ARD sucht neue Erfolgsformate:
«Bruce» geht als «Fehleinschätzung»
19.03.2008
Herausgeber: netzeitung.de
Die ARD ist mittlerweile mit diversen Versuchen gescheitert, den 18.55-Uhr-Sendeplatz im werbefinanzierten Vorabendprogramm zu reformieren. Doch die Zuschauer scheinen verloren. Die Bilanz fällt nach «Bruce» sogar beim zum Optimismus neigenden Programmdirektor Günter Struve verhalten aus. «Es bleiben gemischte Gefühle zurück», sagt Struve. «Zum einen hat Bruce Darnell es nicht geschafft, die Einschaltzahlen zu steigern, auf der anderen Seite waren es recht viele junge Zuschauer, die ihn gesehen haben.» Es sei somit wohl eine «Fehleinschätzung» gewesen, Darnell zum ARD-Gesicht machen zu können.
Darnell sollte die Lücke schließen, die vorher schon Serien wie «Zwei Engel für Amor», «Das Beste aus meinem Leben» und auch Harald Schmidts Comedy-Rateshow «Pssst...» nicht hatten füllen können. Einzig Jörg Pilawa hatte gegen 18.50 Uhr in einem kurzen Experiment Ende 2006 mit einer Doppelausgabe seines ARD-Quiz für neue Zuschauer am Vorabend gesorgt. Pilawa aber will nicht doppelt senden - er will eher kürzer treten. Ob das neue Kuppelformat «Ich weiß, wer gut für dich ist!» die Situation bessern wird, ist fraglich. Die Produktionsfirma Eyeworks hat derzeit schon ein anderes Problem: Die von ihr hergestellte Sat.1-Reihe «Ich Tarzan, Du Jane» erreicht nicht die erhofften Quoten.
Im Herbst wird Volker Herres vom Norddeutschen Rundfunk (NDR) die Nachfolger von Günter Struve antreten. Viele innerhalb der ARD hoffen, dass er neue Ideen für die Renovierung des Programms mitbringen wird. (Von Carsten Rave, dpa)

