07. Jun 2005 09:17, ergänzt 11:12
Eigentlich sollten wir glamourös werden.Seit heute liegt «Park Avenue» an den Kiosken - der Lösungsansatz des Verlags Gruner+Jahr (hat einerseits gerade seinen Rückzug aus der New Yorker
) für «das deutsche Glamourproblem» («taz»).Und währscheinlich würde Chefredakteur Alexander Graf von Schönburg, der bekannte
) nun nervös an den Fingernägeln kauen, wenn ausgerechnet die deutschen Medienjournalisten sein Heft mit dem gewaltigen Anspruch, die erste inoffizielle deutsche «Vanity Fair» zu sein, mögen würden.Da kann er beruhigt sein, der Mann mit «tollem Namen, toller Schwester (Gloria von Thurn & Taxis)» und eben «tollem Bestseller» («taz»). Umso mehr, als auch erwähnt wird, dass er «erst später... ins Team geholt» wurde («Welt»; Warum? Weil «der frühere 'Spiegel'-Journalist und Ex-'Max'-Chefredakteur Hajo Schumacher ablehnte...», «taz»).
Und es kommt noch besser: Die Medienjournalisten mögen «Park Avenue» eher nicht. Und das großflächig. Ja, sie kommen beim Kritisieren sogar kaum umhin, jeweils mehrere gute Stories zu loben.
«Das Versprechen auf höchstes Niveau wird über weite Strecken nicht eingelöst», schreibt Burkhard Riering («Welt») in der ausführlichsten Blattkritik, «vielleicht hat Deutschland einfach zu wenig 'Storyteller' von Format». Aber wenn er später die «natürlich ... auch» vorhandenen Highlights aufzählt, kommt einiges zusammen.
«Das Porträt über die Ex-'Vogue'-Chefin Angelica Blechschmidt aus der Feder Schönburgs» höchstselbst etwa. «So haben wir Blechschmidt noch nie gesehen, zumal 43 Fotos von ihr daneben stehen».
Dieser Text hat es auch Harald Martenstein angetan, der die Blattkritik für den «Tagesspiegel» übernommen hat. «'Im Ritz gab es eine Fliege, mit der ich mich angefreundet habe', erzählte sie einem Freund einmal, 'sie begrüßte mich, wenn ich das Zimmer betrat. Sie kam mit zum Bad und zum Frühstück'», zitiert er daraus.
So einige Geschichten im «Reichenfachblatt» seien «recht seltsam geschrieben, so, als ob die Autoren total zugekokst gewesen wären».
Wer würde da nicht doch zu dem Magazin greifen wollen?
Allenfalls, wie auf
die Schauspieler bzw. Filmstars Sebastian Koch und Alexandra Maria-Lara «im Stil des Adels blasiert und arrogant dreinblicken» («taz»), könnte den Kaufimpuls im letzten Moment zunichte machen. «Der vollständige Verzicht auf Ironie oder auch nur Distanz zu den Reichen und Schönen» hat seinen Preis. (Martenstein nochmal). Bzw.:
«Um die Wahrheit zu sagen: Ich liebe Kaviar» (Michael Steiner, ehemaliger Kanzlerberater )
Einen Internet-Auftritt hat