09. Jan 2008 15:32
In den Niederlanden sorgt eine neue TV-Show für Furore. Darin verzichten sieben Jugendliche 40 Tage lang auf Sex, Masturbation und Pornokonsum.
Der evangelikale niederländische TV-Sender EO erregt mit einer neuen Sex-Show Aufsehen. 660.000 Zuschauer hätten am Dienstagabend die erste Folge der Serie «40 Tage ohne Sex» gesehen, teilte der Sender am Mittwoch mit. Darin werden sieben nicht-christliche Jugendliche gezeigt, die es 40 Tage ohne Sex aushalten wollen. Mit diesem Programm bringt der Evangelische Rundfunk (EO), der größte öffentlich-rechtliche Sender des Landes, erstmals das Thema Sex auf den Bildschirm. «Wir machen dieses Programm nicht, um zu schockieren», betonte der Sender. Es richte sich vor allem an nicht-gläubige Jugendliche und sei ein Beitrag gegen die Übersexualisierung der Gesellschaft. Für niederländische Jugendliche sei Sex ein Konsumartikel geworden, Mädchen würden ihren Körper schon für kleine Geschenke weggeben, erklärte der Sender.
Gläubige Christen hatten sich besorgt über die achtteilige Serie geäußert, in der aus ihrer Sicht eine grobe Sprache gesprochen wird und «schmutzige Bilder» gezeigt werden. In einem Brief des Senders an die Zuschauer heißt es: «Wir haben unsere Stiefel angezogen, sind in den Dreck getreten, und das kann manchmal heißen, dass man mit dreckigen Füßen nach Hause kommt.» Flüche seien in dem Programm aber nicht zu hören, und auch Sex-Szenen würden nicht gezeigt.Die sieben Jugendlichen hatten sich verpflichtet, für das Programm 40 Tage keinerlei Sex zu haben, nicht zu masturbieren und auch keine Pornofilme anzuschauen. Der Sender betonte jedoch, dass die Teilnehmer nicht bestraft würden, wenn sie ihr Versprechen brächen.
Die Diskussion über den Umgang mit Sex in der Gesellschaft hatte der sozialdemokratische Medienminister Ronald Plasterk angeregt. Er hatte geklagt, dass Sexualität ein Wegwerfartikel geworden sei. Vor allem junge Mädchen würden - auch durch Druck von Werbung und Medien - zu Sexualobjekten gemacht.
Einer Studie des Senders zufolge ist Sexualität bei christlichen Jugendlichen noch ein großes Tabu. 64 Prozent der gläubigen Jugendlichen gaben an, in der Familie oder Kirche nicht darüber reden zu können. Gut ein Drittel der christlichen Jugendlichen schaue Pornofilme. (epd)