netzeitung.deKritik an «gezielter Erniedrigung» bei DSDS

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Diese Jury ist hart, aber unfair (Foto: RTL<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Diese Jury ist hart, aber unfair
Foto: RTL
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Dass der Kulturrat mit der RTL-Suche nach einem Superstar nicht viel anfangen kann, überrascht nicht sehr. In der aktuellen Staffel aber sieht er ein neues Maß an «medialer Brutalität».

Der Deutsche Kulturrat hat scharfe Kritik an dem RTL-Sendeformat «Deutschland sucht den Superstar» (DSDS) geäußert. Was in diesen Sendungen an menschenverachtender Häme produziert werde, sei durch keinen Quotenzwang zu rechtfertigen, erklärte Christian Höppner vom Vorstand des Kulturrats am Sonntag in Berlin. Die gezielte Erniedrigung durch eine entsprechende Regie offenbare ein Maß an medialer Brutalität und gesellschaftspolitischer Verantwortungslosigkeit, die er als Mitglied des RTL-Programmbeirates nicht mehr akzeptieren könne, fügte er hinzu.

Fragwürdige Sendeformate seien keine Domäne der Privatsender in Deutschland, so Höppner. Auch bei RTL gebe es gut gemachte Sendungen, DSDS gehöre aber eindeutig nicht dazu. Die Lust an Erniedrigung und grenzenlosem Voyeurismus breite sich in den unterschiedlichsten medialen Plattfomen wie ein Krebsgeschwür aus, erklärte Höppner. Solche Formen «medialer Massenverrohung» blieben nicht ohne gesellschaftliche Folgen.

RTL zeige sich in dieser Frage allerdings beratungsresistent. Deshalb müssten Politik und Verbände ihren Einfluss geltend machen, um die Entwicklung zu stoppen. (epd)