06.06.2004
Herausgeber: netzeitung.de
Peter Scholl-Latour
Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Der renommierte Fernsehjournalist Peter Scholl-Latour hat in einem Werbefaltblatt die Zeitung «Junge Freiheit» als unabhängig gewürdigt. Er finde es gut, wenn etwas Unkonventionelles veröffentlicht wird.
Der Buchautor und Fernsehjournalist Peter Scholl-Latour wirbt für die rechts gerichtete Wochenzeitung «Junge Freiheit» («JF»). «Die 'JF' bedeutet für mich, dass es noch unabhängige Geister in der deutschen Medienlandschaft gibt und Journalisten, die das Risiko eingehen, gegen den Strom zu schwimmen», lässt sich Scholl-Latour in einem Werbefaltblatt des Organs laut einem Bericht des «Spiegels» zitieren.
Der NRW-Verfassungsschutz ordnet das Blatt indes als rechtsextrem ein. Die «JF» sein «einer um Intellektualisierung bemühten geistigen Strömung innerhalb des Rechtsextremismus zuzurechnen», zitiert der «Spiegel» die Einschätzung der Verfassungsschützer. So beklagten «JF»-Autoren einmal, durch Urteile gegen Volksverhetzer würden «Tausende bürgerliche Existenzen» vernichtet - oder sie ordneten den rechtsextremen Liedermacher Frank Rennicke einer Gruppe von Musikern zu, die wegen des «Establishment» nie über den Status des «Geheimtipps» hinauskämen.
Scholl-Latour verteidigte seinen Einsatz für die «JF». Zensur von rechts und links brauche man nicht. Er finde es «ganz gut, wenn etwas Unkonventionelles veröffentlicht wird», zitiert ihn das Nachrichtenmagazin. (nz)