Jenseits des Tellerrands interessant: die medienpolitische Lage in der Türkei, die zwar Beitrittsverhandlungen mit der EU führt, sich aber auch besonders im Kampf gegen
Beleidigungen des sogenannten Türkentums engagiert. Welche Folgen das im Internet hat, beschreibt
Nico Sandfuchs in der
'Rundschau':«Seitdem das türkische Parlament vor einem Jahr ein restriktives Internetgesetz verabschiedete, nehmen die Fälle von Zensur im Netz zu. Allein bei den Kultur- und Nachrichtenportalen verfügten türkische Gerichte seit Ratifizierung des Gesetzes
38 Sperrungen, 17 davon mit der Begründung,
Atatürk sei beleidigt worden».
«Wenn
Michel Friedman etwas macht, steht meistens auch Friedman drauf. Und drin ist auch ganz viel Friedman»
('Berliner'), deshalb heißt die neue Sendung, die auf N 24 dann läuft, «wenn 'Studio Friedman' aus irgendwelchen Gründen nicht läuft»,
'Friedman schaut hin'.In Folge 1 schaut er auf eine brandenburgische Justizvollzugsanstalt. «'Wie werde ich Vertrauen schaffen; Nähe, ohne mich anzubiedern?', fragt er sich. Die Antwort: gar nicht»
('taz').Ui, doch noch was Aktuelles, zumindest regional: Weil der RBB sparen muss, befürchten Mitarbeiter des von «Radio Multikulti» die Abschaffung dieses Radioprogramms
('Tagesspiegel'). +++ Ansonsten beschäftigen sich Zeitungen an solchen Tagen gern auf Detailebene mit anderen Zeitungen. Was die «taz» gestern über Bayern Münchens Medienpolitik gegenüber der «Süddeutschen» berichtete, nimmt der
'Tagesspiegel' auf, um schon mal über «die zukünftige Medienpolitik des FC Bayern unter Trainer» bzw.
«Kontrollfreak» Jürgen Klinsmann nachzudenken. +++ Die
'Rundschau' fragt auch bei Bayern-Mediendirektor
Markus Hörwick nach, erwähnt aber nicht die «taz». +++ Die
'taz' bezichtigt wiederum die «Rundschau», ihre kritische Meinung zur ARD-Mediathek «direkt aus dem Verlegerbüro» des kölschen Dumont-Verlags, dem sie gehört, empfangen zu haben. +++ Die
'Süddeutsche' beschäftigt sich mit den «Bild»-Zeitungsberichten über
Helmut Kohls jüngste
Hochzeit (in Anwesenheit des Anwalts, aber auch «WAZ»-Geschäftsführers
Stephan Holthoff-Pförtner). Online-Chefredakteur Hans-Jürgen Jakobs setzt
Kai Diekmanns Prosa (
«Das Licht der Sonne fiel strahlend hell auf den Altar») seine eigene (
«Liebe ist hier ein privates Weltereignis») entgegen. +++ Mit «FAZ»-Journalistin
Felicitas von Lovenberg, die nun auch ins
Fernseh-Getalke strebt, beschäftigt sich die «SZ» ebenfalls: «Sehr wahrscheinlich also, dass
die Rolle als Dr. Love sie einem breiteren Publikum bekannt gemacht hat als die FAZ-Wochenendbeilage 'Bilder und Zeiten', die sie seit 2006 verantwortet». +++ Die
'FAZ' bringt einen übersetzten ich-Bericht des CNN-Korrespondenten
Dan Rivers über sein
Abenteuer in Burma (
«Es hieß, sie suchten gezielt nach mir...»). +++ Und beschäftigt sich zweimal mit «Le Monde»: Das kriselnde Blatt «zeigt falsche Bilder vom Atomangriff auf Hiroshima», was laut
Jürg Altwegg aber
«kein Mediengau» sei, sondern «eher ein Lehrstück über den Umgang mit historisch vermeintlich sensationsträchtigen Fotos: Sie zeigen am Ende, was man ihnen zuschreibt». +++ Unabhängig davon sollen in der «Le Monde»-Redaktion
129 Arbeitsplätze wegfallen. «Am härtesten trifft es die Kultur. Sie wird nur noch zwei Seiten bekommen». +++ Seit Pfingsten prüft die EU-Kommission
Rupert Murdochs Premiere-Beteiligung. Für die
'taz' ein Anlass, auf Murdochs frühere Einstiegsversuche in Deutschland zurückzuschauen. +++
Klaus Kreimeier zeiht Bertelsmann eines
Schildbürgerstreichs (wegen der geplanten Wikipedia-Ver-Buch-ung). +++ Dann noch Personalien von der «FAZ»-Medienseite: Das öff.-rechtl. Ereigniskanälchen Phoenix berichtet auch zur Fußball-EM und hat dafür «zwei
Weltmeister verpflichtet: die ehemaligen Nationalspieler
Rainer Bonhof (1974) und
Guido Buchwald (1990)». +++ Und die «Berliner Zeitung» hat einen neuen Sportchef verpflichtet:
Markus Lotter kommt vom FC St. Pauli bzw. der
'Welt'. +++
Der Altpapierkorb füllt sich wieder am Freitag gegen 10.00 Uhr.