03. Jul 2008 08:56
Können Zeitungen im Web Geld verdienen? Sind Onliner Journalisten? Was erwarten die Leser?
1. Kann man mit Online-Medien eigentlich Geld verdienen?
Zwar weisen «New York Times online» und «Spiegel Online» seit einiger Zeit Gewinne aus, wie der Medienberater Matthias Spielkamp in einer aktuellen Stellungnahme für den Bundestag festhält. Dabei müsse aber bedacht werden, dass sie zu einem erheblichen Teil von Inhalten lebten, die für die Print-Produkte bzw. von Redakteuren, die für das Print-Produkt arbeiten, erstellt werden. Inwieweit tatsächlich mit originärem Online-Content Geld verdient wird, ist daher schwerlich zu beurteilen. Doch gut gemachter seriöser Journalismus ist auch im Netz personal- und damit kostenintensiv.Gleichzeitig herrscht im Web eine Gratis-Mentalität, die auch für Nachrichten gilt: Für Artikel wollen Leser nicht bezahlen, wie gescheiterte «Paid Content»-Ansätze etwa der «New York Times» belegen – das Blatt gab sein Online-Abo «TimesSelect», bei dem ausgewählte Inhalte kostenpflichtig waren, nach zwei Jahren wieder auf.
Paid-Content-Konzepte funktionieren höchstens bei exklusiven Nutzwert-Inhalten, zum Beispiel bei Testergebnissen der Stiftung Warentest. Aber auch im Printgeschäft verdient man nicht automatisch Geld. Bekanntlich schreibt der Springer-Verlag mit der «Welt» seit Jahrzehnten rote Zahlen, die durch die Gewinne mit der «Bild»-Zeitung allerdings mehr als wettgemacht werden.