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Streit um "Spiegel TV": Die Interessen des Geschäftsführers scheinen nicht die Interessen zu sein, die Stefan Aust hat. (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Streit um "Spiegel TV": Die Interessen des Geschäftsführers scheinen nicht die Interessen zu sein, die Stefan Aust hat.
Foto: dpa
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Beunruhigung bei «Spiegel TV». Geburtstag, noch mal, bei Phoenix. Kein Werberückgang bei der Tour de France.

Die Mitarbeiter von «Spiegel TV» sind beunruhigt. Sie sind sogar sehr beunruhigt. Sie sind so beunruhigt, dass...

Mit diesem Crescendo leitet Michael Hanfeld in einen 'FAZ'-Artikel über den «Streit bei Spiegel TV».

Die «SZ» (Seite 21) geht die Causa eher chronologisch an:

Ende Mai präsentierte sich Mario Frank, 48, erstmals intern als Geschäftsführer des Spiegel-Verlages. Er sprach viel über Strategien, Vernetzungen und Zukunft. Und er sprach über Spiegel TV - beinahe beiläufig, meinen manche, die dabei gewesen waren.

Diese «Power-Point-Präsentation» sorgt für die Beunruhigung, die sich in einem Brief fast aller «Spiegel TV»-Mitarbeiter (184 von 200 möglichen Unterzeichnern hat die «FAZ» gezählt) an Mario Frank, den Geschäftsführer der «Spiegel»-Gruppe.

«Dass zum Beispiel von Geschäftsführer zu Geschäftsführer (Fried von Bismarck, Cassian von Salomon, Dirk Pommer, Stefan Aust, d.Red) und auch zu Ihnen die Lage des Hauses völlig unterschiedlich beurteilt wird, macht uns fassungslos.»

Darunter fallen etwa, führt die «SZ» aus, die unterschiedlichen Gewinnerwartungen der Geschäftsführer (Bismarck: 400.000 Euro, Salomon: 5 Millionen Euro).

Franks Umbaupläne sehen jedenfalls vor, dass «die Gesellschaft in eine Holding umgewandelt und in vier Bereiche gegliedert» wird: «Lizenz-, Fremd- und Eigenproduktionen sowie Studiotechnik.» Die Betroffenen wiederum sehen darin die Gefahr, dass «Spiegel TV» «bis zur Unkenntlichkeit zerschlagen und seiner Potenz beraubt wird» («FAZ»).

Der Hintergrund des Streits, so wird vermutet, hat persönliche Gründe: den Machtkampf zwischen «Spiegel»-Geschäftsführer Frank und «Spiegel»-Chefredakteur Aust.

Was soll man sagen? Es ist doch immer schade, wenn persönliche Eitelkeiten den Blick auf die Sache trüben.

Eitelkeiten von Politikern befriedigt das Ereignisfernsehen Phoenix, das wegen des vollen Terminkalenders der Bundeskanzlerin erst jetzt seinen 10-jährigen «Kindergeburtstag mit Kanzlerin» (ZDF-Intendant Markus Schächter) feiern durfte.

„Wenn sie von ihren Reden nicht genug bekommen, können sie sich die Wiederholung anschauen.“

Zitiert der 'Tagesspiegel' aus der offenbar gut gelaunten Kanzlerinnenansprache.

Der 'taz' erschien der Festakt «furchtbar staatstragend», während auch der 'KStA' den Aufruf Merkels an die Öffentlich-Rechtlichen wiedergibt, wenn, dann nicht an Phoenix zu sparen. Dabei sorgt für die größte Beunruhigung bei dem kleinen Sender, «dass man beim Deutschen Bundestag - nach ausländischen Vorbildern - über einen eigenen Parlamentskanal nachdenkt.»


Altpapierkorb

In Grenzen hält sich die Beunruhigung bei ARD und ZDF was Werbeeinbußen bei der anstehenden Tour de France betrifft. Die gibt es trotz der Doping-Geständnisse kaum, wie dem

'Tagesspiegel' zu entnehmen ist. Der meldet wie die 'Berliner', dass der Presenter-Vertrag («...wird ihnen präsentiert von...») mit T-Mobile aufgelöst wird. Auf Wunsch von T-Mobile und anfänglich nicht so beiderseitig einverständig, wie es sich jetzt darstellt. +++ Holtzbrinck stellt die Gratiszeitung «Business News» ein, berichten «SZ» (Seite 21) und 'FTD'. Als Grund werden schlechte Anzeigenerlöse angegeben. Deutschland bleibt damit eine Art gallisches Dorf, das nicht aufhört dem europaweiten Boom der Gratisblätter Widerstand zu leisten. +++ Verbunden mit der Gratiszeitung ist der Name Schibsted: Der auch im Ausland investierende norwegische Konzern hat neue Pläne, um den norwegischen Zeitungsmarkt vor ausländischen Investoren zu schützen ('taz'). +++ «Super-Sonderklasse-Sparpreis»: Die Umsätze stimmen bei den Homeshopping-Sendern, informiert die 'FR'. +++ Deutsche Medienmanager zweifeln stärker am Web 2.0 als ihre ausländischen Kollegen, zitiert die
'NZ' eine Studie. +++ Youtube arbeitet an nationalen Ablegern (den Anfang soll youtube.fr machen), um den Epigonen wie MyVideo.de, Clipfish.de oder Sevenload.de (in Deutschland) Konkurrenz zu bieten. +++ Die «FAZ» (Seite 42) hat dort nach originellen Videoformaten gesucht, gewisse Klassiker der noch jungen Szene aber übersehen: Er kommt zum Beispiel nicht vor. +++ In Amerika ist die letzte Folge der «Sopranos» gelaufen. Dass das auch das Ende einer Fernseh-Ära bedeuten kann, mutmaßen «SZ» (Seite 21) und stärker noch 'Berliner'. +++

Der Altpapierkorb füllt sich morgen wieder gegen 10 Uhr.


Für das Web ediert von Matthias Dell