24.02.2008
Herausgeber: netzeitung.de
'Aktenzeichen XY...' fahndete nach zwei Unverdächtigen
Foto: dpa
Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Der Fernsehsender hat bei der Suche nach einem Mörder FBI-Aufnahmen nicht überprüft. Deshalb kam es zu einer Panne mit unangenehmen Folgen für zwei Deutsche.
Das ZDF hat sich bei einem Ehepaar entschuldigt, das in der Sendung «Aktenzeichen XY... ungelöst» fälschlicherweise im Zusammenhang mit einer Mordserie in den USA per Foto gesucht wurde. Das unverdächtige Urlauberpaar aus Deutschland sei anscheinend Opfer einer Verwechslung bei den amerikanischen Ermittlungsbehörden geworden, teilte der Sender am Wochenende mit. «Das ZDF hat der Familie gegenüber sein Bedauern über den Vorgang ausgedrückt.»
Gefahndet wurde nach einem der meistgesuchten Männer der Welt, dem mutmaßlichen Mörder James Bulger. Laut ZDF hatte das Bundeskriminalamt (BKA) nach Prüfung der rechtlichen Voraussetzungen für eine Öffentlichkeitsfahndung eine entsprechende Bitte der US-Bundespolizei FBI an «Aktenzeichen XY... ungelöst» weitergegeben.
Sender bezeichnet Situation als «dramatisch»Das FBI habe nach monatelangen Analysen von Bildern eines in Italien fotografierten Paares Sicherheit darüber gewinnen wollen, ob es sich dabei, wie vermutet, um den Mordverdächtigen und seine Lebensgefährtin handele. Zuvor habe es bereits in Italien und England öffentliche Fahndungen mithilfe des Fernsehens gegeben.
Nach der Ausstrahlung der Sendung meldete sich laut ZDF ein deutsches Ehepaar, das sich auf dem Fahndungsfoto erkannte. In der Sendung sei zwar darauf hingewiesen worden, dass nicht bekannt sei, wer auf den Fahndungsfotos zu sehen sei. Doch es sei für die Betroffenen «dramatisch», mit der Fahndung nach einem der meistgesuchten Männer der Welt in Zusammenhang gebracht zu werden, teilte das ZDF mit. Der Sender habe aber keinerlei Möglichkeit gehabt, das FBI-Material der auch vom deutschen BKA geprüften Fahndung zu verifizieren. (AP)