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Sehen kann man's nicht: Mysteriöse 'Tonstörung' bei 'Beckmann'. (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Sehen kann man's nicht: Mysteriöse 'Tonstörung' bei 'Beckmann'.
Foto: dpa
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Doping geht weiter. Tour-Übertragung geht weiter. Schleichwerbung geht weiter.

Großes Fernsehen gestern.

Als er erzählt, wie er den 14-jährigen Sohn Rik in seine Vergangenheit einweihte, gehen seine Sätze im Schluchzen unter. Diese Tränen sind echt, und sie kommen aus tiefster Seele.

Die Rede im 'SZ'-Beitrag von Philipp Selldorf ist von Erik Zabel, der gestern gemeinsam mit Rolf Aldag, vergangene Dopingvergehen beichteten.

Bei einer Pressekonferenz, die live übertragen wurde, was Hannes Hintermeier in der 'FAZ' doch etwas merkwürdig findet.

Wir aber haben das seltsame Schauspiel einer Fernsehbeichte erlebt, also etwas, was es eigentlich gar nicht geben kann. Weil eine Beichte unter vier und nicht unter Millionen von Augen abgelegt wird. Bei der Fernsehbeichte pervertiert die Kamera die Rolle des Beichtvaters, indem sie das Beichtgeheimnis live überträgt - und nicht, wie eigentlich vorgesehen, den Beichtenden und sein Geheimnis schützt, ihn danach auffordert, sich bei den zuständigen Stellen zu offenbaren.

Das führt zu dem Schluss: «So hatte diese Pressekonferenz den Beigeschmack einer öffentlichen Selbsthinrichtung.»

Um Selbstschutz geht es bei dem Fall, der die so genannte Lawine der Beichten erst ins Rollen brachte: Bert Dietzens Auftritt am Montag bei «Beckmann», der heute nicht wie üblich auf 3sat wiederholt wird und auch nicht wie üblich online zur Verfügung steht.

Merkwürdig daran war, dass es bei «Beckmann» gepiept hat und nur die abgeschmacktesten Zyniker könnten auf die Idee kommen, zu behaupten das sei «not unusual».

Die 'FAZ' berichtet über die 32-sekündige «Tonstörung», die tatsächlich Dietz vor eventuellen Verleumdungsklagen des vormaligen Team-Telekom Chefs Walter Godefroot schützen soll. Denn der wurde von Dietz in besagten 32 Sekunden belastet.

Auf Netzeitung.de kann man auch lesen, woher dieses Herrschaftswissen stammt. Dem Betreiber des Blogs allesaussersport.de war das Piepen seltsam vorgekommen.

Ein Nutzer des Blogs, der den Text in «Allesaussersport» gelesen und die Sendung aufgenommen hatte, filterte den Pfeifton mit einem Equalizer kurzerhand weg.

Und so sind die Aussagen über Godefroot nun doch in der Welt. Schöne neue Technik.

Die Öffentlich-Rechtlichen wollen die ihre weiterhin zu Radsport-Ereignissen wie der Tour de France schleppen und übertragen. Meldet der 'Tagesspiegel'. Auch wenn der Bundestagssportausschussvorsitzende Peter Danckert bekanntlich anderes fordert. Und ein ARD-Sprecher über die Vergangenheit nachdenkt:

Es war ein Fehler, zu Zeiten des einzigen deutschen Profiteams eine Nähe zu pflegen, die möglicherweise den einen oder anderen kritischen Ansatz nicht so hat in Erscheinung treten lassen, wie es notwendig gewesen wäre.

Immerhin guckt ARD-Mann Claus Lufen in der rechten Spalte der Webseite über die gestrige Pressekonferenz schon mal grimmig als Präsentator eines Doping-Webmagazins.

Und die 'Berliner' munkelt, dass «dass sich die Intendanten unmittelbar nach Pfingsten auf das weitere Vorgehen verständigen wollen.»

Vermutlich nicht diskutieren werden sie den Vorschlag von allesaussersport.de, der nicht so hämisch ist, wie er auf den ersten Blick scheinen mag.

Klaus Angermann, Karsten Migels, Ulli Jansch, Herbert Watterott, Hagen Boßdorf, Jürgen Emig, Peter Leissl, Michael Pfeiffer und Peter Kohl. Einfach mal alle einladen, zwei Stunden in ein Studio einsperren, Kamera draufhalten, Mikros öffnen und zuhören. Würd mich interessieren. Ich will keine Verurteilung. Ich will einfach nur zuhören und verstehen.

Klingt nach einer Aufgabe für Klaus Michael Heinz. Arbeitstitel: Das Ganze eine Lügerei.

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Um mal «der Wahrheit» zu sagen: Barbara ist «Germany's next Topmodel»,

'Tagesspiegel' weiß schon Bescheid. +++ Die 'Sueddeutsche.de' nimmt's mit Humor, 'FAZ.net' hat größere Zusammenhänge im Blick. +++ Mit Barbaras Vorgängerin Lena, now «Germany's previos Topmodel», hat die 'FAZ' gesprochen. +++ Ein ähnlich massentaugliches Thema: Die EU-Richtlinie zur Schleichwerbung ist durch (d.h. sie muss noch das Parlament passieren), und Schleichwerbung ist nur halb verboten, wie die 'Berliner' mitteilt. «In Filmen, Serien, Unterhaltungs- und Sportsendungen dürfen Unternehmen künftig ihre Autos oder Uhren gegen Bezahlung auffällig-unauffällig präsentieren.» +++ Zudem entnehmen wir der 'FTD': «Kino- und Fernsehfilme sowie Nachrichtensendungen dürfen künftig pro halbe Stunde einmal durch Werbung unterbrochen werden. Bisher ist eine Unterbrechung pro 45 Minuten erlaubt.» Obergrenze bleiben aber 12 min /h. +++ Und wo wir bei Zahlen sind: Auf 115 Mio. Euro könnte Dagmar Brandenstein den Preis für die Rechte an der Fußball-EM 2008 noch drücken und das, obwohl sie bekanntlich nur noch bis Anfang November für ARD/ZDF die Preise kleinhält, schreibt die 'FR'. +++ Die 'NZZ' hat die Programmanalyse der deutschsprachigen Sender genau gelesen und kommt zu dem Fazit: Wiederholung nimmt zu. +++ Als Dauerwerbesendung trotz Götz Alsmann empfand Jan Brachmann in der 'Berliner' die ZDF-Show «Die große Nachtmusik». +++ Ärger wegen der Werbung eines Tabakkonzerns hat der SPD eigene «Vorwärts» – wegen der eigenen Parteimitglieder ('taz'). +++ «Auf eine Zigarette mit der SPD» ist der Text überschrieben, was uns natürlich an die neue Kolumne mit Helmut Schmidt im neuen «Zeitmagazin» erinnert, das die 'Berliner' gelesen hat und an einigen Stellen als «zu gediegen» empfindet. +++ Über Günter Wallraff, der darin schrieb, berichtet der 'KStA'. +++ Das 'Jungsheft', das im Untertitel «Porno» für Mädchen heißen muss und von dem die Kioskbesitzertochter Jessica Schwarz im «Zeitmagazin» berichtet hat, stellt Yoko Rückerl im 'Tagesspiegel' vor. +++ Apropos Sex: Streit um Pumuckls Freundin ('SZ', 'Berliner') . +++ Apropos Streit: Springer zieht doch nicht so groß um ('SZ'). +++ Leo Kirch zettelt stundenlange Diskussionen auf dem Aktionärstreffen der Deutschen Bank an ('FTD'). +++ Die WDR untersagt G 8-Kritikern die Verwendung der Maus auf deren Webseite, schreibt die 'taz'. +++ Über die Nicht-Verlängerung des «Le Monde»-Herausgebers Jean-Marie Colombani informiert die 'FR'. +++ Die 'NZZ' erläutert noch einmal detailliert das Verhältnis von Président Sarkozy zu den französischen Medien beziehungsweise ihren Eigentümern. +++ Die «FAZ» (Seite 38) erklärt noch mal die Lage in Venezuela, wo Präsident Chavez die Lizenz des Senders RCTV nicht verlängern will. +++ Das Ende von «American Heritage» annonciert die 'NZZ'. +++ Das Beste zum Schluss: Jan Freitag interviewt einen aufgeräumten Fritz Wepper aka Harry Klein in der 'FR'. Neben verpassten Chancen geht es auch die falsche Ehrendoktorwürde einer rechtslastigen Fantasie-Stiftung, die die «Tempo»-Jubiläumsausgabe ihm antragen wollte: «Hören Sie, es war ein fünf Seiten langer Brief, der zudem zuvor telefonisch abgefangen wurde. Und so eine Doktorwürde klingt natürlich erst einmal gut, obgleich ich schon skeptisch war. Es gab keine inhaltliche Auseinandersetzung. Ich möchte mal Sie in so einem Fall erleben. Bei einem Terminvorschlag lese ich nicht fünf Seiten.» +++ Und Michael Jürgs beschreibt in der «SZ» (Seite 18) anlässlich von Romy Schneiders 25. Todestag das perfide Verhältnis von Teilen der deutschen Presse zur Schauspielerin. Man mag es sich nicht mehr vorstellen. +++

Der Altpapierkorb füllt sich Dienstag wieder gegen 10 Uhr.


Für das Web ediert von Matthias Dell