Eine Verjüngung an der Spitze und eine Modernisierung im Blatt waren für die Mitarbeiter nach deren Darstellung die Hauptgründe für die Neubesetzung der Chefredaktion. Der «Fernsehmann» Aust, noch von Magazingründer Rudolf Augstein gegen den Willen der Redaktion berufen, leitete 13 Jahre lang das Blatt und hielt es stabil bei einer Millionen- Auflage.Aust hatte gegen seine Kündigungen Klage vorm Arbeitsgericht in Hamburg eingereicht; darüber sollte Anfang Mai erneut verhandelt werden. Aust war der Auffassung, dass er seine Funktion als Chefredakteur des «Spiegel» noch bis 2010 ausüben könne, seine Tätigkeit als Herausgeber bei Spiegel TV noch bis 2013. Nach einem ergebnislosen Gütetermin Anfang Februar war Aust von seinen Aufgaben freigestellt worden.
An die «Spiegel»-Spitze rückten damals Mathias Müller von Blumencron und Georg Mascolo, die beide seit mehr als 15 Jahren für die Medien der Spiegel-Gruppe tätig sind. Am Spiegel-Verlag sind die Mitarbeiter KG mit 50,5 Prozent, der Verlag Gruner + Jahr mit 25,5 Prozent und die Erben des Magazingründers Rudolf Augstein mit 24 Prozent beteiligt. (dpa)