netzeitung.deKlitschko-Brüder sind rechtlich keine Künstler

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Die schauspielerischen Leistungen der Klitschko-Brüder hat das Gericht nicht bewertet (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Die schauspielerischen Leistungen der Klitschko-Brüder hat das Gericht nicht bewertet
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Die Boxer-Brüder treten zwar in Werbespots für Süßigkeiten auf, sie sind dabei aber nach einem Gerichtsurteil keine Schauspieler. Deshalb müssen sie nicht in die Künstlersozialkasse einzahlen.

Die Boxer Wladimir und Vitali Klitschko sind trotz ihrer Auftritte in der Fernsehwerbung rechtlich keine Schauspieler. In einem Grundsatzurteil hat das Bundessozialgericht in Kassel am Donnerstag klargestellt, dass werbende Profisportler nicht als Künstler zu sehen sind und deshalb keine Künstlersozialabgabe zahlen müssten.

«Sportler wie die Klitschkos werden nicht wegen ihrer darstellerischen Fähigkeiten, sondern wegen ihrer Prominenz und ihrer Vorbildfunktion verpflichtet. Damit sind sie eben keine Künstler», hieß es in der Urteilsbegründung (Az.: B 3 KS 1/07 R).

In dem Verfahren ging es um eine Forderung von 25.000 Euro allein für das Jahr 2003. Seitdem sind die boxenden Brüder in verschiedenen Werbungen zu sehen. Die Künstlersozialkasse betrachtet sie deshalb als Schauspieler und forderte eine Künstlersozialabgabe von 3,8 Prozent. Mit den Abgaben werden die Sozialversicherungsbeiträge für Künstler, Journalisten und Publizisten mitfinanziert.

«Werbung geört zum Berufsbild der Sportler»
«Die Werbefilme der Doctores Klitschko gehören zur Darstellenden Kunst. Dass dabei möglicherweise kein hohes Niveau erzielt wird, ist rechtlich egal», sagte der Vertreter der Künstlersozialkasse. Die Brüder würden für die Ausstrahlung der Filme, typisch für Schauspieler, auf ihre Persönlichkeitsrechte verzichten.

Dagegen sagte der Rechtsanwalt der Agentur Sportfive, Bernd Roock, die Klitschko-Brüder seien nur wegen ihres Bekanntheitsgrades als Profi-Boxer eingesetzt worden. «Es ging nur darum, die Marke Klitschko in klingende Münze umzuwandeln», sagte er. Nach Meinung ihrer Agentur werden die Boxer als Sportler, nicht als Schauspieler wahrgenommen. «Die Mehrheit der Deutschen wird die Klitschkos, so sympathisch sie auch sein mögen, als Sportler und nicht als Künstler sehen.» Dem schlossen sich die Richter an: «Es gehört mittlerweile zum Berufsbild von Profisportlern, in der Werbung aufzutreten und so ihre Persönlichkeitsrechte zu vermarkten.»

Damit müssten sie auch keine Abgaben an die Künstlersozialkasse zahlen. In der Vergangenheit hatte das Gericht bereits in mehreren Urteilen auch für anderen Berufs- und Tätigkeitsfelder eine Abgabepflicht verneint. So sind grundsätzlich Wrestling-Sportler, Tangotänzer, Tätowierer und auch japanische Teezeremonienmeister keine Künstler. Die Klitschkos werben in Fernsehspots seit 2003 für die Firmen Ferrero und Procter und Gamble. (dpa/AP)