10. Mai 2007 10:10, ergänzt 11:08
Der «Spiegel» will «gelassen Evolution» betreiben. Nicht sehr gelassen zeigt sich mal wieder einmel Springer: Mitten im Verlag wurde die «Bild»-Zeitung kritisiert.
auf Wachstum im Internet setzend, macht Frank, was «zu meiner Aufgabe» gehört: «kommunizieren, kommunizieren, kommunizieren und Vertrauen gewinnen». Seine dabei wohl wichtigste Aussage: «Ich würde schon zu einer 'line extension' neigen, wenn wir denn eine wirklich gute Idee hätten. Die aber, sage ich ganz ehrlich, haben wir im Moment nicht».
Die Überleitung vom Thema Ulbricht zum Thema «Spiegel» gelingt der «FAZ» gleich in der zweiten Frage. «Sie waren Geschäftsführer in den neuen Ländern», also dort, wo früher Ulbricht waltete, «helfen Ihnen die dort gemachten Erfahrungen beim 'Spiegel'?», lautet sie.
Antwort: «Anders als bei meiner vorhergehenden Aufgabe, in der ich mich um eine Neuordnung des Unternehmens kümmern musste, ist es beim 'Spiegel' so, dass man ganz gelassen Evolution betreiben und das Unternehmen weiterentwickeln kann».
Gelassen Evolution betreiben - das ist Walter Ulbricht, den man vielleicht Möchtegern-Revolutionär nennen kann, eben nicht gelungen. Es ist aber auch schwer.
Auch der Springer-Verlag mit seiner bewegten Nachkriegsgeschichte kann davon ein Lied singen.
hat den «Bild»-Zeitungs-Chefredakteur Kai Diekmann in einen Zusammenhang mit den «Wichsvorlagen», die auf der von ihm verantworteten Zeitung immer drauf sind, sowie in andere unschöne Zusammenhänge gerückt.Was die strenge Unternehmenssprecherin Edda Fels zu einer deutlichen Rüge veranlasste:
«Der Beitrag von Alan Posener über Kai Diekmann ist ohne Wissen der Chefredaktion in den Weblog von Alan Posener gestellt worden. Der Beitrag ist eine höchst unkollegiale Geste und entspricht nicht den Werten unserer Unternehmenskultur. Bei Axel Springer gilt Meinungspluralismus, aber nicht Selbstprofilierung durch die Verächtlichmachung von Kollegen» (zitiert nach «Bildblog», «taz»).
Wer denn nun den Beitrag von Alan Posener ohne Wissen der Chefredaktion in den Weblog von Alan Posener gestellt hat, hat Edda Fels noch also nicht ausgeplaudert. Wer weiß, was das noch nach sich zieht...
«Es ist paradox: In dem Moment, in dem am Potsdamer Platz symbolträchtig die Fensterscheiben aus den Möchtegernhochhäusern fallen und die Fassaden bröckeln, will 'Bild' ein Berliner sein)».Sondern auch, weil ausgerechnet in Berlin das Verwaltungsgericht in Sachen Rudi-Dutschke-Straße einen «politischen Angriff auf die Axel Springer AG» und die «Integrität des Konzerns» (Springer-Juristen) gestern bestätigt hat.