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Sabine Christiansen soll bei der 'Spiegel'-Party durch 'extreme' Schlankheit verblüfft haben (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Sabine Christiansen soll bei der 'Spiegel'-Party durch 'extreme' Schlankheit verblüfft haben
Foto: dpa
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Alles über die «Mega-Party», mit der «Der Spiegel» seinen 60. Geburtstag feierte. Wer war dabei, welche Leckereien gab es, wer heizte ein? Außerdem: welche Internet-Community derzeit noch zu verkaufen ist.

«Vor dem Eingang bildete sich eine fast hundert Meter lange Schlange, was an diesem nasskalten Abend nicht nur Herrn Genscher irritierte», also den verdienten früheren Bundesaußenminister. «Doch die meisten behielten die Contenance. 'Gehen Sie ruhig vor. Sie dürfen das', riet eine 'Spiegel'-Redakteurin dem fröstelnden Genscher. Und der tat, wie ihm beschieden», so wie er sich zuvor «nebst Gattin brav in die Schlange» gestellt hatte,

Das war schon die Genscher-Geschichte, und wer hofft, Hinweise auf die wenigen der circa 2001 Gäste zu finden, die die Contenance nicht behielten, ist in der

'FAZ' natürlich falsch. Wobei es dort im Feuilleton auch schon süffisantere Glossen gegeben hatte.

Um zu erfahren, was sich hinter den «allerlei Leckereien» («FAZ») verbarg, ist das

'Hamburger Abendblatt' eine gute Adresse - nicht allein, weil die «Mega-Party» im Hamburger Kaispeicher B stieg, in dem demnächst das (nicht überall begrüßte) 'Maritime Museum' des früheren Springer-Chefs Peter Tamm eröffnen wird.

Peter Heinlein kommentiert fürs Springer'sche Lokalblatt die Gästeliste (Sabine Christiansen: «extrem schlank», «Ex-MTV-Schnatterzunge Sarah Kuttner» ... ...), ohne dabei die «Hamburger Krabbensuppe» und den «Apfel-Korinthensalat», an dem die «Seezungen-Lachsroulade» gereicht wurde, aus den Augen zu verlieren.

Falls Frau Christiansen wirklich extrem abgenommen haben sollte, so hat das zumindest ihre Herzlichkeit nicht gemindert - sich davon persönlich zu überzeugen,

gestattet «welt.de».
Der zukünftig führende integrierte Newsroom der Springer-Presse hat überdies seinen Neuzugang Ulrike Simon entsandt. Sie sah ebenfalls Hans-Dietrich Genscher («plauderte mit Ulrich Wickert»), interessierte sich dann aber doch mehr für die Zukunft des «Spiegel» bzw. die Kämpfe um Stefan Austs Nachfolge:

«Das neueste Gedankenmodell sieht eine Doppelspitze vor, so wie es einst, als Augstein sowieso das letzte Wort hatte, ...üblich war. Da wäre Matthias von Blumencron, der Chefredakteur des zukunftsträchtigen 'Spiegel Online', den jedoch zu wenige als politischen Kopf sehen. Diese Schwäche, heißt es, könnte durch Gabor Steingart, den weniger beliebten, jedoch ambitionierten Leiter des Hauptstadtbüros, kompensiert werden»..

Zurück zur Hauptsache:
«Im Erdgeschoss heizte ...der 1976 geborene Hamburger Hip-Hopper Jan Delay die Stimmung ein», bzw. «durften dann die Kalorien zur Musik des Hamburger Rappers Jan Delay und seiner Formation wieder runtergetanzt werden» («Abendblatt») bzw. «verwandelte» Delay «mit seiner Funk-Combo den Speicherboden in eine Hüpfburg. Die letzten Tänzer sollen um sechs Uhr morgens nach Hause geschickt worden sein» («FAZ»).

Mit dem Ernst derer, die nicht mitfeiern durften, sondern bloß «kress» gelesen haben, berichtet übrigens der

'Tagesspiegel' von «Bedrohung der Pressefreiheit von innen», von der geredet worden sei.

Doch das Blatt aus der Verlagsgruppe Holtzbrinck hat natürlich auch anderes im Sinn. Schließlich hat diese Verlagsgruppe «über 50 Millionen Euro» oder auch doppelt soviel Geld für «StudiVZ» ausgegeben. Nun «fragen sich viele: Wie kann man mit einer Internetgemeinschaft Geld verdienen

Antworten geben u.a. «StudiVZ»-Vertreter Michael Brehm, aber auch Michel Lindenberg von «Stayfriends».
Und der hat einen heißen Tipp für Strategen, die die einen oder anderen 50 Mio. in der sog. Kriegskasse haben: «Durchaus möglich», «bei einem entsprechenden Angebot», dass auch diese Internetgemeinschaft zu verkaufen ist. Man muss sich halt an die US-Mutter Classmates.com wenden, so wie man sich, wenn man ein Brötchen kaufen möchte, ja auch nicht ans Brötchen wendet, deutet Lindenberg in bestechender Investoren-Argumentation an.


Altpapierkorb
«Der Aufschwung ist wirklich da. Er ist real, nicht nur gefühlt. Das liegt zuallererst an den Deutschen selbst, die besser, zupackender, reformfreudiger sind, als ihre Regierungen glauben» Bundespräsident Bob Schneider? Nein, Springer-Vorstandschef Mathias Döpfner beim Neujahrsempfang ('Bild'-Zeitung). +++ Auch Fritz Pleitgen, der bald ehemalige WDR-Intendant, «blickt ... nach vorne. Leckere italienische Restaurants gibt es schließlich nicht nur rund um den Kölner Dom». Kein Wunder freilich, dass man nach vorn schaut, wenn hinter einem «sein persönliches Waterloo» liegt. Das habe Pleitgen bei der Intendantenwahl erlebt, berichtet das «Handelsblatt» nun auch online. Es beruft sich auf «einen ARD-Intendanten, der ungenannt bleiben möchte». +++ «Quoti», das ist kein Infodienst für Fernseh-Intendanten, sondern die bei «75.000 kleinen Franzosen» beliebte Kinder-Tageszeitung «Le Petit Quotidien». Unter dem Titel «Meine Welt» soll Springer eine deutsche Version «mit einer Auflage von immerhin 50.000 Stück, produziert von deutschen Journalisten in Paris» planen. Das hat die 'Rundschau' gehört. +++ Und dass Döpfner den «Profit im Ausland» sucht, das hat er ja auch gesagt. +++ «SZ»-Medienseite 15: Die Holtzbrinck-Unternehmenstochter «Elab» beteiligt sich nun auch an «Helpster», einem Internet-Forum für Patienten. Außerdem geht's in der «SZ» um die Einschaltquotenforschung der ARD und um die neue «DSDS»-Staffel: Da will Dieter Bohlen gern deutsch gesungen haben. +++ Ein Redaktionsbeirat, der eigentlich eingesetzt wurde, «um eine Modernisierung voranzubringen», führte bei der 2.000 Exemplare starken Bürgerrechtler-Zeitschrift «Horch und Guck» zu existenzbedrohenden Querelen ('Berliner'). +++ Wer die «Prisma»-Redaktion «besuchen will, muss keinen Treppenlift benutzen»: Das Fernseh- bzw. «Multi-Themen-Supplement» wird gerade halb so alt wie der «Spiegel», und Michael Aust beschreibt es für die 'taz' in etwas anderem Tonfall als neulich für den 'Kölner Stadtanzeiger', dem «Prisma» beiliegt. +++ Lob für Marietta Slomkas «manchmal naiv wirkende, aber doch beeindruckende Unerschrockenheit». +++ 'Du stehst da wie ein gefriergetrocknetes Kaninchen'. +++ «Schäbiger Ausverkauf einer journalistischen Institution»: Die
'FAZ' berichtete gestern gedruckt, nun auch frei online, über eine neue US-amerikanische Dokusoap aus der «Rolling Stone»-Redaktion. +++ «Communities treten nicht an die Stelle direkter Kontakte, vielmehr vermählen sich beide zu einem irgendwann unlösbaren neuen Netz». Eine gute Adresse für optimistische und auch literarisch gefällige Medienzukunfts-Einschätzungen (hier: 'Tagesspiegel') ist das «Deutsche Digital Institut» in Berlin, bzw. Jo Groebel.

Am Donnerstag füllt sich der Altpapierkorb wieder gegen 10.00 Uhr.


Für das Web ediert von Christian Bartels