21.08.2008
Herausgeber: netzeitung.de
Triathlon: ein Thema in Peking, aber auch im Prozess gegen J. Emig
Foto: dpa
Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Öffentlich-Rechtliche gegen Verlage: eine Flut von Verwaltungsgerichtsprozessen am Horizont. Aber auch jetzt wird fleißig prozessiert: gegen das Kartellamt und Jürgen Emig. Außerdem: englisch flirten mit dem WDR.
«Auf dem Weg zur Disco treffen Can und Alex in Köln eines Nachts auf Julie und Nina. Die beiden Jungs sind sofort begeistert von den Mädchen und nach kurzem Zögern sprechen sie sie an. Es stellt sich schnell heraus, dass Julie und Nina nicht aus Deutschland sind: Die beiden kommen aus London und...»
...bilden den
Aufhänger für den musikunterlegten «Online-Sprachkurs»
'Flirt English' im neuen Portal
'wissen.WDR.de'. Das liegt schon namentlich eng bei Angeboten wie
'wissen.spiegel.de' von jenen privatwirtschaftlichen Verlagen, die sich sowieso über die
Online-Expansion der Öffentlich-Rechtlichen erregen.
Das
«in der Tat sehr breit angelegte» WDR-Portal
«ist ein erster Hinweis auf die Abgrenzungsschwierigkeiten, die es im Blick auf privat finanzierte Wissensportale geben wird», sagt der nordrhein-westfälische Medienminister
Andreas Krautscheid im
Interview mit dem «Kölner Stadtanzeiger».
Das Portal
«muss also durch den '3-Stufen-Test'», der aus den rundfunkpolitischen Diskussionen vor der Sommerpause
bekannt ist. Krautscheid gibt einen
Vorgeschmack, wie diese Diskussionen weitergehen werden:
«... Jedes Wort wird auf die Goldwaage gelegt. Brüssel kennt die deutsche Diskussion bis in die kleinsten Details... Und jeder, der sich in Deutschland benachteiligt fühlt, munitioniert Brüssel. ... Klar ist auch: Wir werden demnächst Tausende von Anwendungsfällen haben; je feinziselierter wir jetzt definieren, desto mühsamer wird nachher die Arbeit sein.»«Fürchten Sie nicht eine Flut von Verwaltungsgerichtsprozessen?»
Krautscheid: «In der Anfangsphase, wenn die ersten '3-Stufen-Tests' durchgeführt werden, kann es dazu kommen.»
Eine
«Armada von Anwälten der Medienhäuser», nämlich Springer, Bertelsmann und ProSiebenSat1, füllte gestern bereits den «fensterlosen Saal A1 des Oberlandesgerichts Düsseldorf», in dem in der Sache Springer-Konzern gegen Bundeskartellamt verhandelt wurde. Die «Süddeutsche» (S. 17) berichtet ausführlich. Der Vorsitzende Richter
Jürgen Kühnen habe durchblicken lassen, «dass es schwer sein werde, die Bedenken der Kartellwächter aus Bonn auszuräumen». Eine Entscheidung ist für den 8. Oktober
angekündigt.Und auch im Strafprozess gegen Ex-HR-Sportchef
Jürgen Emig vor dem Landgericht Frankfurt wurde
weiterverhandelt. Vom Auftritt des
'Ironman'-Triathlon-Veranstalters
Kurt Denk als Zeugen berichten «FAZ», «SZ» und frei online
'FR'/ epd. Außerdem gibt es News von den privatwirtschaftlichen Verlagen: Gruner+Jahr «bietet nach Informationen der 'Süddeutschen Zeitung' um die Magazinsparte von
Reed Elsevier mit»;
1,3 Milliarden Euro sollen bislang geboten worden sein. Das erstaunt insofern, als dass Fachzeitschriften, wie der britisch-niederländische Verlag sie herausbringt, in bisherigen G+J-Strategien kaum eine Rolle spielen. Aber «für G+J würde ein Zukauf großes Wachstum bedeuten, das kann der Verlag gebrauchen» («SZ», S. 17).
Die Strategie des Hamburger Bauer-Verlags, «einen Zug erst einmal
lange fahren zu lassen, bevor man aufspringt», nimmt
René Martens in der
'Rundschau' unter die Lupe. Der Verlag agiere «auf vielen Feldern defensiv... Seit März hat man drei Titel eingestellt ('Matador', 'Revue', 'TV life'), und im Segment der billigen Frauenzeitschriften sieht man sich von kleinen Verlagen bedroht, die es
noch billiger können». Erfolg habe das Unternehmen «nur im Ausland».
Völlig selbstverständlich ist Erfolg im Ausland freilich auch nicht. Die neuen Geschäftszahlen der börsennotierten britischen Mecom (zu der in Deutschland u.a. die Netzeitung gehört) liegen ebenfalls vor. Die
'taz' berichtet.
Altpapierkorb«Eine gewisse Zusammenarbeit» zwischen dem Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) sowie ARD und ZDF und «kleine Gegenleistungen», die gebe es, aber Geld fließe nicht: Der
'Tagesspiegel' rekapituliert den
«Fernsehstreit um Britta Steffen» (siehe Altpapier gestern). +++
Rupert Murdochs Jahresverdienst beläuft sich auf
27,5 Mio. Dollar, meldet die «SZ» nicht ohne zu erzählen, wie Murdoch «vor ein paar Jahren ... um Mitternacht in Peking» kostengünstig teuren Wein trank. +++ «Wir haben viel zu tun, um die zugekauften Unternehmen
weiterzuentwickeln», zitiert die
'FTD' den Mecom-Konzernchef
David Montgomery. «Rapider Kursverfall/ Die Mecom kommt in arge Nöte» («FAZ» dazu). +++ Außerdem versucht die «FAZ», einen Vergleich zwischen den «Tagesthemen» und «Switch reloaded» zu ziehen. Und der frühere ORF-Generalintendant
Gerd Bacher erinnert sich, wie «nah dran» vor 40 Jahren der österreichische Sender am
Untergang des Prager Frühlings war. +++ Wie die «Berliner Zeitung» 1968 darüber berichtete, ruft
dies. heute in Erinnerung. +++
Thrombosegefahr für
Kerner? («taz») +++ «Facettenreiche Texte oder Subtexte sucht man bei einer überwiegend patriotischen Berichterstattung der offiziellen Presse» Chinas über Olympia gerade vergeblich. «Aber es gibt sie».
('Freitag') +++ «Die
senile Bettflucht ist ein Geschenk»?? «Sie treibt einen in die Arme von Olympia...»
('Tsp.'). +++ «Eines der schlimmsten
herausgeberischen Verbrechen ist, Musikredakteure zu zwingen, aus der Perspektive von Rockspießern zu schreiben»
(Christoph Twickel über die neue Springer-«Sounds»). +++ «Auf jeden Fall ist es ein
dickes Ding mit 268 Seiten Umfang. Und wenn man dann wirklich mal die Glotze anmacht, stellt man fest, dass das meiste eigentlich nicht sehenswert ist.»
(Peter Heinlein über die neue Bauer-«TV Movie digital»). +++ «Will ich zu Fuß ins Kino gehen können oder
in den Wald? Brauche ich Remmidemmi zum Glück oder Ruhe?» (
David Denk,
'taz', über die Zeitschriften «Liebes Land» und «Landlust»). +++ Gestern im
'Tagesspiegel': «Wie sich Single-Shows seit 'Herzblatt' verändert haben». +++ Auf der «Zeit»-Seite «Zeitläufte» erinnert
Stephan Lebert in einem schön illustrierten Beitrag anlässlich des Endes der «Revue» an die
«große Zeit der Illustrierten» und die Diskrepanz zwischen
Hans Habe und
Nina Ruge. +++
Der Altpapierkorb füllt sich wieder am Freitag gegen 10.00 Uhr.