netzeitung.deAltpapier vom Montag

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Michael Dornemann und sein Vize Strauss Zelnick von der Bertelsmann Music Group (BMG) sind weg vom Fenster, stattdessen kommt Rudi Gassner wieder zurück, und die Süddeutsche erklärt, warum. Die NYTimes prophezeit allerdings, dass der Dornemann/Zelnick-Ärger erst ein Vorgeschmack darauf ist, wie sich die anderen Musikkonzerne gegen den Bertelsmann/Napster-Deal stellen werden. Das Wall Street Journal zitiert Dornemann mit den Worten, er «habe die Bertelsmann-Linie nicht mehr länger gutheissen können». Als Verlust fürs Unternehmen bewertet das Journal das Ausscheiden von Strauss Zelnick. Den Napster-Deal halte er für einen fulminanten Fehler, er steige deswegen freiwillig aus, wird er zitiert.

Im Focus-Interview erzählt Mathias Döpfner, dass aus dem «Journalistenhaus» Springer «eine Art United Artists» werden soll. Wirklich Neues hat dem Multimedia-Vorstand und künftigen Vorstandschef des Axel-Springer-Verlags auch der Focus nicht entlocken können - außer vielleicht, dass er dass deutsche Kartellrecht kritisiert. (Aber das hatte Focus ja ohnehin schon am Samstag vorab gemeldet.)

Hans Leyendecker ehrt in der Süddeutschen den jungen Augstein und verzeiht dem alten Augstein die publizistischen Ausrutscher der letzten Jahre. Anders als die Berliner Zeitung, die die langjährigen Vorwürfe gegen Augstein und den Spiegel noch einmal zusammenfasst, glaubt Leyendecker, Augstein würde vor seinem Laudator, dem FAZ-Herausgeber Frank Schirrmacher, nicht davonlaufen, und den Börne-Preis habe er, Augstein, auch verdient. Der wahre Grund für die Absage der gestrigen Veranstaltung zur Verleihung des Börne-Preises sei viel besorgniserregender als alle waghalsigen Vermutungen: Augstein ist krank.

Haben die amerikanischen Mädchen von einer Teen Vogue geträumt? Nach Cosmo Girl oder Teen People wurde die Klassikerin als Modeheftchen für Girls in den USA erfolgreich gelauncht, berichtet die Süddeutsche. Gewiß werden nach diesen news auch in Deutschland die Verlage vor weiteren Girly-Blättchen nicht zurückschrecken.

Die totgeweihte ZDF-Hitparade als Bühne der deutschen Leitkultur? Das glaubt jedenfalls der Organisator der deutschen Vorentscheidung zum Grand Prix Eurovision, Jürgen Meier-Beer vom NDR. In einem kleinen Interview mit der taz trauert Meier-Beer dem «abgewürgten» Oldtimer hinterher.

Ganz neu hingegen sind Web-Soaps. Im ZDF geht's mit «Etage Zwo» (schon bald) ab ins Start-Up-Milieu, auf RTL mit «Zwischen den Stunden» (schon heute) in die Modelbranche. Die Süddeutsche berichtet über den Wettlauf der beiden Konkurrenten, die Welt weiß nur von RTLs «ZdS» - und findet's trivial.

Aber wenn sich der Pop-68er Rainer Langhans und seine Kommune 1 tatsächlich für das Vorbild der RTL2-Containershow Big Brother hält, darf er das in der Welt das im Interview mit seiner «Haremsdame» Christa Ritter auch noch lang und breit begründen.

Ein Streitgespräch ganz anderer Art veranstalten der Spiegel und der Tagesspiegel: Im Hamburger Nachrichtenmagazin darf der Sportreporter Waldemar Hartmann von seinen Schwierigkeiten mit weiblichen Vorgesetzten erzählen. In der Berliner Tageszeitung antwortet ihm die ZDF-Polittalkerin Maybritt Illner.

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Dem Medienstandort Berlin geht's schon besser.(Mehr dazu in der SZ.)
Die «South China Morning Post» hat ihren kritischen China-Kommentator Willy Wo-lap Lam entlassen. (Mehr in der Welt.)
Marokko verweist den AFP-Korrespondenten Claude Juvénal des Landes. (Mehr dazu in der taz.)
Der private Kabelnetzbetreiber Primacom will ja nicht alle frei empfangbaren Sender ins Leipziger Kabelnetz einzuspeisen. (Mehr dazu jetzt auch im Focus.)
Die US-Zeitungen an der Ostküste (NYTimes, Washington Post und USA today) befürchtet dass sie für die Auswertung der Präsidentschaftswahlstimmen in Kalifornien zu früh in Druck geht und deswegen am Tag nach der Wahl ohne Ergebnis erscheint. (Mehr dazu in der Welt.)
Nach nur fünf Folgen verabschiedete NBC die Fernsehserie «Deadline», in der ein New Yorker Boulevard-Reporter besser als die Polizei recherchiert. (Mehr dazu in der NYTimes.)
Ach so: Und am Mittoch startet die Netzeitung! (Mehr dazu im Spiegel.)

Für das Web ediert von Michael Saur / Christoph Schultheis