene Reportage leisten kann», arbeitet Daniela Zinser sehr schön heraus: indem sie die geschriebene Reportage «Die afrikanische Odyssee» des Kisch-Preisträgers Klaus Brinkbäumer mit der Reportage vergleicht, die Brinkbäumer zugleich für «Spiegel-TV» gefilmt hat:

«Mit Worten taucht Brinkbäumer ab in seine Hauptfigur, um bald wieder aufzutauchen, das Erzählte einzuordnen, gedankliche Orientierung zu bieten. Inhalte, die weder Kamerabild noch Erzählstimme transportieren können».

Sollten junge Leute denn heutzutage den Beruf des Journalisten ergreifen wollen?

Die «Welt» hat nicht direkt diese Frage, aber doch allelei interessante Fragen an einen Mann gerichtet, der es geschafft hat. Der für zwei Jahrzehnte ein seinerzeit einflussreiches Gesellschaftsmagazin leitete und immer noch von seiner Prominenz leben kann.

«Tja, meine Arbeit - es ist ein ständiges Krabbeln des Mistkäfers nach Scheiße. Wenn ich es mal poetisch ausdrücken darf», sagt Herbert Feuerstein, der morgen 70 Jahre alt wird.

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Falls es ein Indikator für den Zustand einer Branche sein sollte, dass sie immer und überall über sich redet, geht es der Medienbranche sehr gut. Harry Nutt war für die 'Rundschau' bei der «CDU-MediaNight», in deren Verlauf u.a. Peter Kloeppel, Hans Werner Kilz und Roger Cicero auftraten. +++ Jetzt kommt es knüppeldick für Günther Jauch ('Bild'-Zeitung heute, «FAZ» gestern, jetzt auch frei online). +++ Aber auch «Wirbel» um den jüngsten «Bloch», den «Pädophilen-Film in der ARD». +++ Wer könnte Chefredakteur werden bei «Le Monde»? Will denn keiner? +++ «Die 'Hürriyet' (zu Deutsch 'Freiheit') lebt davon, dass sie sich um die großen und kleinen Belange ihrer Leser kümmert». Den «Kampagnenjournalismus», der ihr «bis vor wenige Jahre noch nachgesagt» wurde, betreibt sie nicht mehr; «leicht bekleidete Damen finden sich erst auf der letzten Seite», erläutert Ferda Ataman im 'Tagesspiegel'. +++ Ungefähr vier Romy Schneider-Filmbiografien sind in Planung, seit der vor 25 Jahren verstorbene Filmstar auf dem «Spiegel» war, darunter eine von Guido Knopp und zwei aus den Divisionen der Bertelsmann-Firma Ufa. Nico Hofmann will Marie Bäumer als Romy besetzen («SZ»-Medienseite 19). +++ Aißerdem geht's ebd. um Existenzangst, die der Deutsche Presserat wegen dieses Urteils verspürt. Und um noch ein Urteil: Ulrike Meinhofs Tochter Regine Röhl darf, obwohl sie nicht will, von Stefan Aust und Bernd Eichinger verfilmt werden. +++ Erste Entscheidungen des neuen «Wall Street Journal»-Chefredakteurs Marcus Brauchli, «dessen Namen wie 'Brockli' ausgesprochen wird»: «Daniel Hertzberg, der zuvor auch als einer der Kandidaten für Brauchlis Job galt, geht nach Brüssel als neuer Chef der Europa- und Asien-Ausgaben des Blattes. William Grueskin, der Chefredakteur der Internet-Ausgabe 'WSJ Online', wird neuer stellvertretender Chefredakteur des Gesamtblattes» («SZ», S. 22). +++ «Europa sucht den Super-Dramatiker» ('Welt'), auf Arte. +++ Ebenfalls auf Arte: 'Tabus, Sex und Kunst', also: 'Kunst oder Pornografie? Arte ergründet die Unterschiede'. +++ Weiterhin auf Pro Sieben: «Tanzfeldwebel» Detlef D! Soost. +++ Christoph Twickel kolumniert nur noch 14-täglich, im Wechsel mit Klaus Kreimeier. +++ 'Kölner Stadtanzeiger': «Herr Bednarz, vor 40 Jahren haben Sie beim WDR angefangen. Wie war der Einstieg?» - Klaus Bednarz: «Das ist sogar fast auf den Tag genau 40 Jahre her. Kaum zu glauben ist das, wie man damals in den Rundfunk gelangen konnte...» +++ «Jetzt kehrte sie zu mitternächtlicher Sendezeit auf den Bildschirm zurück»: die im französischen Unterhaltungsfernsehen beliebte Eva Braun. Die 'FAZ' berichtet. +++ Aber mag denn niemand über den heutigen Start der Pro Sieben-Show «Das Model und der Freak» mit den Nachwuchsprominenten Monica Ivancan und Jana Ina Zarella berichten? Doch, «sueddeutsche.de» als Fotostrecke zum Durchklicken. Bild 1 ist ein Ausriss aus der «Bild»-Zeitung.

Am Freitag füllt sich der Altpapierkorb wieder gegen 10.00 Uhr.


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