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Laut NDR ein 'umstrittener Medienstar', laut 'SZ' 'bockig': Senait Mehari (Foto: Promo<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Laut NDR ein 'umstrittener Medienstar', laut 'SZ' 'bockig': Senait Mehari
Foto: Promo
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Am Zeitungs-Standort Münster wird «Menschlichkeit» gefordert. Über Senait Mehari wird eifrig gestritten. Und: Neueste Namen für die Anne-Will- Nachfolge.

Elektronische Lebensaspekte werden immer wichtiger. Nun hat auch der «Tagesspiegel» eine bekannte Bloggerin als Online-Chefin geholt (aus dem eigenen Verlag). Und gleich eine Innovation: Neben den paar Zeilen von der Medienseite steht online ein Foto von Mercedes Bunz.

Aber auch Aspekte der Menschlichkeit spielen zum Glück eine Rolle.
Von «unmenschlichem Verhalten» und dem Kampf dagegen ist inzwischen in der Zeitungsstadt Münster die Rede. Der

'Kölner Stadtanzeiger' (mit epd, aber ausführlich) zitiert so den DJV-Vorsitzenden Michael Konken, der ein «Eingreifen der Politik» forderte.
Zugleich berichtet er vom Hintergrundgespräch, das Florian und Lambert Lensing-Wolff sozusagen im Anschluss an die DJV-Pressekonferenz am Mittwoch veranstalteten.

Vater und Sohn Lensing-Wolff beklagten, die nun vor die Tür gesetzten Redakteuren hätten «nicht an Fortbildungsangeboten des Verlages teilgenommen». Und sie, die viel kritisierten Verleger, wollen Münster eigentlich nur vor dem Schicksal von Bottrop, Gladbeck und Gelsenkirchen bewahren, wo sie bereits Redaktionen vollständig geschossen haben.

Etwas mehr zur Lage in Münster auch in der

NRW-'taz' (Mi.).

Auch wer für die Menschlichkeit eintritt, muss sich hinterfragen lassen. Das erfährt gerade Senait Mehari, die Autorin und Sängerin, die 2002/03 als von der 'taz' geförderte

Teilnehmerin der deutschen Schlager-Grand-Prix-Vorentscheidung bekannt wurde.
Am Mittwoch bezeichnete die NDR-Sendung «Zapp», das einzige Medienmagazin im Fernsehen, sie als 'fragwürdigen Medienstar'. Die Vorwürfe werden nun viel diskutiert.

Heute stehen sich «SZ» und «FAZ» scharf gegenüber. In der

'Süddeutschen' ('Panorama'-Seite) erinnert sich Holger Gertz an ein älteres Gespräch mit Mehari in Berlin-Kreuzberg, bei dem zwar die ebenfalls anwesenden «Wollmützen und Dreitagebärte» vor Vergnügen grunzten, aber nicht er. So «bockig» und wenig überzeugend wie damals habe Mehari auch im «Zapp»-Beitrag wieder gewirkt.
Und dass sie nun «die Zweifel an ihrer Geschichte in eine Kritik an den Medien, die ihr geglaubt haben» umdeuten möchte, wird ihr nicht helfen. Der Beitrag war «zu gut recherchiert».

Das würde Karen Krüger in der

'FAZ' so nicht sagen. Sie geht der Frage nach, wie die gezeigten Mehari-Äußerungen zustande kamen. Von Vertretern der Kindernothilfe, die bekanntlich weiterhin zu Mehari steht, lässt sie sich die Umstände der vom NDR gefilmten Pressekonferenz erklären.
Und sie bezweifelt die Aussagekraft jener Gruppe von Eriträern, die die NDR-Redaktion «schlicht als 'Zeitzeugen'» vorstellte. «Ich habe den Eindruck, dass da eritreische Patrioten besorgt um das Ansehen ihres Landes sind und nun zum Gegenangriff ausholen», sagt dazu ein Droemer-Knaur-Lektor.

Die Sendung «Zapp», die die «SZ» «renommiert» nennt, während die «FAZ» ihr vorwirft, sich gern selbst zu inszenieren und dabei öfters zynisch zu sein, wird übrigens von

Inka Schneider moderiert.
Und die ist nach Gabi Bauers Absage (übrigens just nachdem die 'Welt' eine nette Lobhudelei auf sie gebracht hatte) laut 'welt.de' neben Anja Reschke Monica Lierhaus und Caroline Hamann eine der Top-Kandidatinnen für die Anne-Will-Nachfolge bei den «Tagesthemen».

AltpapierkorbSollte «welt.de» nicht ungefähr heute als «Welt online» relauncht werden? Bisher ist nichts passiert. Nicht so wichtig vielleicht, denn «im Moment stehen das Interesse am Internet und seine tatsächliche wirtschaftliche Bedeutung in keinem Verhältnis». Das sagt zumindest Viacom-Chef Sumner Redstone im Interview im Interview ebd.. Der 83-Jährige zeigt sich sehr kämpferisch. +++ Milliardär Carl Icahn will offenbar nicht mehr Medienmogul werden und verkauft millionenweise Time-Warner-Aktien ('FTD'). +++ Das Ringen ist keine zarte Sportart, doch was Journalisten nun im Saarland widerfahren ist, erzürnt nicht nur das Saarland, sondern auch Jens Weinreich vom «Sportnetzwerk». Die 'taz' berichtet. +++ Sehr gefragt im TV: das Boxen. Jetzt schlägt auch Pro Sieben mit. Dazu Interviews mit Sender-Unterhaltungschef Jobst Benthues ('Berliner') sowie Co-Moderatorin Regina Halmich ('Tagesspiegel': «Ich sehe den Kampf von Axel Schulz nicht unbedingt als Showkampf. Der hat schmerzlich erfahren, dass das keine Show war. Ich glaube, die haben sich einfach verrechnet»). +++ Mit der Zukunft des Fernsehsports befasst sich die 'Rundschau': Immer mehr Sportarten, die kein Fußball sind und es daher im konventionellen Fernsehen schwer haben, werden im Internet gezeigt. +++ Doch noch geschafft: die «Nagelprobe für die Reformfähigkeit der deutschen Medienaufsicht». Zwei der zahlreichen Landesmedienanstalten können fusionieren. Die 'taz' ist nur zum Teil zufrieden. +++ Die türkische Fernsehaufsicht erreichten fast 14.000 Beschwerden gegen die Fernsehserie zum umstrittenen Kinofilm «Tal der Wölfe». «Offenbar sind die türkischen Normalbürger doch nicht so engstirnig-nationalistisch», wie die Macher erwartet hätten, freut sich der 'Tagesspiegel'. +++ «Das Internet erweist sich hier als eminent debattentauglich», schon weil man kein «papierenes Archiv» mehr führen muss, schreibt die 'Neue Zürcher' über die «Islam-Debatte beim Perlentaucher». +++ Wer steckt hinter demneuen Sender «Deutschen Gesundheitsfernsehen»? «Gerd Berger, der das Magazin 'Zak' (WDR) erfand und Chefredakteur bei 'Stern TV' sowie Pro Sieben war. Das Geld gibt die Beteiligungsgesellschaft Avantaxx (Springer & Jacoby). Man werde 'unabhängig von der Pharmaindustrie' sein, sagt Berger» («SZ», S. 15). +++ Schöner Zug der «SZ»: Ansonsten steht ihre Medienseuite fast ganz im Zeichen des sonst (in Texten) wenig beachteten Fotojournalismus. Die Agentur Magnum, die wie «keine andere Agentur ...mit ihren Bildern die Reportage und damit den Journalismus» beeinflusst habe, wird 60 Jahre alt. Dazu ein Interview mit Thomas Hoepker, der als erster Deutscher in die Kooperative aufgenommen wurde. «Wo können Sie im Print denn noch Magnum-Fotos unterbringen?» - «Schwierig. Die Verlage wollen kein Geld mehr ausgeben für Reisen. Wenn man losgeschickt wird, dann für zwei Tage. Man kann davon kaum noch leben, und man hat vor allem nicht genug Zeit, anständige Bilder zu machen...» +++ Mit dem Rotationsprinzip der Meenzer Karnevalspräsidenten ist Schluss. Der neue Mann soll nun gar wieder «den einen oder anderen jüngeren Zuschauer für den Karneval» begeistern ('Berliner'). +++ Der «Tatort»-Kommissar des Saarlands, Maximilian Brückner, ist gerade deutscher «Shootingstar» auf der Berlinale. Ein 'taz'-Porträt. +++ Rainer Braun ('Kölner Stadtanzeiger') ist nicht begeistert von dem, was das ZDF als ein Hauptsponsor der Berlinale anstellt: «Wenn nicht gerade Sharon Stone, Cate Blanchett oder Robert De Niro im Bild sind, werden auch Hannelore Elsner oder ein Koch genommen...»

Am Montag füllt sich der Altpapierkorb wieder gegen 10.00 Uhr.


Für das Web ediert von Christian Bartels