netzeitung.deAltpapier vom Donnerstag

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Nicht ganz leicht zu erkennen: Susanne Osthoff (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Nicht ganz leicht zu erkennen: Susanne Osthoff
Foto: dpa
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Wie es zum denkwürdigen, etwas wirren Interview kam, das die «Ex-Geisel» Susanne Osthoff im ZDF Marietta Slomka gab.

Zum Glück werden nicht alle «appellativen Schweinephantasien» (Michael Naumann bei zeit.de) der «Bild»-Zeitung wahr.

Daher geht Susanne Osthoff nun als «merkwürdige Medienfigur» durch die Fernsehsender der Welt. So nennt Hans Leyendecker die «Ex-Geisel» und schildert dann, nicht ohne ihre «scharadenhaften Sätze» galant zu würdigen, die Hintergründe des «äußerst wirren» Fernsehinterviews am Mittwochabend bei Marietta Slomka.

Am Dienstag hatte das ZDF von der Verwertung des «Scoops, als erstes deutsches Medium ... Frau Osthoff zu interviewen», vorerst doch wieder Abstand genommen. Denn das aufgezeichnete Gespräch war anders verlaufen, als der Kairoer Korrespondent Luc Walpot es zuvor mit Osthoff besprochen hatte - und «in der Form völlig unverständlich» (Chefredakteur Nikolaus Brender).

In diesem Licht mag auch die

Verwirrung um Osthoffs Al Dschasira-Interview verständlicher werden. Mit eigenständiger Derangiertheit im Kairoer dpa-Büro hatte sie aber auch zu tun, wie Leyendecker ebenfalls gern beschreibt.

Netter Zug der «Süddeutschen», diesen

Medienseiten-Beitrag auch ins freie Internet zu stellen.
So müssen interessierte User sich nicht mit dem 'Bild'-Zeitungs-Bericht («Irr», «verwirrt», «vermummt wie eine radikale Islamistin») behelfen, neben dem online gerade das «Seite 1-Girl»-Dessous-Girl Joana tanzt.

Natürlich gibt es auch an diesem Donnerstag nicht nichts Neues von der Springer-Front.
Ein altrömisches Mosaik von einem Kettenhund illustriert den

'Zeit'-Beitrag, in dem Götz Hamann die Geschichte der «erstaunlichen medienpolitischen Strippenzieherei» erzählt, der das KEK-Modell eines öffentlichen Sat.1-Beirats (siehe Altpapier gestern) entspringt.

Die Feder habe der

rheinland-pfälzische Landesmedienwächter Wolfgang Helmes geführt, nachdem sein Landesvater, der erfahrene Großkoalitionär Kurt Beck, mit Springer-Chef Mathias Döpfner «die Zukunft der deutschen Medienlandschaft» besprochen hatte.

«Die

so genannten 'Eckpunkte' sind hart», «härter» auch als das, was die Kommission Döpfner Mitte Dezember mündlich ausmalte, «bei Springer hieß es sogar 'unannehmbar', aber man wird sehen, was die nächsten Tage bringen», heißt es vieldeutig über das Beirats-Modell.

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Die Zukunft des Bundesliga-Fußballs? Vieles über Arena, den neuen Besitzer der Pay-TV-Rechte daran, steht in der «Welt». Dazu ein Interview mit dem (ausgerechnet holländischen) Chef des Unternehmens, Bernard de Roos. +++ 2006 wird das Jahr, «in dem die Kosten des Fernsehens tendenziell von der Werbewirtschaft auf den Konsumenten verlagert werden», sagt Experte Werner Lauff in ein Kai-Hinrich Renners 'Zeit'-Artikel über Veränderungen der Medienlandschaft. +++ «Die Naivität der Journalisten ist mitunter nicht unerheblich»: Gisela Sonnenburg in der 'Welt' über PR-Profis, die Journalisten mit Auszeichnungen einspannen. +++ Ohnehin: «Mit der Nachrichtenkultur geht es international bergab» ('Rundschau'). +++ Ebd.: die Lage des Deutschlandfunks. +++ Größter Beitrag der «FAZ»-Medienseite: ein Drehbericht zur italienisch-deutschen Fernsehverfilmung des Untergangs von Pompeji, die gerade bombastisch in Bulgarien hergestellt wird. +++ Inzwischen frei online: Michael Hanfelds gestriges Pamphlet wider die KEK. +++ ...und auf der «SZ»-Medienseite: Was Karl Moik vor hat, wenn er ab 2006 keine Musikantenstadls mehr moderiert. +++ Blicke zurück: Auf «das Jahr der Flops» schaut Klaudia Wick (wer ist Klaudia Wick?) für die 'Berliner' , nicht ohne auch nach vorn zu blicken: 2006 könnte der Trend zum «Fernsehen von der 'Teamworx'-Stange» gehen. +++ Das war & bleibt im TV: sog. Lebenshilfe. +++ Markus Schächter muss weg, auch wenn man die ZDF-Serie «Kanzleramt» nicht als Beleidigung begreift? Am «Tiefpunkt des Jahres» war u.a. Ulf Poschardt zu sehen, Highlights hingegen sind wahlweise Rammstein oder Roberto Blanco zu verdanken?? Aus dem tazzig-sten Fernsehjahres-Rückblick, in dem auch noch «Bildblog-TV» gewünscht wird. Könnte das denn nicht die KEK dem unabhängigen Beirat für Springers Sat.1 auferlegen??? +++ Rudi Carrells Abschied vom Fernsehen: «Ohne Worte zieht der 71-jährige an einer Kordel und kippt so seinem Gast Harald Schmidt ein Glas Wasser auf die Hose» ('Tagesspiegel').

Am Freitag füllt sich der Altpapierkorb wieder gegen 10.00 Uhr.


Für das Web ediert von Christian Bartels