Netzeitung Logo
 
Aktuelles  »  Medien  »  Altpapier
DruckenVersenden
 

Altpapier vom Dienstag

29. Jan 2002 09:02, ergänzt 12:35
Natürlich hat es einen gewissen Nachrichtenwert , wenn eine junge Sängerin, deren Debütalbum sich in Deutschland gerade gar nicht schlecht verkauft, in einer Unterhaltungsshow am Samstagabend mit einem fast durchsichtigen Kleid auftritt. Hat es doch, oder? Für «BamS» und «Bild» allemal. Und natürlich interessieren sich im Nachhinein auch alle dafür, ob die Gute denn nun ein Höschen anhatte oder nicht. Wenn die «Bild» allerdings nach zwei Tagen Slipterror nun ein «großes Interview über Liebe, Sex, Erotik und Männer» mit der Dame führt, die nichts daran finden kann, mit einem hautfarbenen Stofffetzen berühmter geworden zu sein als mit ihrer Musik, und das auch noch mit der Frage «Sind Sie ein Luder, Sarah Connor?» überschreibt – dann wird es allmählich Zeit, sich ganz anderen Themen zu widmen.

Jaja, die «Welt». Bzw.: Jaja, die «WamS». Am Sonntag verfasste Helge Hopp in der «Welt am Sonntag» ein Textchen zur Reanimation von Wim Thoelkes «Der große Preis», die ausnahmsweise nicht auf Kabel 1, sondern tatsächlich im ZDF zelebriert wird: «Außer der großen Multivisionswand und den Cockpit-Kugeln kommen auch Wum und Wendelin wieder – schön, dass man ihren Schöpfer, den wunderbaren Herrn von Bülow (alias Loriot)[,] zum Mittun überreden konnte.» Heute nun, also zwei Tage – bzw. nach Rechnung der «Welt»-Online-Redakteure drei Tage – später schreibt Nina Klein ( unter anderem ) in der «Welt» ein Textchen zur Reanimation von Wim Thoelkes «Der große Preis» – und notiert: «Wum und Wendelin passen nicht mehr in unsere Zeit. Die guten alten Loriot-Zeichentricktiere seien 'verstaubt' und wurden bei der Neuauflage des Quiz-Klassikers 'Der Große Preis' (Donnerstag, 20.15 Uhr, ZDF) deshalb 'entsorgt', wie die zuständige Redaktionsleiterin Birgit Göller sagte.» Soso. Ob die neue TV- Lottofee und «frühere RTL -Moderatorin ('blitz') Daniela Noack» wohl weiß, was davon nun stimmt?

Irgendwann vor anderthalb Monaten tauchte sie zum ersten Mal in den Zeitungen auf ( hier und hier zum Beispiel): die von der NRW-Landesregierung bei Boston Consulting in Auftrag gegebene Studie zum Stand der Dinge bei Europas größter TV-Anstalt, dem ZDF. Schon einmal ärgerte sich Michael Hanfeld in der «FAZ» über die darin zusammengetragenen Zahlen, mit denen dem Sender ursprünglich verkrustete Strukturen und ein hoffnungslos überaltertes Programm bescheinigt werden sollten. Aber erst jetzt hat der «FAZ»-Medienchef fein säuberlich nachrecherchiert, welche Ungenauigkeiten die Unternehmensberater tatsächlich in ihren Bericht eingebaut haben und daraufhin einen unterhaltsamen Text verfasst – selbst wenn das höchstwahrscheinlich gar nicht beabsichtigt war.

«Was zur Geschichte der Familie Burda noch zu sagen wäre», schreibt Michael Hanfeld in der «FAZ» (Seite 47). Und auch Hans-Jürgen Jakobs schreibt in der «Süddeutschen» zweihundert Zeilen über «hundert Jahre Burdas». Weil nämlich am 4. Februar die Biografie «Die Burdas» des Journalisten Peter Köpf (Europa-Verlag, 320 Seiten, 22,90 Euro) erscheint. Dass zur Geschichte der Familie Burda, nicht zuletzt zur «unrühmlichen» Rolle des Verlags im Dritten Reich, noch einiges zu sagen ist, zeigt hingegen vor allem Thomas Schuler in der «Berliner Zeitung» ausführlich.


Mehr im Internet: Zu den Artikeln


Altpapierkorb

Die WAZ-Gruppe will sich möglicherweise die «Woche» einverleiben – und die «FAZ» meint: für den Konzern kann das «nicht mehr als ein Aperitif sein» (Seite 47). +++ Weil sich Mitte Februar entscheidet, wer nach Abschluss der Fusion von «Welt» und «Berliner Morgenpost» ohne Arbeit dasteht, ist die Stimmung in den beiden Redaktionen derzeit «katastrophal», hat der 'Tagesspiegel' in Erfahrung gebracht – und trotzdem noch eine ganze Menge Fragen. +++ «Bei der Rettung Kirchs hat die Deutsche Bank eine Schlüsselrolle»? (Mehr dazu in der 'Süddeutschen' .) Die 'Berliner Zeitung' sieht den designierten Premiere-Chef Georg Kofler derweil schon als «Mittler zwischen Kirch und Murdoch».) +++ Eine Prüfungskommission hat entschieden, dass ORB-Chefredakteur Hagen Boßdorf trotz des Verdachts auf Zusammenarbeit mit der Stasi, weiter beim ORB beschäftigt bleiben kann. (Mehr dazu in der 'Süddeutschen' , der 'Berliner Zeitung' , in der 'Welt' und - letztlich - auch in der 'Berliner Morgenpost' - pardon: 'Berliner Morgenpost' . Und die 'taz' hat's noch gar nicht mitbekommen.) +++ «DW-Intendant Erik Bettermann zieht eine erste Bilanz»? (Mehr dazu in der 'Frankfurter Rundschau' .) +++ Jetzt befasst sich auch die «FAZ» mit den Folter-Quizshows, die in den USA gerade Hochkonjunktur haben (Seite 47). +++ Für ihre Ticker-Meldung, dass Premiere World bald mit neuen Decodern zu empfangen sein wird, hat sich die 'Welt' die wunderbare Überschrift «Bezahlfernsehen» ausgedacht. +++ Vielen Eltern graust es vor den Pokémons und Teletubbies im Fernsehen, denn: «Sie gehen (...) richtig ins Geld, weil massenhaft teure Figuren, Spielkarten und andere Merchandisingprodukte zu den bunten Gesellen angeboten werden», findet die 'Berliner Morgenpost' . Und dann findet sie noch: Gut, dass die 'Sendung mit der Maus' da anders ist. +++ Neun Zeilen schreibt Michael Hanfeld in der «FAZ» (Seite 47) über dämliche Radioslogans – und trifft damit ziemlich genau ins Schwarze. +++ Und das hier? Warum interessiert das niemand? Oder ist das unwichtig? +++ Die 'Frankfurter Rundschau' hat sich die «schlechtesten Marketing-Kampagnen des Jahres 2001» im Internet angesehen. +++ Sat.1 lässt den Absturz des Zeppelins Hindenburg von «Tunnel»-Macher Nico Hoffmann verfilmen, steht in der 'Welt' . +++ Die 'Bild' macht den «Lokalpatrioten» Günther Jauch zum «Gewinner des Tages». +++ «Wie wär's mit SOS?», schlägt die «FAZ» (Seite 47) den nach einem Sendernamen suchenden Fusionspartnern SFB und ORB vor. +++ «Deutschlands einzige alternative Christenzeitung» «Publik-Forum» wird 30 Jahre alt. Die 'Süddeutsche' gratuliert kurz. +++ Thomas Roth wird neuer Leiter des ARD-Hauptstadtstudios in Berlin, steht zum Beispiel im 'Tagesspiegel' . +++ Und Ex-«Zeit»-Chef Roger de Weck geht zum Züricher «Tages-Anzeiger». (Mehr dazu in der «FAZ», Seite 47). +++ Holtzbrinck bringt «Gehirn & Geist» an die Kioske. (Ein wenig mehr dazu in der 'Süddeutschen' .) +++ Die 'Frankfurter Rundschau' will wieder Harald-Schmidt-Fan sein. +++ «Das Einzige, was am Fernsehen stört, sind doch die Bilder», findet der Kollege Zippert in der 'Welt' . +++ Der 'Tagesspiegel' hat die «spannendsten TV-Krimis Deutschlands» aufgeschrieben. +++ Neues vom abgeschalteten russischen Sender TV 6 steht in der 'taz' .

Und dann war Veronica Ferres gestern ja bei Reinhold Beckmann zu Gast, um über Kinderlieder, die Angst vor'm Einschlafen und den am Down-Syndrom leidenden Bobby Brederlow, mit dem sie einen ARD-Film gedreht hat, zu sprechen. Verpasst? Macht nichts: Läuft heute noch mal um 13 Uhr im SFB, morgen um 8 Uhr bei N3 und um 10.45 Uhr im ORB. Oder Sie lesen Beckmanns Vorab-Zusammenfassung in der «WamS» vom vergangenen Sonntag .

Am Mittwoch füllt sich der Altpapierkorb
erneut ab ca. 9 Uhr.

 
Drucken
VersendenSocial Bookmark Mister Wong Yigg Google del.icio.us Oneview Webnews
 
Zu weiteren Bildergalerien
Zu weiteren Bildergalerien
Sie müssen JavaScript aktiviert und Flash 8 installiert haben, um diese Seite in vollem Umfang nutzen zu können.
Live Top 5
Aus anderen Ressorts
Zur Autogazette

Geschäftsführer: Dr. Robert Daubner | Chefredakteurin: Domenika Ahlrichs | Impressum | Datenschutz
NZ Netzeitung GmbH · Karl-Liebknecht-Str. 29 · 10178 Berlin · Tel.: 030 23 27 6840 · Fax: 030 23 27 6874
Alle Rechte © 2008 NZ Netzeitung GmbH
 
Vermarktung: DZH Online Media Sales Group GmbH
 
IT & Security by Procado
 
[ai:ti]-Quotes&Charts: IT Future AG
Quellen der Börsendaten: IT Future AG, Standard&Poor's Comstock Inc. und weitere.