netzeitung.deARD-Chefredakteur sieht Frust beim ZDF

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ARD-Chefredakteur Hartmann von der Tann (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe ARD-Chefredakteur Hartmann von der Tann
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Chefredakteur von der Tann verteidigt die bevorstehende Programmreform der ARD gegen Angriffe des ZDF. Das Zweite habe die schärfere Konkurrenz selbst provoziert, meint der Ruheständler in spe.

ARD-Chefredakteur Hartmann von der Tann hat am Freitag die Kritik von ZDF-Programmdirektor Thomas Bellut an der im nächsten Jahr anstehenden Programmreform der ARD zurückgewiesen. Die hatte Bellut im Magazin der «Spiegel» als eine «Art Info-Räumungsverkauf» bezeichnet und damit auf die veränderten Sendezeiten der «Tagesthemen» und der politischen Magazine angespielt.

«Dass ausgerechnet Bellut das Thema wieder aufgreift, ist wohl auf den tiefen Frust des ZDF zurückzuführen, dass die ARD auch 2005 der Informationssender Nummer eins gewesen ist», sagte von der Tann. Bellut agiere nach dem Prinzip «Haltet den Dieb». Die vielen Neuerungen im ARD-Programm, die der ZDF-Programmchef attackiere, seien auf ihn selbst zurückzuführen, so von der Tann. «Das ZDF hat begonnen, am Freitagabend zwei Filme hintereinander zu senden. Und das ZDF setzt 2006 im Nachmittagsprogramm eine Telenovela gegen unseren «Sturm der Liebe», wobei wir noch darauf geachtet haben, dass unsere Serie nicht gegen eine ZDF-Serie läuft.»

Der 62-jährige von der Tann, seit 1993 als Chefredakteur im Amt, kündigte an, am 30. Juni 2006 in den Ruhestand zu treten. Die ARD-Intendanten werden voraussichtlich auf ihrer nächsten Sitzung über seine Nachfolge entscheiden. Für den Posten im Gespräch ist derzeit der stellvertretende Chefredakteur im Hauptstadtstudio Berlin, Thomas Baumann. Der 44-Jährige wurde vom Mitteldeutschen Rundfunk (MDR) nach Berlin entsandt. (nz)