16. Jul 2008 17:41
Seit fast einem Jahr warten Deutschlands Schwule auf ihren eigenen Fernsehsender. Dieses Jahr will Timm nun durchstarten - neu gewonnene Investoren sollen es jetzt möglich machen.
Timm werde digital über Kabel, Satellit und Internet verbreitet, hieß es weiter. Doch damit nicht genug: Mit dem Sender solle auch eine Internet-Plattform und eine «mediale Anlaufstelle für die schwule Zielgruppe» etabliert werden. «Das Herz des Senders schlägt im Netz», kommentierte Frank Lukas vollmundig die enge Verzahnung von Online und TV-Ausstrahlung. Chefredakteur von Timm ist der Journalist und Produzent Jochen Hick. Er wurde unter anderem bekannt mit dem Dokumentarfilm «Ich kenn keinen – Allein unter Heteros» über schwules Leben in der Provinz.Madsack-Geschäftsführer Andreas Arntzen erklärte, die Beteiligung sei Teil der «Diversifikationsstrategie» des Verlags. Angebote für spezielle Zielgruppen würden immer wichtiger. Eine gültige Rundfunklizenz von der Medienanstalt Berlin-Brandenburg besitzt die DFW bereits, wie ein Sprecher der Deutschen Fernsehwerke sagte. Der Start habe sich jedoch aus «technischen Gründen» verzögert. In anderen Ländern gibt es bereits TV-Kanäle für Homosexuelle. So senden seit mehreren Jahren OUTtv in Kanada, logo in den USA sowie pinkTV in Frankreich. Diese sprechen allerdings auch ein lesbisches Publikum an, im Gegensatz zu Timm.