27.04.2008
Herausgeber: netzeitung.de
Delling und Netzer erhielten einen Preis für Sprachkultur
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Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Die beiden Moderatoren haben in Wiesbaden den Preis für ihre TV-Analysen erhalten. Auf die angedrohte lange Dankesrede verzichteten Delling und Netzer, ohne mit gegenseitigen Frotzeleien zu sparen.
Der Medienpreis für Sprachkultur 2008 ist am Samstagabend an das ARD-Fußballmoderatoren-Duo Günter Netzer und Gerhard Delling verliehen worden. Beim Festakt im Kurhaus Wiesbaden würdigte der Sprachwissenschaftler Armin Burkhardt die Preisträger in seiner Laudatio als «Traumduo des Sportjournalismus». Das «Duo Infernale» zeige mit seiner Mischung aus freundlicher Polemik und fachlicher Analyse, «dass Sprache ein Spiel ist».
In der Jurybegründung des von der Gesellschaft für deutsche Sprache (GfdS) seit 20 Jahren für die Förderung der Sprachkultur in den Medien verliehenen Preises hieß es, Netzer und Delling hätten die «nicht mehr wegzudenkende dialogische Form des Kommentars in die Sportberichterstattung eingeführt».
Das Gespann verstehe es, die Fußballgemeinde an den Fernsehschirmen «durch Diskussion zu informieren» und verbinde Sach- und Fachkunde mit geschliffenem Deutsch. Die Geehrten verzichteten auf die angedrohte «zweimal 45- minütige» Dankesrede und boten stattdessen zur Freude der Anwesenden einen kurzweiligen humorigen Dialog. Dabei sparten sie nicht mit den von den Fernsehmoderationen gewohnten gegenseitigen Frotzeleien.
Ehrungen auch für Radisch und StuffDie Jury ehrte in der Kategorie Presse die Literaturkritikerin Iris Radisch («Die Zeit») für die «kreative Wortwahl, Originalität und Witz» ihrer Arbeiten. Ihr Laudator Klaus Harpprecht bescheinigte ihr «ein genaues Auge für Talente». Sie sei eine «Gegenstimme zum modischen Kulturpessimismus».
Der Alexander-Rhomberg-Preis für Nachwuchsjournalisten ging an Britta Stuff («Die Welt», «Welt am Sonntag», «Berliner Morgenpost»), die sich trotz Legasthenie im schreibenden Beruf etabliert hat und laut Laudatio in ihren Reportagen und Porträts «genau das aufschreibt, was andere weglassen würden». (dpa)