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Redakteure mit Stasi-Vergangenheit: 

«Berliner Zeitung» um Aufklärung bemüht

31. Mrz 2008 16:18
In den Räumen der Berliner Zeitung gibt es derzeit nur ein Thema
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Nur ein Thema hat die Redaktionskonferenz der «Berliner Zeitung» am Montag beschäftigt: die Stasi-Mitarbeit eines Redakteurs. Allerdings war es nicht nur Ressortleiter Leinkauf, der eine Spitzeltätigkeit zugab.

In der «Berliner Zeitung» gibt es einen weiteren Fall früherer Zusammenarbeit mit der Staatssicherheit der DDR (Stasi). Jahrelang war der stellvertretende Leiter des Politik-Ressorts des Blattes Stasi-Spitzel, wie er am Montag zugab. Er offenbarte sich zunächst der Chefredaktion und berichtete in der Redaktionskonferenz dann vom Umfang seiner Tätigkeit für die Stasi. Als 18-Jähriger sei er angeworben worden.

  • » Reaktionen der Zeitungs-Leser
  • Es ist das zweite Geständnis dieser Art innerhalb von wenigen Tagen. Seit dem Wochenende ist bekannt, dass der Leitende Redakteur Thomas Leinkauf als Student zwei Jahre Inoffizieller Mitarbeiter (IM) war. An der Redaktionskonferenz am Montag nahm er nur teil, um dazu intern Stellung zu nehmen. Denn bis zur abschließenden Klärung der Vorwürfe lässt er seinen Posten als Leitender Redakteur und Verantwortlicher für das Magazin ruhen.

    Chefredakteur Josef Depenbrock kündigte an, alle Redakteure der «Berliner Zeitung» durch ein unabhängiges externes Gremium prüfen zu lassen. Es gehe um die Integrität des Blattes und das Vertrauensverhältnis zu den Lesern.

    In der Dienstagsausgabe der «Berliner Zeitung» nimmt er ausführlich zu den Vorfällen Stellung: «Die Redaktion der 'Berliner Zeitung' hat an diesem Wochenende an ihrer Glaubwürdigkeit Schaden genommen, sie wird in den kommenden Tagen und Wochen alles unternehmen, dass diese Glaubwürdigkeit wieder zweifelsfrei hergestellt wird. Die nun von der Chefredaktion eingeleitete Untersuchung mag unangenehme Konsequenzen nach sich ziehen, sie mag offenbaren, was sich die Redaktion heute noch nicht vorstellen kann - aber sie wird in aller Konsequenz umgesetzt.» Die «Berliner Zeitung» werde auch künftig «von einer unabhängigen, ambitionierten Redaktion getragen. Dies ist gewiss».(nz)
     
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