Kritiker wünscht sich Machtwort von Merkel: «Billig»: Reich-Ranicki attackiert Heidenreich20. Nov 2008 10:09  |  Marcel Reich-Ranicki | Foto: dpa |
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Sie hat ihn gegen die vermeintliche Niveaulosigkeit verteidigt, er wirft ihr genau diese nun vor: Marcel Reich-Ranicki urteilt vernichtend über Elke Heidenreich und ihre Sendung «Lesen!»
Literaturkritiker Marcel Reich-Ranicki hat der Ex-«Lesen!»-Moderatorin Elke Heidenreich mangelndes Niveau vorgeworfen. «Die Methode der Elke Heidenreich gefällt zwar vielen Zuschauern, aber ich kann es nicht ertragen, wenn jemand sagt: Kauft dieses Buch! Nicht morgen, besser heute noch!», wird Reich-Ranicki im kommenden Politikmagazin «Cicero» zitiert. Diese Reklame für Bücher erscheine ihm etwas billig, sagte der 88-Jährige. «Das, was wir damals im 'Literarischen Quartett' gemacht haben, fand auf einem anderen intellektuellen Niveau statt als die Heidenreich-Sendung», die «halt eine Sendung für Frauen» gewesen sei.
Heidenreich hatte Reich-Ranickis Partei ergriffen, als dieser den Deutschen Fernsehpreis für sein Lebenswerk abgelehnt hatte. Dabei hatte sie auch das ZDF angegriffen und war daraufhin entlassen worden. Reich-Ranicki bekräftigte im «Cicero» seine grundsätzliche TV-Kritik: «Die Intellektuellen werden vom Fernsehen ignoriert, bagatellisiert, vernachlässigt, deshalb ist das Programm so schlecht.» Auch die Fernsehkritik befinde sich auf unterstem Niveau, da sie kein rechtes Echo habe. Das habe dazu geführt, «dass die Fernsehkritik immer häufiger von Hospitanten und Volontären verfasst wird», sagte er den Angaben zufolge. Er rief Bundeskanzlerin Angela Merkel auf, sich einzuschalten. Die «außerordentlich kluge Politikerin» Merkel habe zwar Sorgen genug: «Aber es wäre gut, wenn sie sich auch über das Fernsehen äußern würde», wird Reich-Ranicki zitiert. (AP)
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