Kontakte nach Afghanistan: 

netzeitung.de«Spiegel»-Reporterin von BND bespitzelt

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Angeblich hat sich Präsident Uhrlau bereits entschuldigt. (Foto: AP<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Angeblich hat sich Präsident Uhrlau bereits entschuldigt.
Foto: AP
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Vor drei Jahren waren schon einmal ähnliche Aktivitäten des Verfassungsschutzes aufgeflogen. Dem Nachrichtenmagazin zufolge wurde die Journalistin in der Zeit danach überwacht.

Eine Journalistin des «Spiegels» ist laut einem Bericht über Monate vom Bundesnachrichtendienst (BND) überwacht worden. Von Juni bis November 2006 habe der Geheimdienst die E-Mail-Korrespondenz der Auslandsreporterin Susanne Koelbl mit einem afghanischen Politiker mitgelesen, berichtet das Magazin in seiner neuen Ausgabe. Die 42-jährige Koelbl berichtet laut «Spiegel» seit Jahren aus den Krisen- und Kriegsgebieten am Hindukusch.

Präsident Ernst Uhrlau habe Koelbl am Freitag über die Aktion informiert und auch um Entschuldigung gebeten, hieß es weiter. Der BND bestätigte ein Gespräch zwischen Uhrlau und Koelbl. Darüber hinaus wollte der BND-Sprecher am Sonntag nichts sagen. Das Parlamentarische Kontrollgremium des Bundestags werde sich am Mittwoch mit dem Fall befassen, hieß es in dem Bericht.

Der Fall Koelbl deutet darauf hin, dass der BND die Überwachung von Journalisten auch über das Jahr 2005 hinaus fortgesetzt hat. Im November 2005 hatte sich die Affäre um die Journalisten-Überwachung zu einem Skandal entwickelt: Das Parlamentarische Kontrollgremium des Bundestages, dem die Überwachung des BND obliegt, beauftragte den ehemaligen Vorsitzenden Richter des Bundesgerichtshofs, Gerhard Schäfer, mit Ermittlungen. Sein 2006 veröffentlichter Bericht bestätigte die Berichte, wobei er lediglich in gekürzter und anonymisierter Form zugänglich wurde. Damals hieß es, die Überwachung von Journalisten sei bis mindestens 2005 fortgesetzt worden. (AP)