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Neues aus der gehobenen Gerüchtküche: Ist «Spiegel»-Chef Stefan Aust auf dem Sprung zu Springer? David Montgomery auf dem ins deutsche Fernsehen?

Unter der hübschen Überschrift «Aust im Nacken» bündelt die «taz» heute ältere und größere Nervositäten rund um das führende Ex-Leitmedium «Der Spiegel» und seinen Chefredakteur Stefan Aust.

Gern nimmt sie dafür die kürzlich vom gewöhnlich gut informierten Aust-Freund Michael Jürgs ins Spiel gebrachte «Vermutung» bzw. «mehr als»-Vermutung auf, Aust habe das «Angebot des Springer-Verlags, den dortigen Fernsehvorstand zu übernehmen». Das geschah in der schön anzuschauenden Kulturillustrierten «Park Avenue» (eine Leseprobe, ohne diese Textstelle, aber mit: «Den Mann mit der Mütze ... zieht es nicht in die Ferne. Er blinzelt ihr nur kurz zu. Man kennt sich», ist inzwischen

online verfügbar.

Damit also verknüpft die «taz» das eine und andere Unbehagen bei der Mitarbeiter-KG und anderen Eigentümern, welches nicht zuletzt der «politischen Ausrichtung» des Magazins gilt. Diese soll bei der Gesellschafterversammlung im November auf der Tagesordnung stehen. Wer nun befürchten sollte, dass allein das bereits Aust in die Arme des Springer-Konzerns treiben könnte, mag sich damit beruhigen, dass wegen der Ausrichtung vor allem der Aust-Nachfolger in spe, Gabor Steingart, «unten durch» sei. Und auch das ist ja bereits

einen Klick wert.

Zur «taz» wie gesagt, wo der gewöhnlich auch ganz gut infomierte

Aust-Kritiker Oliver Gehrs also schon wieder schreibt. Und nicht mehr, wie kürzlich noch, in der «Frankfurter Rundschau» (sodass man fast denken könnte, dies korrespondiert mit der Geschichte über die quasiscientologische bzw. ganz normal redaktionelle «Ideenolympiade» bei einem großen Verlag , der ebenfalls zum aufgeregten «Spiegel»-Eigentümerkreis zählt).

Der «Spiegel» selbst indes hat von einem potenziellen Mitglied des neuen Berliner Verlag-Aufsichtsrats gehört, warum dieses dort nicht mitmachen wollte: wegen der Solidarität unter Kollegen, aber auch, weil ihm das «Geschäftsmodell nicht klar» sei. So äußerte sich der frühere Springer-Vorstand Claus Larass über David Montgomerys Pläne.
Das steht

online wie auf der Seite mit Medien-Meldungen. Bloß die Überschrift ist eine andere (Print: «Holprige Landung der Heuschrecken»).

«Mich haben diese Heuschrecken-Plakate nicht beleidigt, meine Firma ist schließlich kein bloßer Finanzinvestor ... ... Ich fühle mich hier sehr wohl», sagt unverdrossen gut gelaunt Montgomery dem «Focus» (S. 202 f.,

hier verkürzt).
Aus den vielen Nettigkeiten u. a. allgemeinen Inhalten des Interviews springt am meisten ins Auge, dass der neue Berliner Verlags-Chef sich weitere «Investitionschancen sowohl bei Zeitungen als auch bei Rundfunkanstalten vorstellen» kann.

Weitere neuere Beiträge zu den H-Debatten im Schnelldurchlauf: Alles, was man schon immer mal über das Haus Holtzbrinck wissen können wollte, etwa über wirtschaftliche Lage und Zukunft des «Tagesspiegel»,

fragte der hauseigene 'Tagesspiegel' einen, der es wissen muss: den Verleger Stefan von Holtzbrinck.

Über aktuelle

postalische Aktivitäten des Verlags berichtete die 'Welt'. Und dass der Verkauf des Berliner Verlags «ins Ausland» «kaum Schule machen» werde, beruhigte Zeitungswissenschaftler Horst Röper.

Das vielleicht Verblüffendste an seinem Beitrag in der 'Rundschau': dass ein Satz wie «Ausländischen Verlegern generell mit Misstrauen zu begegnen, ist aber genau so wenig gerechtfertigt wie ein Vertrauensvorschuss für deutsche Verlage» geschrieben werden muss.
'Rundschau': dass ein Satz wie «Ausländischen Verlegern generell mit Misstrauen zu begegnen, ist aber genau so wenig gerechtfertigt wie ein Vertrauensvorschuss für deutsche Verlage» geschrieben werden muss.

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Nett, sachlich, wohltemperiert zeigt sich heute die «Rundschau». Zumindest der große Kreis der in oder mit unseren Rundfunkanstalten Beschäftigten mag dieses Interview schon lesenswert finden. Da erklärt SWR-Intendant Peter Voß bürokratie-sicher, gut verständlich und ungestört, warum die ARD nach Karlsruhe geht. Und zeigt so freundliches Verständnis für das «anschmiegsamere», «von interessierter Seite gelobte» Verhalten der ZDF-Kollegen, dass die ARD-Intendanten plötzlich beinahe als Kämpfer für die Medienfreiheit dastehen. +++ Das neue «Fix & Foxi» gleicht nach 'Tagesspiegel'-Meinung einer «Kreuzung aus 'Bravo', Überraschungsei und 'Sendung mit der Maus'». +++ An der arabisch-sprachigen Synchronfassung der «Simpsons» kann der «erhobene moralische Zeigefinger» Liebhabern der Originalversion auf die Nerven gehen. Aber hätten Sie gedacht, dass «ausgerechnet der Schurkenstaat Syrien» eine Fernsehserie produziert hat, «die sich kritisch mit dem islamistischen Terrorismus und den 72 Jungfrauen auseinandersetzt, die angeblich im Jenseits Selbstmordterroristen erwarten? »Al Hour al Ayn« heißt sie, die 'FAZ' informiert auch frei online. +++ Der neue Wedel, lang erwartet, hatte in Hamburg Presse-Premiere. Ins Fernsehen kommt er erst im Januar, aber die 'Berliner' bringt schon mal ein Interview mit dem Regisseur. +++ Nicht neu, vielmehr elf Jahre alt, des wachsenden Erfolgs wegen trotzdem porträtiert (»SZ«-Medienseite 22): die deutsche »Runner's World«, in der Texte von Günter Herburger »stets extrem polarisieren«. +++ Heute im ZDF. +++ Bald dokumentarisch bzw. dramatisch bzw. als beiderlei im Fernsehen: die Berliner Luftbrücke von 1948. Historisch-kritisch blickt die 'Welt' voraus, das »Luftbrücken-Duell« der Sender interessiert die »SZ« (S. 22). +++ »Österreich als Dornröschen«? Da sah die 'taz' 3sat. +++ Am Samstag bei Pro Sieben bat Oli Pocher zum Tanz. Und erntete erwartungsgemäß vorwiegendharte Worte. Immerhin muss niemand mehr bestochen werden, damit klassisches Tanzen ins Fernsehen kommt, sieht die 'Welt' das Positive. Die 'Süddeutsche' blickte über den Tellerrand hinaus, in die ARD, wo gleichzeitig Frank Elstner seinen Teil zur Erledigung des Unterhaltungsfernseh-Publikums beitrug. +++ Dann noch im «Spiegel»: viel (S. 108 ff.) über Ärger im NDR wegen steiler Thesen der hausinternen Stasi-Studie; hier verknappt. +++ Und einiges (S.111) über so «skurrile wie gutdotierte Medienpreise» mit denen die Wirtschaft Journalisten motiviert. +++ Schließlich lesenswert aus dem Sonn-'Tagesspiegel': Bernd Gäblers Porträt des «Raufbolds» Hans Mahr im Spannungsfeld zwischen «Rock’n’Roll» (Mahr) und «nüchterner Abwägung», also beim Versuch, die Bundesliga aus dem freien Fernsehen zu entfernen.

Der Altpapierkorb füllt sich am Dienstag wieder gegen 10.00 Uhr.


Für das Web ediert von Christian Bartels