Neue Casting-Show:
Gottschalk sucht für ZDF die Superstars
26. Mrz 2008 13:06
 |  Der Anti-Bohlen: Thomas Gottschalk will nett zu den Kandidaten sein | Foto: AP |
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Sie können singen, schauspielern, tanzen und hoffentlich auch Rollschuh laufen. Wie gut, bewertet das Publikum. Unter der sanften Moderation seines Wettonkels Gottschalk prüft das Zweite die Musical-Darsteller von morgen.
Die Privatsender setzen schon seit Jahren auf Casting-Shows - nun zieht das ZDF nach. Am kommenden Montag startet das Zweite seine Abendshow «Musical-Showstar 2008», die von Thomas Gottschalk moderiert wird. Gesucht werden ein Künstler und eine Künstlerin, die Hauptrollen in dem erfolgreichen Musical «Starlight Express» von Andrew Lloyd Webber spielen sollen.
Für die Show castete das ZDF von Ende Januar bis Mitte Februar rund 8000 Amateure und Semi-Profis in Bremen, Duisburg und München. Die Jury, in der die Sängerin Katja Ebstein, der Musical-Darsteller Uwe Kröger und der österreichische TV-Star Alexander Goebel sitzen, traf eine Vorauswahl: Die zehn Besten ziehen in die Abendshows ein und stellen sich dort dem Votum der Zuschauer.
Vier Sendungen vom Casting
Vom 31. März bis 3. April strahlt das ZDF jeweils ab 19.25 Uhr vier Aufzeichnungen der Castings aus. Die ersten beiden Live-Shows, in denen die Zuschauer jeweils zwei Bewerber rauswählen, sind am 9. und 16. April um 20.15 Uhr zu sehen. Das große Finale am 18. April um 21.15 Uhr bringt dann die beiden Sieger hervor.Die Bewerber müssen vieles zugleich können: singen, tanzen, schauspielern. Und Rollschuh laufen wäre auch nicht schlecht, schließlich ist «Starlight Express» ein Musical auf Rollen. Es geht jedoch auch um eine insgesamt gute Bühnenpräsenz, betont Jurorin Ebstein: «Wir haben auf Begabung insgesamt gecastet und nicht nur auf Starlight Express.»
Zweite Chance für Ängstliche
Ihr sei es besonders wichtig gewesen, respektvoll mit den Kandidaten umzugehen, sagt Ebstein. «Das sind Menschen, die haben ihre Ängste. Die kann ich nicht einfach abfrühstücken.» Da habe auch schon mal der eine oder andere eine zweite Chance bekommen. Schließlich hätten einige noch nie auf einer Bühne gestanden. «Wenn einer sich da zur Bewertung hinstellt, muss man ihn auch aufbauen – und zwar konstruktiv», meint die Sängerin. Die Idee zu der Sendung stammt von Musical-Guru Webber höchstpersönlich, der ein ähnliches Format mit der britischen BBC produziert hat. Dieses zeigte er Gottschalk, der sich dafür bei ZDF-Programmdirektor Thomas Bellut einsetzte. Das ZDF ist überzeugt, mit dem neuen Format den Geschmack der Zuschauer zu treffen. «Die großen internationalen Musicalproduktionen sind Publikumsmagneten ganz besonderer Art», erklärte ZDF-Unterhaltungschef Manfred Teubner anlässlich der Präsentation der Show im Februar. Musicals zögen Männer und Frauen, Kinder und Erwachsene gleichermaßen in ihren Bann. Und das ZDF sei der richtige Sender, um dieses Genre für die ganze Familie ins Fernsehen zu holen.
«Wir hatten die Idee zuerst»
Doch Sat.1 kam dem ZDF zuvor und sucht bereits seit Ende Februar in der Sendung «Ich Tarzan, Du Jane» einen Musical-Star. Das ZDF und Gottschalk waren nach eigenen Angaben nicht sehr erfreut, wollten sich aber nicht auf einen Wettlauf einlassen. «Wir hatten uns fest entschlossen, keinen Schnellschuss zu machen», sagte Teubner und betonte: «Wir hatten die Idee zuerst.» Er glaubt außerdem, dass das ZDF ein anderes Publikum an spreche.Auch Gottschalk ist von dem ZDF-Konzept überzeugt. Die Deutschen seien einfach Musical-Fans. «Wir verlieren bei 'Wetten dass...?' bei jedem Musiktitel bis zu drei Millionen Zuschauer, nur beim Musical sind die Werte stabil», sagte der Moderator, räumte jedoch ein, mit einem solchen Format wohl nicht berühmt werden zu können: «Aber ich bin ja auch schon berühmt», Für die Sendung änderte Gottschalk sogar seine Ansicht über Castingshows. Bisher habe er immer gesagt, das führe zu nichts: «Da werden Menschen in die Welt gestellt, die keiner braucht.» Dschungelkönige und Superstars seien überflüssig. Aber im Prinzip sei ein Casting ideal zur Talentsuche. «Das Casting ist die beste Chance, den Besten zu finden.» (AP)