28.04.2008
Herausgeber: netzeitung.de
Chefredakteurin Katharina Borchert
Foto: dpa
Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Nur noch ein regionaler Konkurrent muss überholt werden, damit das Web-Portal «Der Westen» Marktführer in Nordrhein-Westfalen werden kann. Vor allem die Werbeerlöse seien ein halbes Jahr nach dem Start gut, betont die Chefredakteurin.
Das Onlineportal der WAZ-Mediengruppe «Der Westen» peilt ein halbes Jahr nach dem Start die Marktführerschaft unter den regionalen Internetangeboten in Nordrhein-Westfalen an. «Ich habe eine Prämie ausgesetzt, wenn wir bis zum Jahresende Nummer eins sind», sagte WAZ-Geschäftsführer Bodo Hombach. «Ich schätze, das werden wir erreichen».
Bisher liegt das Portal, das die Arbeit von 800 Zeitungsredakteuren der fünf WAZ-Titel in der Region bündelt, noch deutlich hinter dem konkurrierenden Online-Angebot der «Rheinischen Post», «rp-online.de». Laut IVW kam «Der Westen» im März auf 3,2 Millionen Besuche und 25,4 Millionen Seitenabrufe, «rp-online.de» lag bei 4,7 Millionen Besuchen und 40,6 Millionen Seitenabrufen.
Der Werbemarkt laufe sehr gut an, sagte Chefredakteurin Katharina Borchert. «Wir könnten noch mehr verkaufen, wenn die Reichweite größer wäre.» Jedenfalls rechne sie damit, dass sich die Anfangsinvestitionen in einstelliger Millionenhöhe plangemäß amortisierten. Im Herbst vergangenen Jahres hatte der Verlag dafür mit fünf bis sechs Jahren kalkuliert.
Die WAZ-Gruppe hofft, mit dem deutlich ausgebauten Internet-Angebot verstärkt auch zeitungsfern aufgewachsene Kunden zu gewinnen und so langfristig den - marktweiten - Auflagenschwund der Printangebote zu stoppen.
Sportberichte per VideoEinige Lokalredaktionen seien schon besonders weit und setzten sich aus eigenem Engagement mit dem Thema Video auseinander. Sehr erfolgreich liefen Serien wie «Heimliche Helden» über wenig bekannte Sportarten in der Region. Fünf der rund 90 Redaktionen, die dem «Westen» zuliefern, berichteten probehalber auch per Videokamera etwa über lokalen Sport.
Die Mitte März angekündigte Kooperation mit dem WDR und Übernahme regionaler WDR-Fernsehbeiträge kollidiere nicht mit den eigenen TV-Angeboten, sagte Borchert. Bisher liefen noch die technischen Vorbereitungen für die Zusammenarbeit. Künftig soll der WDR der WAZ-Gruppe täglich neun Beiträge zur Verfügung stellen. «Der Westen» wählt darunter aus und zahlt pro übernommenem Beitrag Lizenzgebühren.