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Stasi-Fälle bei der Berliner Zeitung: 

Redaktionsmitglieder stimmen für Akteneinsicht

02. Apr 2008 16:34
Stasi-Akten in der Birthler-Behörde
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Leser der «Berliner Zeitung» diskutieren die Stasi-Verstrickung zweier Redakteure ihres Blattes mit großem Engagement im Internet. Die Redaktion hat währenddessen einen Entschluss gefasst.

«Für Klarheit» ist der Artikel überschrieben, den Thomas Rogalla in der «Berliner Zeitung» geschrieben hat. Er ist Mitglied des Redaktionsausschusses - und arbeitete früher als Sprecher für die Stasi-Unterlagen-Behörde. Die Mehrheit der Redaktion habe bei einer Vollversammlung dafür gestimmt, Anträge auf Akteneinsicht bei der so genannten Birthler-Behörde zu stellen - um Klarheit zu schaffen für jeden selbst, Leser und Kollegen. «Die Redaktion entschied sich für diesen Weg, weil eine Überprüfung aller Kollegen durch den Verlag nach dem Stasi-Unterlagengesetz nicht möglich ist.»

In einer «zweistündigen, sehr ernsthaften Diskussion» stellte sich die Redaktion laut Rogalla den Fragen, die die Enttarnung zweier Redakteure des Blatttes als ehemalige Stasi-Spitzel aufgeworfen hat: Wie geht es mit den beiden Kollegen und damit zusammenhängend auch mit allen Mitarbeitern der Zeitung weiter. «Einerseits sehen viele Redaktionsmitglieder, dass die Glaubwürdigkeit der Berichterstattung der Berliner Zeitung zu DDR-Themen tangiert ist.» Andererseits sei sich die Redaktion bewusst, «dass von der Beurteilung der Stasi-Tätigkeit der beiden Kollegen deren weitere berufliche Zukunft abhängen kann».

Der Redaktionsschuss habe im Gespräch mit der Chefredaktion angeregt, einen «externen Ehrenrat aus sachverständigen Persönlichkeiten» zu berufen, der gegebenenfalls raten könne, welche Konsequenzen eine ehemalige Stasi-Tätigkeit haben solle. «Konsequenzen aus einer Stasi-Verstrickung» dürften «nur nach einer sorgfältigen, verhältnismäßigen Einzelfallprüfung beschlossen werden», berichtet Rogalla als Ergebnis der Redaktions-Diskussion.

Leser der «Berliner Zeitung» diskutieren die Vorfälle intensiv im Internet. Von sofortiger Degradierung der betroffenen Redakteure bis hin zum unbedingten Festhalten an ihnen gibt es dort die ganze Bandbreite an Meinungen. (nz)
 
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